Anpassung der städtischen Wasserwirtschaft an den Klimawandel unter Beteiligung des Privatsektors

Projektkurzbeschreibung

Titel: Anpassung der städtischen Wasserwirtschaft an den Klimawandel unter Beteiligung des Privatsektors (ProACC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Peru
Politischer Träger: Nationale Wasserbehörde (Autoridad Nacional del Agua - ANA)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

Wasserobservatorium

Ausgangssituation

Die Wasserversorgung der Zehnmillionenstadt Lima ist hauptsächlich von den Flüssen Chillón, Rímac und Lurín abhängig. Klimabedingte Schwankungen der verfügbaren Wassermengen und der zunehmende Wasserbedarf führen bereits heute zu saisonal schwerwiegender Wasserknappheit. Verschmutzungen durch Bergbau, industrielle und häusliche Abwassereinleitungen sowie ungeregelte Abfallentsorgung beeinträchtigen die verfügbaren Wasserressourcen. Die Folgen des Klimawandels verstärken die daraus resultierenden Herausforderungen – knappe Wasserressourcen, unkontrollierte Entnahmen und zunehmende Verschmutzung bei fortschreitender Urbanisierung. Ohne ein Zusammenspiel aller relevanten öffentlichen und privaten Akteure lässt sich die Wasserversorgungssicherheit im Großraum Lima nicht gewährleisten.

Ziel

In den Wassereinzugsgebieten der Flüsse Chillón, Rímac und Lurín ist das Wasserressourcenmanagement unter Beteiligung des Privatsektors auf die Anpassung an den Klimawandel ausgerichtet.

Mädchen beim Pflanzen von Bäumen in San Juan de Miraflores.

Vorgehensweise

Das Projekt begleitet die nationale Wasserbehörde bei der Verbesserung des Wassermanagements in den Einzugsgebieten der Flüsse Chillón, Rímac und Lurín. Um langfristig die Qualität und Kontinuität der Wasserversorgung Limas zu sichern, stärkt das Vorhaben die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen sowie privaten Akteuren. Der deutsche Beitrag leistet technische Unterstützung, fördert den Wissenstransfer und treibt die Idee öffentlich-privater Verantwortung voran. Dabei kommt es zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Konsortium der Consultingfirmen AMBERO und GITEC.

  • Aufbau eines Observatoriums. In Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Akteuren fördert das Projekt die Einrichtung und den Betrieb eines Wasserressourcenobservatoriums. Das Observatorium stellt mithilfe moderner Technologien Informationen über lokale Wasserressourcen für Entscheidungsträger bereit. Dies ist notwendige Voraussetzung für ein integriertes Wassermanagement in Zeiten des Klimawandels.
  • Multisektorale öffentlich-private Projekte. Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft fördern das Engagement privater Unternehmen für den Schutz der Wasserressourcen. So stößt das Vorhaben Initiativen an, die zur Anpassung an den Klimawandel beitragen und sowohl den Unternehmen als auch der Allgemeinheit zugutekommen.
  • Wiederverwendung von behandeltem Abwasser. Gemeinsam mit dem Wasserunternehmen SEDAPAL erarbeitet das Projekt Strategien und Maßnahmen zur Wiederverwendung behandelten Abwassers in den Städten Lima und Callao.
  • Strategien zur Anpassung an den Klimawandel. Partner aus dem Privatsektor, des städtischen Wasserversorgungsunternehmens SEDAPAL sowie der öffentlichen Verwaltung erhalten Unterstützung bei der Entwicklung von Klimaanpassungsplänen. Gemeinsam mit den privaten Partnern identifiziert das Vorhaben aktuelle Herausforderungen und integriert entsprechende Anpassungsmaßnahmen in die Aktivitäten.
Der Rímac Fluss in Lima.

Wirkungen

  • Das Wasserressourcenobservatorium der Flusseinzugsgebiete Limas wurde im Juli 2016 gegründet. Die bereitgestellten und aufbereiteten Informationen des Observatoriums ermöglichen es der Einzugsgebietskommission der Flüsse Chillón, Rímac und Lurín, Entscheidungen auf Basis verlässlicher Daten zu treffen und ein wissensbasiertes Wassermanagement zu gewährleisten.
  • Das Projekt erarbeitete vier öffentlich-private Initiativen zur Anpassung an den Klimawandel in Stadtbezirken und ländlichen Gemeinden, die unter extremem Wassermangel leiden. Diese befinden sich zurzeit in der Umsetzung. So werden innovative Möglichkeiten mit Hebelwirkung für gemeinsames Handeln in Zeiten des Klimawandels aufgezeigt, die Geld und Wasser sparen – Wasser, das woanders sinnvoller zum Einsatz kommen kann, beispielsweise bei der Trinkwasserversorgung oder der Beregnung von Grünflächen.
  • Gereinigtes Abwasser sorgt in zwölf Parkanlagen verschiedener Stadtteilen Limas für Bewässerung. Das spart wertvolles Trinkwasser und verbessert die Lebensqualität der Bewohner. Für weitere 76.400 m2 Grünfläche ist diese Art der Bewässerung in Planung.
  • Neun lokale Stadtverwaltungen sowie der städtische Wasserversorger SEDAPAL sind für das Thema Klimaanpassung sensibilisiert und haben entsprechende Klimaanpassungspläne erarbeitet. Das Projekt stärkt die Anpassungskapazitäten und Widerstandsfähigkeit der Institutionen im Hinblick auf kommende Extremwetterereignisse wie Dürren, Starkregenfälle oder Überschwemmungen.

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