Verbessertes Landmanagement in der Mekongregion

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbessertes Landmanagement in der Mekongregion
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Regional: Kambodscha, Laos, Vietnam
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Mekongregion. Datenerhebung zur Landnutzungsplanung. (Foto: Bart Verweij) © GIZ

Ausgangssituation

In den letzten Jahren sind in Kambodscha, Laos, Myanmar und Vietnam vermehrt Landtitel und Konzessionen an inländische und ausländische Investoren vergeben worden. Gleichzeitig mussten viele Kleinbauern ihr Land und ihre Landnutzungsrechte aufgeben, ohne dafür eine angemessene Entschädigung zu erhalten. Vor allem Randgruppen wie ethnische Minderheiten sind von diesen Entwicklungen betroffen. Neben dem Verlust von Land, der Zwangsumsiedelung oder -migration bedeutet dies den Verlust der Lebensgrundlage. Armut und Mangelernährung sind die Folge.

Ziel

Kleinbauern in Kambodscha, Laos, Myanmar und Vietnam, insbesondere Angehörige ethnischer Minderheiten, sind in der Lage, sich angemessenen und gerechten Zugang zu landwirtschaftlicher Fläche, Wäldern und Fischereigründen zu verschaffen.

Encroached Land in Cambodia. copyright Vishnu Law Group

Vorgehensweise

Das Programm der GIZ stellt den deutschen Beitrag zu einem umfangreicheren Vorhaben dar, dem von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Bundes (DEZA) entwickelten und koordinierten „Mekong Region Land Governance Programme“ (MRLG). Das Gesamtvorhaben befasst sich mit den Problematiken des Zugangs zu Land. Es zielt darauf ab, die Situation der Menschen zu verbessern, die überwiegend als Kleinbauern in den ländlichen Gebieten dieser vier Länder leben. Davon ist die GIZ in drei Ländern aktiv, in Myanmar beteiligt sie sich nicht an dem Vorhaben. Die Aktivitäten im Programm sind in erster Linie auf die Interessen ethnischer Minderheiten und Frauen ausgerichtet.

Die DEZA verfolgt den Ansatz, Reformakteure aus allen vier Ländern als intermediäre Zielgruppe anzusprechen, die sich aus Einzelpersonen und Organisationen zusammensetzt, die gewillt und aufgrund ihrer Erfahrung, ihres Mandats und ihres Status in der Lage sind, Veränderungsprozesse zu initiieren. Dazu gehören nationale und internationale Nichtregierungsorgansationen, Regierungseinrichtungen auf nationaler und subnationaler Ebene, Parlamentarier, Zusammenschlüsse und Organisationen, Forschungsinstitute und Universitäten, Vertreter des Privatsektors und der Medien und andere einflussreiche Personen.

Die Strategie bedingt einen mehrdimensionalen Ansatz. Es wird erwartet, dass diese Schlüsselindividuen und Organisationen wichtige Veränderungsprozesse auslösen können. Durch einen sektor- und grenzübergreifenden Austausch wird die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von innovativen und sinnvollen Regelwerken für die Landverwaltung und deren Umsetzung unterstützt. Durch die Schaffung entsprechender Multi-Stakeholder-Netzwerke werden gemeinsames Lernen und der Dialog begünstigt.

Zudem fördert das Programm an den Reformen beteiligte Akteure durch die Finanzierung von Pilotmaßnahmen und Studien zur Identifizierung von nachahmenswerten Beispielen, um sie in ihren Bemühungen um Veränderung zu unterstützen. Die GIZ ist an einem so genannten Quick Disbursement Fund (QDF) sowie an einem Innovationsfonds (IF) beteiligt, die interessierten Akteuren offen stehen.

Der Quick Disbursement Fund ist ein Instrument zur kurzfristigen Finanzierung von Sofortmaßnahmen. Er dient zwei Zielen: Erstens soll er in dringenden Fällen Abhilfe schaffen, wenn der Landbesitz von und die Landnutzung durch Bauernfamilien, Frauen und ethnische Minderheiten unmittelbar gefährdet sind. Zweitens zielt der Quick Disbursement Fund darauf, in der Entwicklung befindliche Landnutzungspläne der Regierung bzw. „Windows of Opportunity“ so zu beeinflussen, dass sie auf regionaler, nationaler oder lokaler Ebene in einer günstigeren Politik oder Umgebung münden.

Der Innovationsfonds bietet Zuschüsse zur Finanzierung von kurz- und mittelfristigen Projekten für die Entwicklung, Förderung oder Einführung von innovativen Praktiken, die die Politik beeinflussen oder ausgeweitet und in die reguläre Praxis anderer Finanzierungsquellen integriert werden sollen. Zu den Bereichen, in denen auf den Innovationsfonds zurückgegriffen wird, gehören Projekte die Kapazitäten bei Stakeholdern und Gemeinden aufbauen, damit diese bessere Möglichkeiten haben, an der landbezogenen Governance mitzuwirken. Mit Fördermitteln aus dem Innovationsfonds werden Modelle und kleine Pilotprojekte entwickelt, die sich auf die Realisierung innovativer best practice-Modelle konzentrieren und eine gute, landbezogene Governance unterstützen. Beispiele dafür sind Strategien mit Schwerpunkt auf landbasierten großen Investitionen oder die Einführung von innovativen und kostengünstigen Lösungen für Landverwaltungs- und -bewirtschaftungssysteme.

Multi-stakeholder networking. Photo credit © MRLG