Städtisches Management der klimawandelbedingten Migration (UMIMCC) / Städtisches Management von Migration und Lebensgrundlagen (UMML)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Städtisches Management der klimawandelbedingten Migration (UMIMCC) / Städtisches Management von Migration und Lebensgrundlagen (UMML)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Kofinanziert von der Europäischen Union (EU)
Land: Bangladesch
Politischer Träger: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Kofinanziert von der Europäischen Union (EU)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

Ausgangssituation

Bangladesch gehört zu den Ländern, die durch den Klimawandel am stärksten gefährdet sind. Gleichzeitig weist Bangladesch eine der höchsten Urbanisierungsraten Asiens auf: So wird damit gerechnet, dass sich die Zahl der in Städten lebenden Menschen bis 2050 auf etwa 90 Millionen verdoppelt. Aufgrund des Klimawandels wird sich die Landflucht voraussichtlich weiter beschleunigen. Dies ist auf die Degradierung der natürlichen Lebensräume zurückzuführen, die für die Lebensgrundlagen der Menschen entscheidend sind. Gleichzeitig nehmen die mit dem Klimawandel verbundenen Umweltrisiken zu und wirken sich ebenfalls negativ auf die Lebensbedingungen der Menschen und die sozialen Unterstützungsnetze im ländlichen Raum aus.

Migrantinnen und Migranten aus dem ländlichen Raum wandern entweder dauerhaft oder zeitweise in die Städte ab, weil ihre Lebensgrundlagen oder ihr Besitz zerstört wurden, und suchen in den Städten Zuflucht. Die Städte, in die die Betroffenen ziehen, darunter Khulna, Rajshahi, Satkhira oder Sirajganj, sehen sich jedoch ebenfalls großen Herausforderungen durch den Klimawandel gegenüber und haben Mühe, der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden.

Vor diesem Hintergrund kann die Binnenmigration die akute Gefährdung der Menschen noch verstärken und bestehende Konflikte weiter verschärfen, wenn die Klimamigrantinnen und -migranten nur unzureichende öffentliche Unterstützung erhalten und überwiegend in informellen Siedlungen mit schlecht entwickelter Infrastruktur und ohne Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Einkommensmöglichkeiten leben müssen. Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte und angesichts des Erfolgs des 2017 ausgelaufenen UMIMCC I-Projekts, arbeiten UMIMCC und UMML daran, für Klimamigrantinnen und -migranten, andere gefährdete städtische Arme, die in den informellen Siedlungen von Rajshahi, Sirajganj, Khulna, Satkhira und Barishal leben, sowie EU-Rückkehrende nachhaltige und resiliente Lebensgrundlagen zu schaffen.

Ziel

Die Lebensbedingungen für Klimamigrantinnen und -migranten, die in ausgewählten Siedlungen der Partnerstädte Barisal, Khulna, Rajshahi, Satkhira und Sirajganj leben, haben sich durch bedarfsorientierte Maßnahmen verbessert.

Vorgehensweise

Das UMIMCC/UMML-Projekt verfolgt eine integrierte Strategie, um die Lebensgrundlagen in Städten zu stärken und die extreme städtische Armut zu verringern. Konkret arbeitet das Projekt daran, die Lebensbedingungen von Klimamigrantinnen und -migranten, die in 47 informellen Siedlungen in den Städten Rajshahi, Sirajganj, Khulna, Satkhira und Barishal leben, durch bedarfsorientierte Maßnahmen zu verbessern. Dazu führt das Projekt Schulungs- und Ausbildungsmaßnahmen durch, um die Menschen in die Lage zu versetzen, ein eigenes Einkommen zu erzielen. Gleichzeitig bemüht sich das Projekt darum, den Begünstigten einen besseren Zugang zu öffentlichen Sozialdiensten und Finanzen zu verschaffen und die Kapazitäten der Städte im Hinblick auf die Aufnahme von Migrantinnen und Migranten zu erhöhen.

Darüber hinaus sollen 6.000 Klimamigrantinnen und -migranten, gefährdete Arme und EU-Rückkehrende (darunter 40 Prozent Frauen) an Berufsbildungsmaßnahmen teilnehmen, um beschäftigungsrelevantes Fachwissen zu erwerben und damit ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. Darüber hinaus werden Lehrgänge und Schulungen zur Vermittlung von betriebswirtschaftlichem Fachwissen sowie zum Erwerb von grundlegenden Bildungsabschlüssen angeboten.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Stärkung der Verwaltungsstrukturen in den Partnerstädten, damit diese die Herausforderungen der klimabedingten Binnenmigration besser bewältigen können. Die Grundidee ist, dass eine effiziente und transparente Stadtverwaltung allen Bevölkerungsgruppen einen besseren und umfassenderen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen bietet. Die vorhandenen öffentlichen Sozialdienste werden durch kommunale Informationszentren, deren Einrichtung von dem Projekt gefördert wird, besser zugänglich.

Darüber hinaus setzt das Projekt die Erfahrungen aus der Umsetzung von partizipativen Armutsbekämpfungsmaßnahmen in Empfehlungen für die Politik um und speist mit bewährten Methoden gesammelte Lernerfahrungen in den nationalen politischen Dialog ein.

Es handelt sich um das erste von der deutschen Bundesregierung finanzierte Projekt, das sich mit den Herausforderungen befasst, denen sich Klimamigrantinnen und -migranten in Städten gegenübersehen.

Handlungsfelder

  • Schaffung von neuen Lebensgrundlagen durch berufliche Qualifizierung
  • Verbesserung des Zugangs zu Sozialdiensten
  • Schaffung von Lebensgrundlagen durch Befähigung der Menschen und die Vermittlung von Kontakten zu Finanz- und Unternehmensberatungen
  • Verbesserung der Lebensgrundlagen durch direkte Fördermaßnahmen
  • Analyse von Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und Einspeisung der dabei gewonnenen Erkenntnisse in den nationalen politischen Dialog