Zusammenarbeit mit der Intergovernmental Authority on Development (IGAD) zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren am Horn von Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ausbau der Kompetenzen der IGAD zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren am Horn von Afrika (SCIDA-II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: IGAD-Mitgliedstaaten: Äthiopien, Dschibuti, Eritrea (Mitgliedschaft zurzeit ausgesetzt), Kenia, Somalia, Sudan, Südsudan, Uganda; Projektbüro in Dschibuti
Politischer Träger: Inter-Governmental Authority on Development (IGAD)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Ausgangssituation

2011 verursachte eine lang anhaltende Dürre eine schwere Hungersnot. Mehr als 10 Millionen Menschen in den peripheren ariden und semiariden Regionen am Großen Horn von Afrika waren davon betroffen. Erneut wurden daraufhin Forderungen nach einem Paradigmenwechsel laut, sodass der Schwerpunkt verschoben wurde: von reiner Nothilfe auf langfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren in den begünstigten Gemeinden.

Die Mitgliedstaaten der Zwischenstaatlichen Behörde für Entwicklung (Intergovernmental Authority on Development, IGAD) führen, mit Unterstützung von Entwicklungspartnern, Sonderorganisationen der Vereinten Nationen sowie der Zivilgesellschaft, gemeinsam entsprechende Maßnahmen durch. Dürrekatastrophen sind jedoch nicht die einzige Herausforderung am Horn von Afrika. Unzureichend funktionierende Staatlichkeit sowie interne und grenzüberschreitende Konflikte zwingen die Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen und die natürlichen Ressourcen der Region – Existenzgrundlage der von Ackerbau und Viehzucht lebenden Bevölkerung – über Gebühr zu strapazieren. Etwa 8,7 Millionen Menschen sind zurzeit auf der Flucht, vor Krieg, wegen drastisch verschlechterter Lebensgrundlagen oder fehlender Zukunftsperspektiven.

Auf ihrem Gipfeltreffen in Nairobi im September 2011 reagierten die Staatschefs der IGAD-Mitgliedstaaten auf die Dürrekatastrophe und übertrugen der IGAD die Leitung der Initiative „Ending Drought Emergencies in the Horn of Africa“. Angesichts der zunehmenden Konflikte und anderer drängender Probleme wendet sich die IGAD jetzt den Ursachen der Konflikte und Migrationsbewegungen zu. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit von Gemeinden und Flüchtlingen in den ariden und semiariden Regionen zu stärken.

Die von der IGAD zur Umsetzung ihrer Dürreresilienz- und Nachhaltigkeitsinitiative (Drought Disaster Resilience and Sustainability Initiative, IDDRSI) eingesetzte Regionalplattform hat dabei eine wichtige Koordinationsfunktion. Die IDDRSI ist eine auf 15 Jahre angelegte Strategie (2012-2027) zur Vorsorge gegen Dürrekatastrophen. Sie unterstützt inzwischen nicht nur regionale resilienzverbessernde Maßnahmen, sondern fördert auch die Stärkung der Lebensgrundlagen sowie proaktive Ansätze zur Konfliktprävention und verbesserten Steuerung der Migration.

Ziel

Kompetenzen und Leistungen der IGAD sind gestärkt, um die Dürreresilienz-und-Nachhaltigkeitsinitiative (IDDRSI) zu koordinieren und umzusetzen. Die Ziele der IDDRSI sind enger mit der Bekämpfung von Konflikt- und Migrationsursachen verknüpft.

Vorgehensweise

Um die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren zu stärken, bedarf es eines langfristigen, regionalen Vorgehens, mit dem nationale und regionale Initiativen genutzt und koordiniert werden. Neben der Förderung der Entwicklung in den ariden und semiariden Regionen sowie der Katastrophenvorsorge müssen diese Initiativen auch eine Komponente für Migration, Frieden und Sicherheit umfassen. Die GIZ unterstützt diesen Ansatz und stärkt die Leistungsfähigkeit der IGAD und ihrer Mitgliedstaaten, angemessene, proaktive Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürrekatastrophen zu entwickeln.

Das Vorhaben baut auf Maßnahmen und Ergebnissen auf, mit denen die GIZ die IDDRSI von Mai 2012 bis Dezember 2015 unterstützt hat. Das Projektgebiet umfasst alle IGAD-Mitgliedstaaten.

