Risikobewertung und -management zur Anpassung an den Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Risikobewertung und -management zur Anpassung an den Klimawandel
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2019 

Loss and Damage. Bananenplantage nach einer Überflutung in St. Lucia 2013 © GIZ / Horst Vogel

Ausgangssituation

Klima- und wetterbedingte Schäden und Verluste (Loss and Damage) haben in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Die jüngsten Klimaprojektionen gehen von einer signifikanten Zunahme der Häufigkeit und/oder der Intensität von Extremwetterereignissen aus. Hinzu kommen langsam einsetzende Veränderungen wie der Anstieg des Meeresspiegels oder die Degradierung von Böden.

Treibhausgasminderung und Maßnahmen zur Anpassung können negative Folgen des Klimawandels mildern, Schäden und Verluste werden dennoch eintreten. Loss and Damage gewinnt in den Verhandlungen unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) deshalb zunehmend an Bedeutung, was dazu führte, dass der Internationale Warschauer Mechanismus für den Umgang mit Schäden und Verlusten geschaffen wurde. Auch die Einführung von Loss and Damage als eigenständiger Artikel in das Pariser Klimaabkommen – zusätzlich zu Minderung und Anpassung – verdeutlicht die Wichtigkeit des Themas.

Ansätze und Methoden, die zur Bewertung und zum Management von Klimarisiken bislang angewendet werden, berücksichtigen Schäden und Verluste, damit verbundene (nicht-)ökonomische Kosten sowie langsam einsetzende Veränderungen durch den Klimawandel nur unzureichend. Dies verdeutlicht die Herausforderung, umfassende Methoden und Maßnahmen zur Bewertung und zum Umgang mit Klimarisiken zu entwickeln und umzusetzen.

Ziel

Der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und ihren internationalen Partnern stehen erprobte, handlungsleitende Konzepte zur Klimarisikobewertung und zum Management von Klimarisiken zur Verfügung, die sie in vom Klimawandel stark betroffenen Regionen anwenden können.

Vorgehensweise

Das Vorhaben konzentriert sich darauf, Methoden, Maßnahmen und Konzepte zur Bewertung von Klimarisiken und zum umfassenden Klimarisikomanagement anzuwenden und weiterzuentwickeln. Neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu gewinnen und zu verbreiten sowie die Dialogförderung zu den Themen Klimarisiken und Loss and Damage sind ein essenzieller Bestandteil der Arbeit. Dies sind Grundvoraussetzungen, damit einerseits Institutionen in Partnerregionen ihre Fähigkeiten zur Umsetzung ausbauen können und um andererseits den internationalen Diskurs anzuregen.

Das Vorhaben unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Kontext internationaler Klimaverhandlungen zum Internationalen Warschauer Mechanismus für den Umgang mit Schäden und Verlusten und zu Themen des Klimarisikomanagements, unter anderem zu klimainduzierter Migration und Klimarisikoversicherungen.Aufbauend auf den Erfahrungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Anpassung an den Klimawandel und Katastrophenrisikomanagement werden ausgewählte Maßnahmen in den Partnerregionen des Vorhabens erprobt, aktuell in Indien, der pazifischen Gemeinschaft sowie in ausgewählten Ländern in Zentralamerika und Ostafrika.

Loss and Damage. Umfassende Methoden und Maßnahmen zur Bewertung und zum Umgang mit Klimarisiken entwickeln © GIZ / Waltraud Ederer

Wirkungen

Bei der Pilotierung erster Risikobewertungen in Partnerregionen konnten wegweisende Erkenntnisse und Erfahrungen gesammelt werden: zur Klassifizierung und (nicht-)ökonomischen Bewertung sowie zur Identifizierung und Priorisierung von Maßnahmen des Klimarisikomanagements. Die Ergebnisse legen den Grundstein für die zukünftige Arbeit und leisten einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung von Methoden und Ansätzen.

Die Entwicklung des Trainingskurses „Loss and Damage als Teil umfassenden Klimarisikomanagements“ sowie die Durchführung erster Testtrainings haben erfolgreich zum Aufbau von Kompetenzen und zur Förderung des Dialogs in Partnerregionen beigetragen. Auch durch Veranstaltungen und die Bereitstellung von Wissensprodukten konnte der Wissens- und Erfahrungsaustausch angeregt und wichtige Grundlagenarbeit geleistet werden.