Konsolidierung des brasilianischen Systems von Naturschutzgebieten (SNUC) – LifeWeb

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Konsolidierung des brasilianischen Systems von Naturschutzgebieten (SNUC) – LifeWeb
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministério do Meio Ambiente (MMA)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

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Ausgangssituation

Brasilien beherbergt rund 20 Prozent der globalen Biodiversität und damit die größte Artenvielfalt weltweit. Um dieses Naturerbe zu erhalten, schuf Brasilien im Jahr 2000 das Nationale System von Naturschutzgebieten (SNUC). Mit fast 1,6 Millionen Quadratkilometern ist das SNUC heute eines der größten Schutzgebietssysteme der Welt. Rund 2.100 Schutzgebiete schützen 18 Prozent der Landesfläche und 1,5 Prozent der marinen Flächen Brasiliens – insgesamt ein Gebiet, das etwa vier Mal so groß ist wie Deutschland.

Um die international vereinbarten Aichi-Ziele der Konvention über die biologische Vielfalt und die brasilianischen Biodiversitätsziele zu erreichen, mangelt es derzeit noch an Instrumenten für wirksames, effizientes Management und Monitoring. Die Schutzgebietsverwaltungen sind personell unterbesetzt, Aus- und Fortbildungsangebote für die Mitarbeiter unzureichend. Vielen Schutzgebieten fehlen Managementpläne und Basisinfrastruktur. Der Dialog mit Bevölkerung, Politik und Wirtschaft ist ausbaufähig. Instrumente für eine nachhaltige Finanzierung greifen noch nicht. Der Investitionsbedarf für das SNUC wird auf 900 Millionen Euro geschätzt. Laufende Schutz- und Verwaltungsaufgaben erfordern jährlich weitere 440 Millionen Euro.

Ziel

Das brasilianische Schutzgebietssystem und die dazugehörigen Schutzgebiete werden zum Erhalt der Biodiversität und ökosystemarer Dienstleistungen partizipativ, effizient und nachhaltig verwaltet.

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Vorgehensweise

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützt das Vorhaben im Rahmen seiner Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) mit 15 Millionen Euro; davon entfallen 5 Millionen Euro auf Beratungsleistungen durch die GIZ.

Folgende Handlungsfelder wurden gemeinsam mit dem brasilianischen Umweltministerium priorisiert:

  • Strategische Steuerung des brasilianische Schutzgebietssystems SNUC stärken
  • Schutzgebietsverwaltungen und übergeordnete Behörden durch Planungs-, Management- und Monitoringinstrumente unterstützen
  • Gesellschaft, Politik und Wirtschaft für Schutzgebietsbelange sensibilisieren
  • Finanzielle Nachhaltigkeit des SNUC befördern
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Wirkungen

Organisationsentwicklung, Managementkompetenz und Strategie

  • Mehr als 400 Schutzgebietsmanager sowie Mitarbeiter übergeordneter Verwaltungsbehörden profitierten bislang von Fortbildungsmaßnahmen für wirkungsorientiertes Management. Dies betrifft föderale, bundesstaatliche, kommunale und private Schutzgebiete und gilt für alle Biome Brasiliens sowie in Meeres- und Küstengebieten.
  • Die Ausbildung im wirkungsorientierten Management wurde in der brasilianischen Akademie für Schutzgebietsmanagement institutionalisiert.
  • Eine Methode zur Evaluierung der ökologischen Repräsentativität des SNUC, gemäß Aichi-Ziel 11, wurde entwickelt.

Managementpläne und Basisinfrastruktur

  • Nationale Richtlinien zur Erarbeitung von kostengünstigen und anwendungsorientierten Managementplänen wurden erstellt.

Finanzielle Nachhaltigkeit des SNUC befördern

  • Die Grundlagen für die Berechnung von Umweltkompensation für Schutzgebiete wurden präzisiert und normiert.
  • Ein Handbuch für Parlamentarier zur Antragstellung von sogenannten Emendas Parlamentares zugunsten des SNUC wurde erarbeitet und veröffentlicht. Abgeordnete und Senatoren erhalten dadurch Zugriff auf Haushaltsmittel, die sie für Schutzgebiete in ihren Wahlbezirken verwenden können.
  • Ökosystemdienstleistungen werden in Planungs- und Managementprozesse von Schutzgebieten integriert, in Kooperation mit dem Vorhaben „Schutz der Artenvielfalt durch die Integration von Ökosystemdienstleistungen in öffentliche Programme und unternehmerisches Handeln“.

Sensibilisierung der Gesellschaft

  • Ein Kommunikationsplan zur Sensibilisierung von Politik und Gesellschaft für das Nationale Schutzgebietssystem SNUC wird strategisch für die Umsetzung von Maßnahmen genutzt.

Das Vorhaben unterstützt die Umsetzung der Nationalen Biodiversitätspolitik und der Nationalen Strategie für Schutzgebiete. Es fördert die Erreichung zentraler nationaler und internationaler Biodiversitätsziele sowie der Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen: Land- und Meeresökosysteme schützen und den Biodiversitätsverlust stoppen. Mit der Konsolidierung des Schutzgebietssystems SNUC trägt das Vorhaben außerdem dazu bei, die von Brasilien festgelegten nationalen Klimaschutzbeiträge, gemäß dem Pariser Abkommen (2015), für Wälder zu verwirklichen.