Umgang mit Klimamigration in Städten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Städtisches Management klimawandelbedingter Binnenmigration
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bangladesch
Politischer Träger: Ministry of Social Welfare
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Bangladesch © GIZ

Ausgangssituation

Der Klimawandel wird in Bangladesch als eines der größten zukünftigen Risiken betrachtet. Da immer mehr Menschen zur Umsiedlung in andere Regionen des Landes gezwungen sind, kann dies die gesamtgesellschaftliche Stabilität des Landes auf Dauer gefährden. Migration ist in Bangladesch für arme und vulnerable Haushalte eine wichtige Strategie, um sich an veränderte Lebensbedingungen anzupassen. Binnenmigration kann die akute Verwundbarkeit jedoch verfestigen und zusätzlich konfliktverschärfend wirken, wenn Migranten kaum öffentliche Unterstützung erfahren und in städtischen Slums mit unzureichender Infrastruktur, ohne Zugang zu Grundversorgung oder Einkommensmöglichkeiten leben müssen. Es ist davon auszugehen, dass die Migrationsentscheidung multikausal und neben Klima- und Wetterbedingungen auf soziale, ökonomische und politische Faktoren zurückzuführen ist. In den beiden Partnerstädten des Vorhabens, Khulna und Rajshahi, gehen Experten davon aus, dass klima- und wetterbedingte Stressfaktoren eine dominierende Rolle im Entscheidungsprozess spielen.

In Bangladesch sind 40 von 64 Distrikten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Schätzungen zufolge sind bereits sechs Millionen Menschen wetter- und klimabedingt migriert. Besonders in den Divisionshauptstädten Khulna und Rajshahi ist der Anteil an Migranten mit rund 70 Prozent der Slumbewohner sehr hoch. Bisher gibt es allerdings keine bedarfsorientierten Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Klimamigranten in Khulna und Rajshahi.

Ziel

Die Lebenssituation von Klimamigranten ist in ausgewählten Siedlungen der Partnerstädte Khulna und Rajshahi durch bedarfsorientierte Maßnahmen verbessert.

Bangladesch © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben, das im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“ durchgeführt wird, arbeitet in drei Handlungsfeldern, um die Lebenssituation von Klimamigranten in den Partnerstädten zu verbessern.

  • Der Fokus des ersten Handlungsfeldes besteht darin, Informationen bereitzustellen, den Wissensaustausch zu klimabedingter Migration und den Bedürfnissen der Klimamigranten zu fördern sowie kapazitätsbildende Maßnahmen durchzuführen.
  • Das zweite Handlungsfeld umfasst die Planung und Durchführung arbeitsintensiver Maßnahmen zum Auf- und Ausbau städtischer Basisdienstleistungen, wie zum Beispiel die Bereitstellung von Wasser oder der Zugang zu Energie. Arbeitsintensive Maßnahmen schaffen vorübergehende Beschäftigungsmöglichkeiten für Klimamigranten und andere arme Haushalte.
  • Im dritten Handlungsfeld werden gemeinsam mit lokalen klein- und mittelständischen Unternehmen Programme zur beruflichen (Weiter-)Bildung entwickelt. Im Sinne eines integrativen Ansatzes profitieren Klimamigranten und andere Bewohner der Siedlungen gleichermaßen von verbesserten städtischen Basisdienstleistungen, beruflichen (Weiter-)Bildungsangeboten und vorübergehender Beschäftigung durch arbeitsintensive Maßnahmen.

Das Vorhaben kooperiert eng mit den anderen Vorhaben der deutschen internationalen Zusammenarbeit im Schwerpunkt „Anpassung an den Klimawandel in Städten“. Es ist jedoch das erste von Deutschland unterstützte Vorhaben, das sich mit der Thematik klimabedingter (Binnen-)Migration beschäftigt. Die Consultingfirma GFA unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.