Ernährung und Zugang zu Primarbildung

Projektbeschreibung

Titel: Ernährung und Zugang zu Primarbildung (NAPE)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Malawi
Politischer Träger: Department of School Health and Nutrition of the Ministry of Education, Science and Technology (MoEST)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

© GIZ

Ausgangssituation

In Malawi ist die Primarbildung kostenlos und das Land weist relativ hohe Einschulungsquoten auf. Dem gegenüber stehen jedoch hohe Klassenwiederholungs- und Schulabbrecherquoten. Die Schulen sind überfüllt - durchschnittlich sitzen 126 Schüler in einem Klassenraum. Darüber hinaus führen Unter- und Fehlernährung zu hohen Fehlzeiten und schlechteren schulischen Leistungen. Das Referat für die Gesundheit und Ernährung von Schulkindern im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie (MoEST) ist für den nationalen Plan zur Verbesserung der Gesundheit und Ernährung von Schulkindern zuständig, der bis 2018 umgesetzt werden soll. Der Plan sieht vor, dass alle Schülerinnen und Schüler in der Schule eine Mahlzeit erhalten, wobei die lokalen Gemeinden sich an der Produktion, Zubereitung und Bereitstellung des Schulessens beteiligen sollen.

Ziel

In ausgewählten Primarschulen steht für die Kinder eine qualitativ hochwertige Schulspeisung zur Verfügung. Die Fehlzeiten sind gesunken und mehr Schülerinnen und Schüler nehmen am Unterricht teil.

Vorgehensweise

Das Vorhaben stellt die Fortführung einer früheren Maßnahme zur Förderung so genannter Home Grown School Meals dar, die die GIZ 2012 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt hat. Der Erfolg dieses Projekts veranlasste die Regierung von Malawi dazu, ihre eigene Home Grown School Meal (HGSM)-Initiative auf den Weg zu bringen. Zur Unterstützung dieser Initiative führt die GIZ nun das zweite Projekt zur Förderung der Ernährung und des Zugangs zu Bildung durch. Das Vorhaben sieht Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen vor, die mit verschiedenen Stakeholdern aus unterschiedlichen Sektoren umgesetzt werden. Die Maßnahmen lassen sich drei Hauptschwerpunkten zuordnen:

  • Qualitativ hochwertige Ernährung in Schulen und Gemeinden. Im Rahmen eines gemeindebasierten Ansatzes, weisen örtliche Führungspersönlichkeiten den Schulen Felder zu, auf denen sie ihre eigenen Feldfrüchte ziehen können. Anschließend übernehmen die Mitglieder der Gemeinde die mit dem Anbau und der Ernte verbundenen Arbeiten und bereiten aus den geernteten Erzeugnissen gesunde Mahlzeiten für die Schülerinnen und Schüler zu. Das Projekt unterstützt den Bau von Lagerräumen und Küchen und stellt eine Auswahl an Mais- und Gemüsesorten zur Verfügung, die sowohl für den Verzehr als auch für die Aussaat bestimmt sind. Die große Vielfalt der angebauten Kulturen sorgt dafür, dass die Kinder mit der Schulspeisung ausreichend und ausgewogen ernährt werden.
  • Das Vorhaben vermittelt den Gemeindemitgliedern Kenntnisse über eine vielfältige und gesunde Ernährung und fördert das Anlegen von Obst- und Gemüsegärten im Umfeld der Schulen. Dabei legt das Vorhaben Wert darauf, dass in den Kochkomitees Männer und Frauen gleichermaßen vertreten sind. So soll erreicht werden, dass die anfallenden Arbeiten nicht nur von Frauen geleistet werden. Gleichzeitig fördert das Vorhaben den Einsatz energieeffizienter Kochstellen und die gezielte Anpflanzung von Nutzholz, das nachhaltig als Brennholz genutzt werden kann. Zusätzlich werden die Schulen und Gemeinden im Alltag durch schulische Gesundheitsclubs unterstützt, die im Auftrag des Projekts von Nichtregierungsorganisationen geleitet werden.
  • Ernährungsbildung. Das Vorhaben führt Sensibilisierungsmaßnahmen an Schulen und in Gemeinden durch, um Wissen über Ernährung und Hygiene zu vermitteln und einen Beitrag zu einer besseren Ernährung der Menschen zu leisten. In Zusammenarbeit mit der Regierung von Malawi hat das Projekt verschiedene Lehrmaterialien entwickelt, darunter einen Wandkalender, ein Handbuch mit sechs Ernährungsbotschaften für die Schule sowie verschiedene Spiele mit Bezug zum Thema Ernährung. Das Vorgängerprojekt hatte eine interaktive Radiosendung ins Leben gerufen, die großen Anklang fand und jetzt landesweit ausgestrahlt wird. Dadurch werden eine gesunde Ernährung sowie das Konzept der Home Grown School Meals gefördert. Zudem sorgen die beliebten „Radio Listener Clubs“ für eine Weiterverbreitung der vermittelten Botschaften. Außerdem beauftragt das Vorhaben lokale Radiosender mit der Produktion kurzer Sendungen über wichtige anstehende Fragen. Die entsprechenden Anregungen stammen von den Schulspeisungskomitees. Auch der NGO Story Workshop greift in seinen traditionellen Liedern, Tänzen und Stücken zentrale Botschaften aus dem Vorhaben auf.
  • Management der Schulernährung: Capacity Building für staatliche Dienstleister, NGOs, Schulen und Gemeinden. Zu den wichtigsten Einrichtungen für die Ernährung in den Schulen gehören auf Bezirksebene die District Nutrition Commitees. Jedem Komitee gehört ein Bezirkskoordinator für gesunde Ernährung in der Schule an – eine wichtige Position, die erst kürzlich geschaffen wurde. Zur Stärkung dieser Position verbessert das Projekt die relevanten Planungs- und Budgetierungsprozesse. Außerdem führt das Projekt geeignete Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Koordinatoren durch und bietet ihnen die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bezirken auszutauschen. Auf nationaler Ebene berät das Projekt das Referat für die Gesundheit und Ernährung von Schulkindern im Hinblick auf die Nutzung gemeindebasierter Ansätze für die Home Grown School Meals-Initiative des Ministeriums.