Klimarisikomanagement – Konzepte, Instrumente, Wirkungen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Risikobewertung und -management zur Anpassung an den Klimawandel (Loss and Damage)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2021

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Ausgangssituation

Klima- und wetterbedingte Schäden und Verluste (Loss and Damage) haben in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Die jüngsten Klimamodelle gehen von einer erheblichen Zunahme der Häufigkeit und/oder der Intensität von Extremwetterereignissen aus. Hinzu kommen schleichende Veränderungen wie der Anstieg des Meeresspiegels oder die Zerstörung von Ökosystemen an Land und Wasser oder die Entstehung neuer Trockengebiete. 

Weniger Ausstoß von Treibhausgasen und verschiedene Maßnahmen zur Anpassung können negative Folgen des Klimawandels zwar abmildern, Schäden und Verluste können dennoch eintreten. Wegen dieser Restrisiken hat das Themenfeld Schäden und Verluste in den Verhandlungen unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) an Bedeutung gewonnen. Dies führte dazu, dass auf der 19. Vertragsstaatenkonferenz 2013 (19th Conference of the Parties, COP19) der Internationale Warschauer Mechanismus für den Umgang mit Schäden und Verlusten etabliert und als eigener Artikel in das Pariser Klimaabkommen aufgenommen wurde.

Bisherige Methoden und Instrumente, diezur Bewertung und zum Management von Klimarisiken angewendet werden, berücksichtigen Schäden und Verluste, die damit verbundenen Kosten sowie schleichende Veränderungen durch den Klimawandel nur unzureichend. Daher ist es notwendig, neue wirkungsvolle Maßnahmen zur Bewertung und zum Umgang mit Klimarisiken zu entwickeln und umzusetzen. Dabei werden explizit Synergien mit verwandten Themen wie zum Beispiel Katstrophenrisikomanagement und internationalen Agenden wie den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) hergestellt. 

Ziel

Der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und ihren internationalen Partnern stehen erprobte, wirkungsvolle und handlungsleitende Konzepte und Instrumente zur Klimarisikobewertung und zum Management von Klimarisiken zur Verfügung, die sie in vom Klimawandel stark betroffenen Regionen anwenden können.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben konzentriert sich darauf Konzepte, Methoden und Instrumente zur Bewertung von Klimarisiken und zum umfassenden Klimarisikomanagement weiterzuentwickeln und pilothaft anzuwenden. Neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu gewinnen sowie zu verbreiten und gleichzeitig den Austausch über die Themen Klimarisiken und Schäden und Verluste zu fördern, sind wichtige Schwerpunkte der Arbeit. Klimarisiken, Schäden und Verluste müssen auch mit Blick auf andere internationale Agenden diskutiert werden, wie zum Beispiel nachhaltige Entwicklung. Dies sind Grundvoraussetzungen, damit Institutionen und betroffene Gruppen in Partnerregionen ihre Fähigkeiten ausbauen können, Schäden und Verlusten durch den Klimawandel zu vermeiden.

Das Vorhaben unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Zusammenhang mit internationalen Verhandlungen zum Warschauer Mechanismus und bei den Themen des umfassenden Klimarisikomanagements.

Aufbauend auf den Erfahrungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Anpassung an den Klimawandel und Katastrophenrisikomanagement werden ausgewählte Maßnahmen in den Partnerregionen des Vorhabens erprobt. Aktuell arbeitet das Vorhaben mit der pazifischen Gemeinschaft, Indien sowie ausgewählten Ländern in Zentralamerika und Ostafrika zusammen.

Wirkungen

  • Die pilothafte Anwendung einer Klimarisikoanalyse in Tansania (Lake Rukwa) und Indien (Himachal Pradesh und Tamil Nadu) in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und internationalen Forschungseinrichtungen führte zu einem besseren Verständnis aktueller und zukünftiger Klimarisiken sowie der damit verbundenen Schäden und Verluste in den jeweiligen Regionen. Die Daten und Ergebnisse der Klimarisikoanalysen unterstützen die Entwicklung der nationalen und regionalen Klimapolitik in beiden Ländern. Damit stellt das Globalvorhaben ein innovatives Instrument zur Verfügung, das das gesamte Spektrum möglicher Klimarisiken umfasst. 
  • Ein Trainingskurs zu „Loss and Damage als Teil umfassenden Klimarisikomanagements“ ist entstanden. Er wurde bisher in Tansania, Indien, Zentralamerika, der Karibik, der Mekong Region sowie auf den Philippinen durchgeführt. Dadurch wurden erfolgreich Kompetenzen und Fachkenntnisse von Entscheidungsträgern und technischem Personal zur Identifizierung und zum Management von Klimarisiken in verschiedenen Sektoren aufgebaut. Weiterhin hat der Kurs dazu beigetragen in den jeweiligen Regionen einen Austausch über das Thema anzuregen. 
  • Infobroschüren und Animationen haben den Wissens- und Erfahrungsaustausch angeregt. Das Projekt hat damit zur Verbreitung des Themas Klimarisikomanagement und zur Kohärenz zwischen diesem und dem Katastrophenmanagementansätzen beigetragen
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