Management und Zerstörung von ozonschädlichen Substanzen in ODS-Banken

Projektbeschreibung

Titel: Management und Zerstörung von ozonschädlichen Substanzen in ODS-Banken
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (ICI)
Land: weltweit
Laufzeit: 2013 to 2018

Ausgangssituation


Kühlgeräte wie Kühlschränke oder Klimaanlagen sowie Schaumplatten zur Isolierung von Gebäuden enthalten in der Regel fluorierte Gase. Fluorierte Kühlmittel wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (CFCs) und Hydrofluorchlorkohlenwasserstoffe (HCFCs) sind als Ozonschicht schädigende Substanzen (ODS) bekannt. In der Regel tragen diese Substanzen auch in hohem Maße zur weltweiten Klimaerwärmung bei und sind damit eine zusätzliche Umweltgefahr. Schätzungen zufolge entspricht das in den sogenannten ODS-Banken vorhandene Treibhausgaspotenzial, das weltweit vor allem in den Entwicklungsländern vorhanden ist, 16 bis 18 Gigatonnen CO2.

Das Treibhauspotenzial der jährlichen Emissionen aus diesen ODS-Banken entspricht schätzungsweise mehr als 2 Gigatonnen CO2. Zwar hat sich die internationale Gemeinschaft darauf verständigt, diese Stoffe durch ozonfreundliche Alternativen zu ersetzen, doch es wurde keine Vereinbarung über die Zerstörung der bereits hergestellten ozonschädlichen Substanzen getroffen. Insbesondere für Entwicklungsländer ist es eine Herausforderung, ODS-haltige Abfälle zu sammeln, zu recyceln und zu vernichten, da diese Länder im Allgemeinen nicht über eine geeignete Infrastruktur verfügen.

Ziel

Die Entwicklungsländer verfügen über größere Ressourcen und Leistungsfähigkeit, um ozonschädliche Substanzen in alten Kühlgeräten nachhaltig zu entsorgen und zu zerstören und so die Freisetzung großer Mengen Treibhausgase zu verhindern.

Vorgehensweise

Die GIZ führt das globale Projekt in Zusammenarbeit mit ausgewählten Ländern und Regionen in den fünf UN-Großräumen Afrika, Asien-Pazifik, Osteuropa, Lateinamerika-Karibik und Westeuropa sowie mit weiteren Ländern durch. Das Projekt unterstützt seine Partner beim Aufbau geeigneter Verfahren zum Sammeln, zur Rückgewinnung und zur Entsorgung von ODS; dazu fördert es die Verbesserung der Rahmenbedingungen sowie den Transfer erfolgreicher Methoden und Technologien für die Handhabung und die Zerstörung von ODS-Banken.

Als Projektpartner kommen Länder infrage, die bereit sind, die Emission der durch das Montreal-Protokoll regulierten Gase um mindestens 35 Prozent zu senken. Berechnungen haben ergeben, dass das Projekt Emissionsminderungen erreichen kann, die pro Jahr und Land etwa 2 Millionen Tonnen CO2 entsprechen, wenn alle Maßnahmen vollständig realisiert werden.

Darüber hinaus profitieren auch die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt in den Partnerländern von dem Projekt. So werden sich Technologieanbieter und private Firmen in den Partnerländern niederlassen, um wichtige Erfahrungen für künftige Projekte in der Region und in anderen Entwicklungsländern zu sammeln. Das Projekt sorgt für den notwendigen Wissenstransfer und unterstützt die Qualifizierung der Mitarbeiter sowie weitere Maßnahmen zur Entwicklung der für das Management und die Behandlung von ODS-haltigen Abfällen notwendigen Ressourcen.

Zunächst wird eine Studie angefertigt, die einen Überblick liefern soll, wie weltweit mit ODS-Banken umgegangen wird. Dazu werden nationale, regionale und internationale Initiativen, Rechtsvorschriften und Finanzierungsmechanismen, Bedingungen, die einer Zerstörung von ODS entgegenstehen, und Emissionsminderungspotenziale analysiert. Anschließend werden die aktuellen Gegebenheiten in den ausgewählten Partnerländern detailliert analysiert. Dabei geht es insbesondere um eine Evaluierung der Rechtsvorschriften, der politischen Instrumente sowie der Infrastrukturen, Planungsprozesse und Methoden im Umgang mit (ODS-haltigen) Abfällen.

Auf Grundlage dieser Evaluierung werden eine Reihe nationaler Roadmaps formuliert. Sie enthalten Empfehlungen zu verlässlichen Rahmenbedingungen, zur Einführung geeigneter rechtlicher, wirtschaftlicher, fiskalischer, Informations- und Bildungsinstrumente sowie zur Verbesserung der Möglichkeiten einer umweltfreundliche Entsorgung von ODS-Banken in den Partnerländern. Neben Empfehlungen zu politischen Strategien sollen die Roadmaps auch Aussagen zu technischen und zu Wissensbedarfen enthalten.

Zusätzlich zum Aufbau der Leistungsfähigkeit und zu Schulungsmaßnahmen sind auch strategische Maßnahmen und Maßnahmen der technischen Zusammenarbeit Teil des Projekts. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die Entwicklung von Richtlinien für erfolgreiche Verfahren bei der Formulierung von Strategien für den umweltfreundlichen Umgang mit ODS-Banken sowie für Methoden und Richtlinien zur Bestandsaufnahme der ODS-Banken.

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