Umweltregulierung im Amazonas – Cadastro Ambiental Rural (BMZ)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umweltregulierung in Brasilien – Cadastro Ambiental Rural (CAR)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministério do Meio Ambiente (MMA)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2020

Brasilien. GPS-Gerät (© GIZ / Elisa Siqueira)

Ausgangssituation

Der Schutz der brasilianischen Wälder bleibt eine Herausforderung. Zwar sind die Entwaldungsraten in Brasilien seit 2004 um über 80 Prozent gesunken, aber eine Fläche doppelt so groß wie Luxemburg wird allein in der Amazonasregion noch immer jährlich abgeholzt.

Das neue Forstgesetz von 2012 legt die Regeln für den Schutz und die Wiederherstellung von Naturwald auf ländlichen Grundstücken fest. Jeder Landbesitzer oder -nutzer muss sich im Umweltkataster Cadastro Ambiental Rural (CAR) registrieren und elektronisch über die Art der Landnutzung auf dem Grundstück Auskunft geben. Das Kataster soll es den brasilianischen Behörden erleichtern, die Einhaltung der Gesetze zum Waldschutz umzusetzen. Darüber hinaus definieren die Bundesstaaten eigene und biospezifische Programme der Wiederherstellung von Naturwald.

Die Eintragung von ländlichen Grundstücken in das Kataster hat erhebliche Fortschritte gemacht. Bis Juli 2016 wurden laut Datenerhebung der Onlineplattform SICAR mehr als 3,7 Millionen Einträge verzeichnet. Über 383 Millionen Hektar Land sind im System erfasst, mehr als die zehnfache Fläche Deutschlands. Trotz dieser Fortschritte gibt es noch immer erhebliche Hürden, die von den Eigentümern angegebenen Informationen zu überprüfen und die nächsten Schritte der Umweltregulierung einzuleiten.

Ziel

Die brasilianische Regierung kontrolliert die Entwaldung im Amazonasgebiet effektiver und stellt degradierte Flächen wieder her. Der Wald mit seinen wichtigen Funktionen für den Erhalt der Biodiversität und das Weltklima wird wirksam geschützt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt die brasilianische Forstbehörde und das Sekretariat für ländliche Entwicklung in ihren Steuerungskompetenzen. Föderale, bundesstaatliche und lokale Kompetenzen für Umweltregulierung werden gestärkt.
Das Projekt entwickelt gemeinsam mit den Partnern aus dem Umweltministerium, aus den Umweltorganisationen der Bundesstaaten, lokalen Nichtregierungsorgansationen und Forschungsinstitutionen Kampagnen, um das Umweltkataster bekanntzumachen.
In der Pilotregion, dem Dreiländereck Acre, Amazonas und Rondônia, sollen die Instrumente zur Umweltregulierung besser genutzt werden. Dazu werden Fortbildungsmodule für die verschiedenen Umsetzungsschritte entwickelt:

  • Registrierung im Umweltkataster auf der Onlineplattform SICAR
  • Analyse und Validierung der eingetragenen Informationen
  • Beitritt zu den Umweltprogrammen zur Wiederherstellung von degradierten Flächen; Entwicklung individueller Wiederherstellungsprojekte
  • Teilnahme am geplanten Markt für Waldzertifikate

Neben Fortbildungs- und Kommunikationskampagnen unterstützt das Projekt auch Veranstaltungen, auf denen sich die Akteure austauschen. Es trägt außerdem maßgeblich zur Entwicklung anwenderfreundlicher gestalteter IT-Module auf der Online-Plattform SICAR bei.

Wirkungen

Umweltregulierung für traditionelle Bevölkerungsgruppen. Um traditionelle Bevölkerungsgruppen, die ihr Land oft gemeinschaftlich nutzen, im Umweltkataster zu berücksichtigen, wurde für das SICAR ein Modul entwickelt, das auch die Registrierung von Gemeinschaftsflächen zulässt. Eine Fortbildungsstrategie für Vertreter traditioneller Bevölkerungsgruppen wird gegenwärtig entwickelt.
Zugang zu entlegenen Gebieten. Im Mutirão Integrado, eine Art mobiles Rathaus, werden Bürgerdienste vor Ort angeboten. Gleichzeitig können Bürger Unterstützung für die Registrierung im CAR bekommen und Anfragen zur Eigentumsklärung abgeben. Das innovative Verfahren mindert den Aufwand aller Beteiligten, erhöht die Genauigkeit der georeferenzierten Daten und verstärkt die staatliche Präsenz in abgelegenen Gebieten Amazoniens.

Brasilien. Sitzung zum Umweltkataster (© GIZ / Elisa Siqueira)