Globale Allianzen für Soziale Sicherung – Dialog und gemeinsames Lernen zu Herausforderungen der sozialen Sicherung weltweit

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globale Allianzen für Soziale Sicherung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global; Sitz des Programms: Bonn; Standorte: Eschborn, Deutschland; Lima, Peru; Jakarta, Indonesien; Pretoria, Südafrika
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Ausgangssituation

Rund 1,3 Milliarden Menschen weltweit leben mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Davon sind drei Viertel in Schwellenländern zu Hause. Das starke Wirtschaftswachstum dieser aufstrebenden Nationen Südamerikas, Asiens und Afrikas geht zunehmend mit einseitiger Wohlstandsmehrung einher. Als Folge verschärfen sich Armutsgefälle; gesellschaftliche und politische Spannungen nehmen zu.

Insbesondere die global agierenden Schwellenländer versuchen, dieser Problematik zu begegnen, und handeln zunehmend sozialpolitisch verantwortungsvoll. Soziale Sicherungsprogramme und -systeme haben in diesen Ländern große Bedeutung, um die Bevölkerung vor Armut sowie Lebenszyklus- und Existenzrisiken zu schützen. Regierungen festigen und bauen nationale Politiken und Systeme der sozialen Sicherung aus, um wirtschaftliches Wachstum breitenwirksam zu gestalten – vielerorts mit bemerkenswertem Erfolg.

Vorreiter sind dabei Mitteleinkommensländer wie Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko oder Südafrika – von der deutschen Entwicklungspolitik als „Globale Entwicklungspartner“ (GEP) bezeichnet. Sie stehen im Fokus des globalen Programms, neben weiteren interessierten Ländern wie Chile und Peru.

Ziel

Erfahrungswissen globaler Entwicklungspartner und aus weiteren interessierten Ländern fließt in nationale und globale Politikdialoge und Umsetzungsprozesse zur Gestaltung sozialer Sicherungssysteme ein.

Vorgehensweise

Das wertvolle Erfahrungswissen der beteiligten Länder über soziale Sicherung gilt es, im Dialog mit anderen Ländern zu teilen und aufzuarbeiten. Es soll zugänglich gemacht werden, sodass andere Nationen von nachahmenswerten Beispielen und lehrreichen Erfahrungen profitieren und sie angepasst in ihrem jeweiligen nationalen Kontext nutzen können.

Das Programm versteht sich als Mittler. Durch geeignete Lernformate, wie Fachveranstaltungen, Peer-to-Peer-Lernen, Workshops oder Lernforen, fördert es die Vernetzung und den gegenseitigen Wissensaustausch der Partnerländer. Die Erfahrungen mit sozialer Sicherung sollen dabei sowohl in nationale als auch in globale Politikdialoge und Prozesse zur Gestaltung sozialer Sicherungssysteme einfließen.

Die Länder bringen vielseitige Themen in den gemeinsamen Austausch ein; die Auswahl ist dabei stets flexibel, je nach Bedarf und Anfrage der Partner. Beispiele sind Grundsicherung in Verbindung mit der Eingliederung in den Arbeitsmarkt (productive inclusion / graduation), universelle Absicherung im Krankheitsfall (UHC), Finanzierungsmodelle der Basisgesundheitsversorgung oder sogenannte Single-Window-Serviceansätze.

Das Vorhaben hat seinen Sitz in Deutschland. Verbindungsbüros befinden sich für Asien in Jakarta, Indonesien, für Lateinamerika in Lima, Peru und für Südafrika in Pretoria.

Partner des Vorhabens sind vor allem nationale Ministerien und Entwicklungsagenturen der beteiligten Länder. Das Vorhaben arbeitet zudem eng mit bilateralen, regionalen und globalen Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zusammen sowie mit Organisationen wie der Weltbank, dem International Policy Centre for Inclusive Growth (IPC-IG) oder dem Joint Learning Network for Universal Health Coverange (JLN).

Partnerländer und Standorte des Vorhabens © GIZ

Wirkungen

Gegenseitiges Lernen, Dialog und Vernetzen der Partnerländer bilden den Kern des globalen Vorhabens. Durch fachlich-inhaltliche und finanzielle Unterstützung von internationalen Veranstaltungen und Lernforen mit sozialpolitischem Fokus sowie durch Unterstützung von Netzwerken und Onlineplattformen fördert das Vorhaben den Austausch zwischen Expertinnen und Experten der Partnerländer. Sie agieren als Multiplikatoren, um Ergebnisse und neues Wissen aus den Veranstaltungen in ihre Länderkontexte einfließen zu lassen, und bereichern damit die Aktivitäten der Länder zur besseren Gestaltung sozialer Sicherungssysteme. Das Vorhaben trägt außerdem dazu bei, in Kooperation mit globalen Akteuren ausgewählte Themen internationaler Gremien sowie Prozesse im Themenbereich sozialer Sicherung zu bearbeiten.