Nationale Systeme zur Anrechnung der Minderungsbeiträge von Nicht-Annex-1-Ländern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Anrechnungsregeln für die Erreichung von Emissionsminderungszielen von Nicht-Annex-1-Ländern
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Mexiko, Kolumbien, Costa Rica
Politischer Träger: Mexikanische Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (AMEXCID), Mexikanisches Umweltministerium (SEMARNAT); Costa-ricanisches Umwelt- und Energieministerium (MINAE); Kolumbianisches Umweltministerium (MADS)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Nationale Systeme zur Anrechnung der Minderungsbeiträge von Nicht-Annex-1-Ländern. Softwaretool von Anrechnungsregeln zur Erreichung von Treibhausgas-Minderungsbeiträgen © GIZ

Ausgangssituation

Der Klimawandel gilt als eine der größten Bedrohungen für unseren Planeten. Im Kyoto-Protokoll, unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (VN), verpflichteten sich viele Industriestaaten, ihre schädlichen Treibhausgasemissionen zu senken. Diese Gruppe ist jedoch nur für etwas mehr als zehn Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Weitere Hauptverursacher sind zunehmend die großen Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien oder Mexiko. In einem neuen globalen Klimaabkommen für den Zeitraum nach 2020 sollen sich alle Staaten auf verbindliche Minderungsziele festlegen.

Ziel

Mexiko, Costa Rica und Kolumbien ermitteln und dokumentieren die Fortschritte bei der Erreichung ihrer nationalen Treibhausgas-Minderungsbeiträge auf Basis von gemeinsam erarbeiteten Anrechnungsregeln. Sie stellen diese Regeln der internationalen Staatengemeinschaft, unter anderem mithilfe eines Software-Tools, zur Verfügung.

Vorgehensweise

Anders als im Kyoto-Protokoll erlaubt das neue globale Klimaabkommen auch andere als nur absolute Minderungsbeiträge – beispielsweise Ziele, die einen höheren Anteil erneuerbarer Energien oder ein kohlenstoffärmeres Wirtschaftswachstum festlegen. Um zu gewährleisten, dass die Erreichung solcher Ziele international nachverfolgbar ist, sind jedoch neue Anrechnungsregeln notwendig.

Mexiko war das erste Nichtindustrieland, das im März 2015 seine sogenannten beabsichtigten und national festgelegten Minderungsbeiträge (INDCs) bei den VN einreichte; Kolumbien und Costa Rica folgten im September 2015. Die GIZ unterstützt die drei lateinamerikanischen Länder beim Aufbau eines Systems zur Nachverfolgung der sich daraus ergebenden nationalen Klimaziele.

Verglichen mit anderen Schwellen- und Entwicklungsländern sind die drei Partnerstaaten in punkto Klimaschutzanstrengungen sehr fortgeschritten; trotzdem verfolgen sie unterschiedliche Ansätze. Das Projekt arbeitet daran, Rahmenbedingungen zu entwickeln, um die internationale Verpflichtung der Länder zum Klimawandel nachverfolgbar zu machen. Sie werden auf die Bedarfe des jeweiligen Landes abgestimmt und berücksichtigen internationale Leitlinien.

Die GIZ kooperiert eng mit den für Klimawandel zuständigen Ministerien und Behörden. Sie organisiert Aus- und Weiterbildungen, erstellt Studien und erhebt Daten. Zudem entwickelt sie ein nutzerfreundliches Softwaretool. Das Projekt wird vom deutschen Öko-Institut fachlich begleitet. Im zweiten Schritt sollen die für die drei Staaten erarbeiteten Regeln und Verfahren sowie das Softwaretool international bekannt gemacht werden. Die Projektergebnisse werden dazu über Portale und Arbeitskreise dem Fachpublikum zugänglich gemacht, beispielsweise bei Nebenveranstaltungen zu den Sitzungen der Klimarahmenkonvention oder der Internationalen Minderungspartnerschaft.

Wirkungen

Aufgrund der Aktivitäten des Vorhabens sollen Anrechnungsregeln künftig bereits bei der Formulierung der nationalen Selbstverpflichtungen (INDCs) berücksichtigt werden. Für verschiedene, im Rahmen der Anrechnungsregeln relevante Bereiche, wie Landnutzungssektor, Vermeidung von Doppelzählung von Zertifikaten aus dem Kohlenstoffmarkt und Kennzeichnung von Investitionen im Klimabereich wurden bereits Leitlinien erstellt.

In den drei Partnerländern engagieren sich verschiedene Geber beim Klimaschutz. Costa Rica beispielsweise wird von der Weltbank und dem World Resources Institut bei der Definition seiner INDCs unterstützt. Das Projekt unterstützt diesen Prozess fachlich und profitiert gleichzeitig von den Erfahrungen der anderen Akteure. Die Süd-Süd-Kooperationen zwischen Mexiko, Kolumbien und Costa Rica wurden durch das Projekt unterstützt, was insbesondere in Hinblick auf die Nachhaltigkeit nach Projektende positive Wirkungen verspricht.