Schutz der Biodiversität in der Eje Neovolcánico

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz der Biodiversität in der Eje Neovolcánico II (COBEN II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mexiko
Politischer Träger: Agencia Mexicana de Cooperación Internacional para el Desarrollo; Durchführung: Nationale Kommission für Naturschutzgebiete CONANP (Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

Vulkane Izta-Popo, Vulcans Izta-Popo, Volcanes Izta-Popo

Ausgangssituation

Im zentralen Teil der Eje Neovolcánico, der am dichtesten besiedelten Region Mexikos, leben annähernd 30 Millionen Menschen. Die großen Städte, Mexiko-Stadt, Toluca und Cuernavaca, bilden eine zusammengewachsene Stadtlandschaft, eine sogenannte Megalopolis. Sie ist in eine Hochgebirgslandschaft eingebettet, in der 36 föderale und mehr als 100 bundesstaatliche Schutzgebiete liegen. 

Die Schutzgebiete sowie die angrenzenden Naturräume sind jedoch stark bedroht. Die Verstädterung sowie nicht umweltgerechte Landnutzungspraktiken führen zur Zerteilung natürlicher Lebensräume. Wasser, Luft und Boden werden verschmutzt. Darüber hinaus zählen die temperierten Wälder der Region zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ökosystemen des Landes. Wichtige Umweltdienstleistungen sind dadurch gefährdet, dabei vor allem die Trinkwasserversorgung in der Region.

Eine sehr hohe soziale und wirtschaftliche Ungleichheit zwischen der ländlichen und städtischen Bevölkerung kennzeichnet die Region. Die Land- und Viehwirtschaft ist auf Selbstversorgung und lokale Märkte ausgerichtet. Die Produktivität ist niedrig. Kleinproduzent*innen sind nicht ausreichend organisiert und haben kaum Zugang zu landwirtschaftlichen Beratungsleistungen und Finanzierung. 

Ziel

Das Management der Schutzgebiete im zentralen Teil der Eje Neovolcánico ist verbessert. Die Bedeutung von Schutzgebieten für Umwelt und Wirtschaft ist in Politik und Gesellschaft gefestigt. 

Monarca-Schmetterlinge

Vorgehensweise

Für ein effektives Management der Schutzgebiete fördert das Vorhaben die Managementkompetenzen der Mitarbeiter*innen. Qualifizierungsmaßnahmen sind dafür vorgesehen. Mit föderalen und bundestaatlichen Akteuren arbeitet das Projekt daran, die Verfügbarkeit von relevanten Informationen zu verbessern. Managementinstrumente sollen eine stärkere Standarisierung erfahren. Die Mitarbeiter*innen der Schutzgebietsbehörde sind dadurch besser in der Lage, die lokale Bevölkerung in das Management der Schutzgebiete einzubeziehen. Sie sollen Inklusions- und Genderaspekte besser berücksichtigen. 

Weiterhin testet und verbreitet das Projekt Ansätze für eine umweltschonende Nutzung der Artenvielfalt durch die lokale Bevölkerung in den Bereichen Viehwirtschaft in Bergregionen und Tourismus. Erfolgsbeispiele werden aufbereitet und verbreitet. Gleichzeitig berät das Vorhaben Schlüsselakteure, um die Ansätze in anderen Regionen zu nutzen. Das Projekt arbeitet mit verschiedenen Bereichen zusammen, um eine breitenwirksame Umsetzung zu ermöglichen. 

Das Vorhaben motiviert öffentliche, private und gesellschaftliche Akteure dazu, sich am Erhalt der Artenvielfalt in der Region zu beteiligen. Verschiedene Mechanismen sind vorgesehen, damit föderale Ebene, Bundesstaaten und andere gesellschaftliche Akteuren sich im Schutzgebietsmanagement besser abstimmen und zusammenarbeiten. Das Vorhaben trägt außerdem dazu bei, die Bedeutung von Schutzgebieten für eine positive wirtschaftliche Entwicklung und für das Wohlbefinden der Bevölkerung strategisch zu kommunizieren.

Viehwirtschaft, Ranching, Ganadera

Wirkungen

  • In mehreren berufsbegleitenden Fortbildungen wurden Leistungsfähigkeit und die Kompetenzen der nationalen Schutzgebietsbehörde und anderer Akteure gestärkt. Die Wirksamkeit zeigt sich beispielsweise in verbesserten Jahresarbeitsplänen von 16 Schutzgebieten.
  • Park Ranger verfügen über bessere Informationen über Waldbrände, Schädlinge oder illegalem Holzeinschlag. Dazu wurde ein Georeferenzsystem für die digitale Registrierung von Informationen eingeführt. Das System wird in Zukunft mit einer öffentlich zugänglichen Umweltdatenbank verknüpft. Diese kann dann lokal und regional als Grundlage für Entscheidungsfindungen oder Kosten-Nutzen-Analysen dienen.
  • Durch Pilotversuche mit nachhaltiger Viehzucht in Schutzgebieten und angrenzenden Gebieten erkennen lokale Schutzgebietsbehörden inzwischen die Chancen für den Erhalt und die Wiederherstellung der Artenvielfalt. Sie begreifen das Thema nicht länger als Bedrohung.
  • Die Themen Teilhabe und Chancengleichheit und Gender wurden in den Projekten intensiv bearbeitet. Dem Vorhaben ist es gelungen, die Beteiligung von Frauen und die Anerkennung ihrer Rolle in der wirtschaftlichen Aktivität zu erhöhen.
  • Eine übergreifende Koordinationsgruppe zur Viehwirtschaft in Bergregionen ist entstanden. Institutionen aus verschiedenen Bereichen können dadurch zusammenarbeiten.
  • Das internationale „Forum zu nachhaltiger Viehzucht“ fand im September 2019 mit Unterstützung des Vorhabens zum vierten Mal statt. Das Format hat sich inzwischen etabliert und ist bisher das einzige seiner Art.
  • Ein Wettbewerb zum Thema Nachhaltiger Tourismus in der Bergregion um Mexiko-Stadt hat dazu beigetragen, die Sichtbarkeit und Relevanz des Themas deutlich zu erhöhen. Er wurde mit Partner*innen aus Regierung und Zivilgesellschaft und unter Federführung des Ministeriums für Tourismus und des Umweltministeriums durchgeführt.

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