Wasser- und Abwasserunternehmen auf dem Weg zur CO2-Neutralität (WaCCliM)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wasser- und Abwasserunternehmen auf dem Weg zur CO2-Neutralität (WaCCliM)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktor-sicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Global mit Maßnahmen in Mexiko, Peru und Thailand
Politischer Träger: Mexiko: Comisión Nacional del Agua (CONAGUA), National Water Commission (CONAGUA); Peru: Ministerio de Vivienda, Construcción y Saneamiento (MVCS), Ministry of Housing, Construction and Sanitation (MVCS); Thailand: Ministry of Natural Resources and Environment (MONRE); Jordanien: Water Authority of Jordan (WAJ)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2019

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Ausgangssituation

Wasser- und Abwasserunternehmen gehören zu den großen Energieverbrauchern in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ein Teil dieses Verbrauchs ist auf hohe Wasser- (50-60 Prozent) und Energieverluste (40 Prozent) zurückzuführen. In Jordanien, Mexiko, Peru und Thailand sind in vielen Unternehmen veraltete und energieintensive Aufbereitungstechnologien und Pumpen in Betrieb. Möglichkeiten der Energie- und Nährstoffrückgewinnung aus Abwasser bleiben ungenutzt.

Durch energieeffizientere Pumpen, Biogaserzeugung aus Abwasser, Wiederverwendung von behandeltem Abwasser und Nährstoffrecycling können Wasser- und Abwasserunternehmen Treibhausgasemissionen reduzieren und Kosten einsparen. In den Partnerländern fehlt jedoch häufig notwendiges Know-how, um Pläne zur Energieeinsparung und -gewinnung zu erstellen und nachhaltig zu verankern. Zudem fehlen nationale Richtwerte und Anreizstrukturen, die Wasser- und Abwasserunternehmen bei der Umsetzung von Minderungskonzepten unterstützen.

Ziel

Die Treibhausgasbilanz von Wasser- und Abwasserunternehmen in Jordanien, Mexiko, Peru und Thailand hat sich durch die Einführung von treibhausgasreduzierenden Technologien bei mindestens konstanter Leistung verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben führt treibhausgasreduzierende Technologien bei Wasser- und Abwasserunternehmen ein und verbessert dadurch die CO2e-Bilanz der Unternehmen. Es unterstützt Klimaschutz im Wassersektor mithilfe des sogenannten urbanen Nexus-Ansatzes, in dem die Sektoren Wasser, Energie und Ernährungssicherheit integriert betrachtet werden.

In vier Pilotländern werden Konzepte für eine klimaresiliente, emissionsarme Wasserwirtschaft entwickelt. Mit dem jeweiligen politischen Träger werden Maßnahmen vereinbart, in denen alle Komponenten des urbanen Wasserkreislaufs berücksichtigt und hinsichtlich reduziertem Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen optimiert werden. Hierzu wird in Zusammenarbeit mit der International Water Association (IWA) ein Instrument entwickelt, mit dem Energie- und Treibhausgaseinsparpotenziale abgeschätzt werden können und das damit den Beitrag des Wassersektors zum Klimaschutz messbar macht.

Das Projekt arbeitet in den Pilotländern mit Fach- und Führungskräften und berät sie, wie sie die politischen, regulativen und institutionellen Rahmenbedingungen für die Integration von treibhausgasreduzierenden Maßnahmen im Wassersektor verbessern können. Der Fokus der Beratung liegt auf der Multiplikation des urbanen Nexus-Ansatzes, der Unterstützung bei der Umsetzung von nationalen Minderungsstrategien sowie der Einführung geeigneter Finanzierungsmechanismen.

Um das technische Know-how zur Reduzierung von Treibhausgasen bei Wasser- und Abwasserbetrieben zu verankern und zu verbreiten, unterstützt das Projekt die Entwicklung von Partnerschaften zwischen Unternehmen und vernetzt die Mitarbeiter der Pilotbetriebe mit anderen Unternehmen. Die Erfahrungen der Pilotunternehmen und der Behörden fließen in internationale Handreichungen für Wasser- und Abwasserunternehmen ein. Die IWA stellt sie auf einer virtuellen Informationsplattform bereit und verbreitet sie über internationale Wassernetzwerke und -veranstaltungen.

Wirkung

Wenn Wasser- und Abwasserunternehmen treibhausgasreduzierende Technologien effektiv kombinieren, kann das Minderungspotenzial von der Wasserversorgung bis zur Abwasserbehandlung mobilisiert werden. Durch die Nutzung von selbst produziertem Biogas in Kläranlagen und verbessertes Pumpenmanagement können signifikante Mengen des Treibhausgasemissionen in Form von CO2e eingespart werden, beispielsweise in der peruanischen Stadt Cusco: 40 Tonnen CO2e/a durch Biogasgewinnung und 1.230 Tonnen in der Trinkwasserversorgung. Gleichzeitig werden durch die optimierte Biogasausbeute mehr als 4.000 Tonnen CO2e/a-Klärschlammemissionen vermieden.

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In der thailändischen Stadt Chiang Mai wurde ein Einsparpotenzial von 130 Tonnen CO2e/a ermittelt, sollten alle Maßnahmen zur energetischen Optimierung der Abwasserpumpstationen und zur Reduzierung von Fremdwassereinträgen in das Kanalnetz umgesetzt werden.

Durch Optimierungsmaßnahmen konnte eine kommunale Kläranlage in Mexiko ein Einsparungspotenzial von 20 Prozent der Treibhausgasemissionen realisieren, das sind 120 Tonnen CO2e/a. Eine Verdopplung des Anschlussgrades an die Kläranlage führte 2015 zu einer zusätzlichen Reduktion von 2.130 Tonnen CO2e/a. Weitere 210 Tonnen CO2e/a kommen durch die Verbesserung der Pumpeneffizienz in der Trinkwasserversorgung hinzu.