Anpassung der städtischen Wasserwirtschaft an den Klimawandel unter Beteiligung des Privatsektors

Projektkurzbeschreibung

Titel: Anpassung der städtischen Wasserwirtschaft an den Klimawandel unter Beteiligung des Privatsektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Politischer Träger: Nationale Wasserbehörde
Land: Peru
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

Lima und der Fluss Rimac © GIZ / Samuel Schroers

Ausgangssituation

Die Wasserversorgung der dicht besiedelten Wüstenregion an der Küste Perus hängt direkt vom Ökosystem der Anden ab. Infolge des Klimawandels schmelzen die Gletscher im Gebirge, die Abflussmengen in den Flüssen schwanken stärker. Die exzessive Nutzung der vorhandenen Wasserreserven führt zunehmend zu Wasserknappheit. Am stärksten sind die Flüsse betroffen, die dem Pazifik zufließen, vor allem Rímac, Chillon und Lurín und ihre Einzugsgebiete.

Ziel

Unter Beteiligung privatwirtschaftlicher Akteure sind die Verfahren für das Wasserressourcenmanagement in den Einzugsgebieten der Flüsse Rímac, Chillón und Lurín so angepasst, dass die Folgen des Klimawandels berücksichtigt werden.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt die peruanische nationale Wasserbehörde bei der Verbesserung ihres Wassermanagements in den Einzugsgebieten Chillón, Rímac und Lurín. Das Vorhaben bringt Akteure des privaten und öffentlichen Sektors sowie von Nichtregierungsorganisationen zusammen, um in gemeinsamer Anstrengung die Wasserressourcen der Flusseinzugsgebiete, einzige Quelle für die Wasserversorgung der Hauptstadt Lima, zu erhalten. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) leistet die GIZ technische Unterstützung; sie fördert den Wissenstransfer und treibt die Idee öffentlich-privater Verantwortung voran. Das Vorhaben arbeitet mit allen Akteuren des Großraums Lima zusammen, mit Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit mit dem Privatsektor. Es wird dabei von den Consultingfirmen AMBERO und GITEC unterstützt.

  • Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft. Das Vorhaben arbeitet mit privaten Unternehmen, um deren Motivation für den Schutz der Wasserressourcen zu verstärken. Als sozial verantwortungsbewusste Unternehmen handeln sie als Garanten für Wasserqualität und -verfügbarkeit. Sie stellen außerdem eine nachhaltige Finanzierungsquelle für eine Reihe von Projekten zur Anpassung an den Klimawandel dar, von denen sie selbst ebenso wie die Allgemeinheit profitieren.
  • Observatorium. In Zusammenarbeit mit den relevanten privaten und öffentlichen Akteuren, unterstützt das Vorhaben Einrichtung und Betrieb eines Wasserressourcen-Observatoriums, um die Datenverfügbarkeit für ein integriertes Wasserressourcenmanagement in den Einzugsgebieten zu gewährleisten und das Verständnis für die wasserwirtschaftlichen Folgen des Klimawandels zu verbessern.
  • Wiederverwendung gereinigter Abwässer. Gemeinsam mit dem Wasserunternehmen SEDAPAL in Lima ermittelt das Vorhaben Strategien und Maßnahmen zur Wiederverwendung behandelter Abwässer, vor allem für die Bewässerung von städtischen Grünanlagen.
  • Sensibilisierungsstrategie. Das Vorhaben unterstützt die Partner aus dem privaten Sektor, SEDAPAL und die Verwaltungen auf Provinz- und lokaler Ebene bei der Entwicklung von Plänen zur Anpassung des Wassermanagements an den Klimawandel. Die Pläne sollen die Idee der Anpassung stärker in die Aktivitäten einfließen lassen und die damit verbundenen Probleme in den Blickpunkt rücken.

Wirkungen

Für den Aufbau eines Wasserressourcen-Observatoriums wurde in Zusammenarbeit mit den Partnern aus dem privaten und öffentlichen Sektor zunächst ein Organisationsmodell erarbeitet, das den unterschiedlichen Ansprüchen der beteiligten Akteure gerecht wird. Auf dieser Basis wurde im Juli 2016 das Observatorium für die Einzugsgebiete Chillón-Rímac-Lurín gegründet.

Mit zwei Unternehmen konnten Initiativen zum Erhalt der Wasserressourcen, in Kooperation mit Gemeindeverwaltungen, vereinbart und umgesetzt werden. 12 Parkanlagen und Grünstreifen der unter hohem Wasserstress leidenden Gemeinde San Juan de Miraflores werden mit dem gereinigten Abwasser der dort ansässigen Firma Esmeralda Corp bewässert.

Peru. Parkanlage. San Juan de Miraflores © GIZ / Paloma Maturana

Bei zahlreichen, gemeinsam mit lokalen Nichtregierungsorgansationen und Plattformen für Corporate Social Responsibility gestalteten Veranstaltungen konnten Interesse, Problembewusstsein und Engagement vieler im Großraum Lima ansässigen Industrieunternehmen für die Problematik von Wasserressourcenmanagement in Zeiten des Klimawandels deutlich erhöht werden.