Landmanagement und dezentrale Planung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Landmanagement und dezentrale Planung in Laos
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Ministry of Planning and Investment; Ministry of Natural Resources and Environment
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

© GIZ

Ausgangssituation

Schon seit mehreren Jahren hat Laos ein starkes Wirtschaftswachstum zu verzeichnen. Die ländliche Bevölkerung hat davon jedoch bislang nicht nennenswert profitiert. Siebzig Prozent der Bevölkerung sind direkt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig. Die Lebensgrundlage vieler Subsistenzproduzenten ist durch die Vergabe umfangreicher Konzessionen an Investoren einerseits und fehlende Schutzvorkehrungen für Landnutzungsrechte andererseits bedroht. Vor allem Randgruppen und Frauen sind betroffen. Die Bevölkerung in ländlichen Gebieten wird an der Planung und Steuerung ihrer eigenen sozioökonomischen Lage nicht maßgeblich beteiligt. Öffentliche Einrichtungen verfügen nur begrenzt über die nötige Leistungsfähigkeit, um Strategien zur Armutsbekämpfung zu entwickeln und umzusetzen.

Die öffentlichen Akteure sind noch nicht dazu in der Lage, die gesetzlich verankerten Rechte der Landbevölkerung auf die Nutzung von Flächen und das Investieren in Land zu schützen. Der derzeitige Umgang mit öffentlicher und privater Investitionstätigkeit sorgt nicht dafür, dass Armut bekämpft wird und Nachhaltigkeit entsteht.

Ziel

Die Bevölkerung in den ländlichen Zielgebieten erhält umfangreichere, gesetzlich verankerte Landnutzungsrechte, während die Investitionstätigkeit im öffentlichen und privaten Sektor besser verwaltet wird.

Dorfbewohner_ Photo credit © GIZ/ Bart Verweij

Vorgehensweise

Das Vorhaben bietet politische Beratung im Bereich der Landverwaltung an. Gefördert werden die systematische Registrierung privater und kommunaler Landflächen und die Zuweisung von Landtiteln. Während einerseits die Qualität der Investitionen in Land verbessert und dezentrale Entwicklungsplanung gefördert wird, unterstützt das Projekt außerdem den Aufbau individueller und institutioneller Kapazitäten für eine armutsorientierte Planung und Entwicklung.

Das Projekt unterstützt seine Partner dabei, einen Dialog zwischen den Gebern, der Regierung und zivilgesellschaftlichen Organisationen herbeizuführen, und bei der Entwicklung bodenpolitischer und landrechtlicher Vorschriften und Gesetze.

Eine transparente und partizipatorische Entwicklungsplanung, unter Berücksichtigung aktueller Eigentumsverhältnisse und Nutzungsrechte, bedeutet nicht nur Rechtssicherheit für die lokale Bevölkerung, sondern sorgt auch allgemein für mehr politischen Schutz. Wenn Planung und Eigentumsrechte transparent gehandhabt werden, können Interessenkonflikte zwischen privaten Investoren (beispielsweise in Form von Landkonzessionen) und traditionellen, althergebrachten Landnutzungsrechten und Bedürfnissen der Existenzsicherung schon in frühen Stadien identifiziert und gelöst werden.

Das Programm unterstützt einen breit angelegten Aufbau von Kompetenzen und Leistungsfähigkeit auf allen Ebenen (Distrikt-, Provinz- und nationale Ebene), um die Leistung der öffentlichen Akteure zu verbessern. Dieser mehrdimensionale Ansatz fördert den Austausch von Informationen und Erfahrungen zwischen den drei Verwaltungsebenen einerseits und den Dorfbewohnern andererseits. Darüber hinaus unterstützt das Programm die Zusammenarbeit zwischen den Ministerien auf allen Ebenen.

Es werden besondere Anstrengungen unternommen, damit zivilgesellschaftliche Akteure soweit wie möglich einbezogen werden. Zudem ergeben sich zahlreiche Synergiepotenziale aus der Kooperation mit dem neuen regionalen GIZ-Vorhaben „Verbesserung des Landmanagements in der Mekongregion“, das wiederum eng mit dem Programm „Mekong Region Land Governance“ der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) zusammenarbeitet.

Wirkung

Das Programm baut auf den Erfolgen der beiden GIZ-Vorhaben „Landmanagement und wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum“ und „Ländliche Entwicklung von Armutsregionen in Laos“ auf. Durch die intensive Beteiligung der Zielgruppen wurden im Rahmen dieser Projekte Prozesse und Instrumente zur Entwicklung von Entwicklungsplänen für Dörfer und Distrikte, Investitions- und Landnutzungsplänen getestet und eingeführt. Darüber hinaus wurden Systeme für die systematische Landregistrierung entwickelt und Foren für Dialoge geschaffen. Die Erfahrungen daraus sind außerdem in die Kommentare zu neuen bodenpolitischen und landrechtlichen Vorschriften eingeflossen.

Laos. Landvermessung und -registrierung (Foto: Bart Verweij) © GIZ

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