Ernährung und Zugang zu Grundbildung (NAPE)

Projektbeschreibung

Titel: Ernährung und Zugang zu Grundbildung (NAPE)
Auftraggeber: Deutsches Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), kofinanziert durch die Europäische Union (EU)
Land: Malawi
Politischer Träger: Referat für Gesundheit und Ernährung von Schulkindern im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

© GIZ

Ausgangssituation

In Malawi herrschen Ernährungs- und Nahrungsmittelunsicherheit sowie ein allgemein niedriger Bildungsstand: Viele Schulkinder in Malawi gehen mit leerem Magen zur Schule. Etwa 37 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind von chronischer Unterernährung betroffen und leiden unter Wachstumsstörungen. Der Anteil der Grundschulkinder mit Vitamin-A-Mangel liegt bei 42,4 Prozent, außerdem leiden 25 Prozent unter Blutarmut. Der wirtschaftliche Schaden, der durch chronische Unterernährung von Kindern entsteht, liegt Studien zufolge bei etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von Malawi.

Da es an einer ausgewogenen und nährstoffreichen Ernährung fehlt, leiden die Kinder unter Konzentrationsschwächen und werden häufig krank. Dies führt zu Fehlzeiten und einer hohen Schulabbrecherquote. Infolgedessen zählen die Bildungsergebnisse von Grundschulkindern in Malawi zu den niedrigsten der Region.

Um den Ernährungszustand aller Schulkinder zu verbessern und eine gesunde Ernährung an Schulen und darüber hinaus zu fördern, hat die Regierung Malawis den National School Health and Nutrition Strategic-Plan überarbeitet und entsprechende School Health and Nutrition Guidelines erarbeitet. Bei diesem Vorhaben spielt der Ansatz der Home Grown School Meals eine wichtige Rolle, da er darauf abzielt, eine starke Zusammenarbeit von Schulen und Gemeinden zu fördern.

Die Bereitstellung einer nahrhaften Schulspeisung ist ein wirksames Mittel, um Kinder für die Schule zu motivieren. Gleichzeitig werden der Ernährungs- und Gesundheitszustand der Schulkinder verbessert und somit ihre Leistungsfähigkeit erhöht.

Ziel

Das Projekt unterstützt Grundschulen in ausgewählten Bezirken, damit Schulkinder eine hochwertige Schulspeisung erhalten. Die Zahl der Kinder, die regelmäßig in die Schule gehen, hat sich vergleichsweise verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt das Referat für Gesundheit und Ernährung von Schulkindern im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie bei der Umsetzung des National School Health and Nutrition Strategic-Plans. An 180 Grundschulen in zehn Bezirken fördert das Projekt das Konzept der Home Grown School Meals. Damit die Schulen und Gemeinden auch nach dem Ende des Projekts für eine Schulspeisung sorgen und die Ernährungs- und Hygienestandards nachhaltig verbessern können, hat das Projekt drei Hauptschwerpunkte gesetzt: 

  • Verbesserung der Verfügbarkeit von hochwertigen Lebensmitteln für die Zubereitung der Mahlzeiten: Das Projekt unterstützt Schulen und Gemeinden dabei, in ausreichendem Umfang hochwertige Mahlzeiten zuzubereiten. Die Schulen werden dabei gefördert, Mahlzeiten aus mindestens drei von sechs verschiedenen, in Malawi üblichen Lebensmittelgruppen zuzubereiten. Darin müssen enthalten sein: mindestens ein Grundnahrungsmittel (Mais, Maniok, Hirse oder Süßkartoffel), ein Lebensmittel, das Fette/Öle enthält, und ein Gemüse oder Nüsse (Erdnüsse, Soja, Kuherbsen) mit hochwertigen Proteinen und wichtigen Spurenelementen.
    In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden der Bezirke und Regionen wurden Saaten für proteinreiche Nahrungsmittel - insbesondere Soja, Erdnüsse, Bohnen und Kichererbsen - sowie Ableger von Maniok und Süßkartoffeln bereitgestellt. Ihr Anbau wird durch landwirtschaftliche Beratungsdienste unterstützt. Eine Hauptaufgabe ist darüber hinaus die Vermittlung von Wissen im Hinblick auf den Umgang und die sachgerechte Lagerung der Ernte, damit Nachernteverluste vermieden werden können.
    Um die Mahlzeiten abwechslungsreicher zu gestalten und dem Mangel an Spurenelementen entgegenzuwirken, haben die Schulen Obstgärten angelegt, in denen Mangos, Papayas, Orangen und Moringagewächse angebaut werden. Damit die ganzjährige Verfügbarkeit von saisonalem Obst und Gemüse erhöht wird, wurden Solartrockner bereitgestellt und Schulungen zu deren Benutzung durchgeführt.
    Dadurch können die Schulen künftig die für die Schulmahlzeiten benötigten Lebensmittel selbst anbauen und somit die Schulspeisung nach Beendigung des Projektes fortführen.
  • Die Verbesserung der Ernährungsbildung und Hygienegewohnheiten von Grundschulkindern und Gemeindemitgliedern sowie die ordnungsgemäße Zubereitung und der Verzehr von Mahlzeiten: Das Projekt unterstützte die Schulen bei der Gründung von verschiedenen Clubs, die wöchentlich nach dem Unterricht stattfinden. Mithilfe eines Radioprogramms und dem Theater for Development-Konzept lernen die Schulkinder interaktiv, wie wichtig eine abwechslungsreiche Ernährung und guten Hygienegewohnheiten sind. Darüber hinaus werden Mitglieder der Gemeinden zu ehrenamtlichen Köchen ausgebildet, die einfache aber dennoch leckere und nahrhafte Gerichte zubereiten. Schulkinder, Lehrer und Gemeindemitglieder geben dieses Wissen anschließend an ihre Familien weiter.
  • Capacity Development der Beteiligten: Auf lokaler Ebene bietet das Projekt dem Büro des Education Manager des Bezirks finanzielle und technische Unterstützung bei der Umsetzung der nationalen Strategie, insbesondere in Bezug auf Capacity Building und Wissensaustausch zwischen den Regionen und Bezirken. So wird beispielsweise eine webbasierte interaktive Plattform erstellt, von der Informationen zu Partnern, Praxisbeispiele, Schulungseinheiten, Konzepte und Monitoring-Daten abgerufen werden können. 

NAPE wird im Rahmen des Afikepo Nutrition Programme von der Europäischen Union kofinanziert.

Wirkungen

Von 2016 bis 2018 nahmen 150 Grundschulen und nahegelegene Kinderkrippen an dem Projekt teil. Alle Schulen waren in der Lage, Mahlzeiten für ihre Schulkinder anzubieten. Im dritten Quartal 2018 haben 108.826 Kinder nahrhafte Mahlzeiten erhalten. 

Um gesunde Lebensmittel aufzubewahren und zuzubereiten, wurden 150 Schulküchen gebaut oder bereits vorhandene Küchen modernisiert und mit energieeffizienten Kochstellen und Lagerräumen ausgestattet. Um die Kapazitäten der Gemeindemitglieder im Hinblick auf die Zubereitung nahrhafter Schulmahlzeiten zu stärken, wurden von November bis Dezember 2018 3.512 ehrenamtliche Köche trainiert.

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