Mit den fünf Komponenten verfolgt das Vorhaben folgende Aufgabenstellungen:

  1. Verbesserung der internen Leistungsfähigkeit des IGAD-Sekretariats und seiner Institutionen, um die Dürreresilienz- und Nachhaltigkeitsinitiative (IDDRSI) zu unterstützen
  2. Unterstützung der IGAD, damit sie die IDDRSI selbst sowie grenzüberschreitende IDDRSI-Aktivitäten ihrer Mitgliedstaaten fördern kann
  3. Stärkung der Kompetenzen der IGAD für das Management natürlichen Ressourcen in ausgewählten IDDRSI-Clustern
  4. Stärkung von Frieden und Sicherheit als fester Bestandteil der grenzüberschreitenden IDRSSI-Maßnahmen
  5. Unterstützung der IGAD beim Aufbau grundlegender Kompetenzen für die Bearbeitung des Dürreresilienz-Migrations-Nexus

Mit Unterstützung der GIZ wurde 2012 im Rahmen der Dürreresilienz- und Nachhaltigkeitsinitiative (IDDRSI) eine dreiteilige Koordinationsplattform eingeführt. Dazu gehören die Generalversammlung, ein Lenkungsausschuss mit mehr als 35 Mitgliedern und eine sogenannte Platform Coordination Unit (PCU), die die IDDRSI sowie grenzüberschreitende Maßnahmen koordiniert. Die PCU richtet dafür grenzüberschreitende Umsetzungsstellen in ausgewählten ariden und semiariden Regionen ein. Ein in Dschibuti stationiertes Expertenteam der GIZ arbeitet mit der Koordinierungsstelle der IDDRSI zusammen. Das Team sorgt für den Informationsaustausch, befasst sich mit Instrumenten und Leistungen rund um die Themen Monitoring und Migration sowie mit dem Aufbau der notwendigen institutionellen Kompetenzen zum Management der Plattform. Weitere Fachkräfte operieren von Addis Abeba und Nairobi aus. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Bearbeitung von Konflikten sowie grenzüberschreitenden Maßnahmen, die eng mit anderen bilateralen Projekten, die die GIZ im Grenzgebiet durchführt, abgestimmt werden.

Wirkung

Zwischen Oktober 2013 und Januar 2017 berief der Lenkungsausschuss der IDDRSI sieben Sitzungen ein. Zudem gab es drei Generalversammlungen und 2014 einen weiteren Gipfel, um politische Unterstützung zu gewinnen und Fortschritte bei der Dürreresilienz zu ermitteln. Die Sitzungen des Lenkungsausschusses dienen als Forum für den Erfahrungsaustausch und haben zur Entwicklung von Empfehlungen und Leitprinzipien zum Thema Resilienz geführt, zunehmend mit dem Fokus auf regionale Aspekte wie Migration.

Durch Vermittlung der GIZ ist es gelungen, ein Büro einzurichten, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Karamoja-Cluster fördert. Durch Beratungen in Uganda und Äthiopien wurde auf nationaler Ebene die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen, von der GIZ geförderten Initiativen unterstützt.

In Fortbildungen für die IGAD und ihre Mitgliedstaaten wurden Techniken zum Wissensaustausch sowie Kenntnisse und Fähigkeiten für Monitoring und Raumplanung vermittelt. Die Fortbildungen verbessern die Qualität des Austauschs und die Koordination zwischen maßgeblichen Interessenvertretern und tragen zur harmonisierten, integrierten Umsetzung der Dürreresilienz- und Nachhaltigkeitsinitiative der IGAD bei.

2016 wurden während der Projektmaßnahmen neue Themen bearbeitet, die in der IDDRSI-Strategie breit verankert werden sollen, unter anderem der Aufbau einer interinstitutionellen Arbeitsgruppe sowie ein webbasiertes Monitoringinstrument zur Beobachtung der Migration. In der Karamoja-Region wurde zudem mit der Erfassung von grenzüberschreitenden Korridoren der Wanderweidewirtschaft zwischen den vier IGAD-Mitgliedstaaten Äthiopien, Kenia, Südsudan und Uganda begonnen.

Das Vorhaben hat den Frühwarnmechanismus der IGAD (Conflict and Early Warning Response Mechanism, CEWARN) zu Frieden und Sicherheit beraten. Aus den Beratungen sind verschiedene Mehrländerinitiativen zum Aufbau von Kompetenzen und Ressourcen entstanden, um sich für Frieden und Sicherheit in den konfliktträchtigen ariden und semiariden Regionen einzusetzen.