Deutsch-chinesische Zusammenarbeit für klimafreundlichen Verkehr

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-chinesische Zusammenarbeit für klimafreundlichen Verkehr
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: China
Politischer Träger: Verkehrsministerium der Volksrepublik China; Nationale Entwicklungs- und Reformkommission der Volksrepublik China
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

China. Oberleitungsbus und Fahrradfahrer in Peking. Der ÖPNV und nichtmotorisierter Verkehr spielen im klimafreundlichen Stadtverkehr eine zentrale Rolle. (Foto: Daniel Bongardt) © GIZ

Ausgangssituation
Im Jahr 2011 emittierte Chinas Verkehrssektor rund 628 Millionen Tonnen CO2 und damit 7,8 Prozent der gesamten energiebedingten Emissionen (Deutschland, 2011: 149 Millionen Tonnen CO2). Bereits 2013 waren in China mehr als 100 Millionen Pkw zugelassen, täglich kommen mehr als 35.000 Neuzulassungen hinzu. Das Frachtvolumen im Güterverkehr steigt rasant: von 13,6 Milliarden Tonnen im Jahr 2000 auf 45 Milliarden Tonnen im Jahr 2013. Der Zuwachs an Verkehr und Fahrzeugbesitz führt besonders in den Städten zu hohen Belastungen durch Luftverschmutzung, Flächenverbrauch, Staus und Lärm. Ohne zusätzliche Maßnahmen werden die negativen Folgen des Verkehrs weiter zunehmen.

International hat China sich verpflichtet, die Kohlenstoffintensität bis 2020 um 40 bis 45 Prozent gegenüber 2005 zu verringern. Im 12. Fünfjahresplan hat China das Zwischenziel festgeschrieben, die Kohlenstoffintensität zwischen 2010 und 2015 um 17 Prozent zu senken. Für den 13. Fünfjahresplan werden erstmals auch absolute Emissionsziele diskutiert. Maßnahmen sind vor allem im Stadtverkehr und Güterverkehr notwendig.

Um den negativen Folgen der steigenden Mobilitätsnachfrage in Städten entgegenzuwirken, wurden der öffentliche Personenverkehr massiv ausgebaut und restriktive Regulierungen (zum Beispiel Fahrverbote und Zulassungsbeschränkungen) eingeführt. Erste marktorientierte Instrumente wie Park- und Staugebühren werden genutzt. Den Städten fehlen jedoch immer häufiger die finanziellen Mittel für Ausbau und Instandhaltung nachhaltiger Stadtverkehrssysteme.

Im Güterverkehrsbereich können Emissionen vor allem durch Speditionskooperationen zur Erhöhung der Auslastung und durch Routenoptimierung reduziert werden. Auch die Erneuerung und Verbesserung der Fahrzeugtechnik sowie Verbesserungen des Flottenmanagements und des Fahrverhaltens können zu mehr Effizienz beitragen.

Ziel
Entscheidungsträger in relevanten Regierungsstellen verfügen über Strategien, den Verkehrssektor in China klimagerecht weiterzuentwickeln und Einsparpotenziale für den CO2-Ausstoß zu erschließen.

Vorgehensweise
Das Projekt unterstützt den deutsch-chinesischen Politikdialog zu Klimaschutzstrategien im Verkehrssektor mit Fokus sowohl auf den Stadt- als auch den Güterverkehr. Verstärkt wird der Politikdialog durch die Etablierung eines internationalen Expertenbeirats, der den Erfahrungsaustausch und eine intensive Politikberatung bis hinauf zur Abteilungsleiter- und Vizeministerebene ermöglicht.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Erschließung von Einsparpotenzialen. Die Partner werden bei der Entwicklung eines Instrumentariums zur Emissionsmessung beraten, um Szenarien zu modellieren – zu einer klimafreundlichen Verkehrsentwicklung auf nationaler Ebene sowie zu Emissionen im Stadt- und Güterverkehr. Berechnungen werden erstellt, die einerseits Impulse für die Strategieentwicklung geben und andererseits Umsetzungserfolge von Maßnahmen und Strategien quantifizieren.

Die pilothafte Umsetzung von Politiken und Maßnahmen im Bereich der Verkehrseffizienz und zu Standards für den Einsatz von Technologien informiert städtische und privatwirtschaftliche Akteure über Minderungsoptionen und demonstriert deren Machbarkeit. Damit tragen die Maßnahmen direkt dazu bei, dass robuste Klimaschutzstrategien entwickelt und umgesetzt werden können.