Green Cooling Initiative: Innovative Lösungen für nachhaltige Kühlung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Green Cooling Initiative II
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Si-cherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitia-tive (IKI)
Land: Global
Politischer Träger: Ministry of Environment, Natural Resources and Regional De-velopment Authorities, Kenia; Ministry of Environment, Science, Technology, and Innovation, Ghana; Ministry of Environment, Energy & Climate Change, Seychelles 
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

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Ausgangssituation

Kühlschränke und Klimaanlagen verursachen etwa zehn bis 15 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Etwa ein Drittel der Emissionen entsteht durch das Entweichen von Kühlmitteln, zwei Drittel durch den Energieverbrauch der Geräte. Steigende Temperaturen, Bevölkerungswachstum, zunehmender Wohlstand und Verstädterung kurbeln den Bedarf an Kühlung – insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern – weiter an und beschleunigen damit den Klimawandel.

Moderne Kühlgeräte verbrauchen wenig Energie und werden mit natürlichen Kühlmitteln betrieben, die keine Auswirkungen auf die Ozonschicht oder das Klima haben. In Schwellen- und Entwicklungsländern sind oft ineffiziente Geräte mit veralteter Technik im Einsatz. Diese haben einen hohen Energieverbrauch und werden mit fluorierten Gasen betrieben, sogenannten F-Gasen. Die Folge sind ozon- und klimaschädliche Emissionen. 

Insbesondere fehlen Erfahrungen mit neuen und innovativen Lösungen sowie geschulte Kältetechniker. Mangelnde Ersatzteile und fehlender Zugang zu natürlichen Kühlmitteln behindern die Verbreitung nachhaltiger Kühltechnologien weiter. Außerdem gibt es keine einheitlichen Standards für Bauweise, Betrieb und Sicherheitsanforderungen von Kühlgeräten. Akteure und Initiativen im Bereich der umweltfreundlichen Kühlung sind unzureichend vernetzt und verfügen über wenig Fördermittel.

Ziel

Der Einsatz nachhaltiger und innovativer Kühltechnologien mit natürlichen Kältemitteln in Entwicklungs- und Schwellenländern ist gestiegen. Verbesserter Technologietransfer mindert Treibhausgasemissionen und steigert die Energieeffizienz. Der Kältesektor ist Teil der nationalen Klimastrategien, Ausbildungs- und Zertifizierungssysteme für Kältetechniker sind etabliert.

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Vorgehensweise

Die Green Cooling Initiative vernetzt als internationales Forum politische Entscheidungsträger, Technologieanbieter und -abnehmer, wissenschaftliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen im Bereich Kühlung und Klimatisierung (Refrigeration and Air Conditioning, RAC). 

Eine Internetseite – unter anderem mit länderspezifischen Emissionsdaten für verschiedene Geräteklassen – sowie internationale Veranstaltungen ermöglichen Austausch und Informationsfluss zwischen den verschiedenen Akteuren. 

In drei Vorreiter-Ländern (Kenia, Ghana und Seychellen) bietet die Green Cooling Initiative Politikberatung und unterstützt den Aufbau effizienter Prozesse und Strukturen (Capacity Building).

Auf Basis von Leitlinien für nachhaltige RAC-Technologien erarbeitet die Initiative länderspezifische Programme und setzt diese um. Dazu bindet sie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein. Innovative Technologien werden entsprechend den nationalen Bedingungen pilotiert, um das hohe Einsparpotential im Kältesektor zu verdeutlichen.

Außerdem treibt das Vorhaben den Aufbau von Trainingsinstituten und Zertifizierungsmechanismen voran und fördert die private und öffentliche Klimafinanzierung.

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Wirkung

Eine umfassende Studie untersuchte die Wertschöpfungsketten bei der Bereitstellung von Kühlung. Unternehmen nutzen die Studie als Entscheidungshilfe für Investitionen in die Produktion klimafreundlicher Kühlgeräte. Für die Partnerländer Kenia und Ghana wurden Sektorinventare erstellt und daraus abgeleitet der Technologiebedarf ermittelt. Erste Vorschläge zur Integration des Kältesektors in die nationalen Klimastrategien liegen vor.

Drei Technologiepartnerschaften im Hotelsektor, bei der Fischkühlung sowie beim Einsatz von natürlichen Kältemitteln in Raumklimageräten wurden erfolgreich umgesetzt. Diese Partnerschaften können langfristig zur Einsparung klimaschädlicher Emissionen beitragen und neue Arbeitsplätze schaffen. 

Nachhaltige Kühltechnologien und natürliche Kühlmittel sind als Thema in internationalen Klimaverhandlungen hervorgehoben. Einen Beitrag dazu leistete die Kooperation des Vorhabens mit dem Climate Technology Centre and Network (CTCN) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UN-FCCC).