Zusammenarbeit mit der Intergovernmental Authority on Development (IGAD) zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren am Horn von Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Kapazitäten von IGAD zur Erhöhung der Dürreresilienz am Horn von Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), EU-Nothilfe-Treuhandfonds für Afrika (EUTF)
Länder: IGAD-Mitgliedstaaten: Dschibuti, Eritrea (Mitgliedschaft zurzeit ausgesetzt), Äthiopien, Kenia, Sudan, Somalia, Südsudan, Uganda; Projektbüro in Dschibuti
Politischer Träger: Intergovernmental Authority on Development (IGAD)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

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Ausgangssituation

2011 verursachte eine lang anhaltende Dürre eine schwere Hungersnot. Mehr als 13 Millionen Menschen in den peripheren ariden und semiariden Regionen am Großen Horn von Afrika waren davon betroffen. Erneut wurden daraufhin Forderungen nach einem Paradigmenwechsel laut, so dass der Schwerpunkt verschoben wurde: weg von einer reinen Nothilfe hin zu langfristigen Maßnahmen zur Verbesserung der Dürreresilienz in den begünstigten Gemeinden.

Die Mitgliedstaaten der Zwischenstaatlichen Behörde für Entwicklung (Intergovernmental Authority on Development – IGAD) reagierten auf die Dürrekatastrophe und übertrugen der IGAD die Leitung der Initiative „Ending Drought Emergencies in the Horn of Africa“ („Dürrekrisen am Horn von Afrika beenden“). Die auf 15 Jahre ausgelegte Dürreresilienz- und Nachhaltigkeitsinitiative (Drought Disaster Resilience and Sustainability Initiative – IDDRSI) dient dazu, die regionalen Maßnahmen zu koordinieren, mit der die Dürreresilienz, die Lebensgrundlagen, eine proaktive Konfliktprävention sowie die Migrationssteuerung verbessert werden. Das übergeordnete Ziel der Initiative ist die Steigerung der Resilienz von Gemeinden und Flüchtlingen in ariden und semiariden Regionen.

Ziel

Die IGAD ist bei der Koordination und Umsetzung der Dürreresilienz- und Nachhaltigkeitsinitiative (IDDRSI) gestärkt. Die Ziele der IDDRSI sind mit der Bekämpfung der Ursachen von Konflikten und Vertreibung verknüpft.

Vorgehensweise

Neben der Entwicklung und der Katastrophenvorsorge in ariden und semiariden Regionen fördert die IDDRSI nationale und regionale Initiativen für Migration, Frieden und Sicherheit. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt diesen Ansatz und versetzt die IGAD und ihre Mitgliedstaaten in die Lage, Strategien und Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürrekatastrophen zu entwickeln.

2016 erhielt das Projekt Kofinanzierungsmittel in Höhe von 2,1 Millionen € aus dem EU-Nothilfe-Treuhandfonds für Afrika (EUTF). Diese Mittel sind für die Unterstützung der Erarbeitung von Projekten, Investitionsvorschlägen und grenzüberschreitenden Initiativen in peripheren Grenzregionen vorgesehen.

Das Vorhaben gliedert sich in fünf zentrale Handlungsfelder, die in enger Zusammenarbeit mit dem IGAD-Sekretariat, den IGAD-Fachbüros, den Mitgliedstaaten und den lokalen Behörden in der gesamten IGAD-Region bearbeitet werden:

  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit der IGAD in ihrer Funktion als regionale Wirtschaftsgemeinschaft
  • Stärkung der Kompetenzen der IGAD, damit sie die IDDRSI selbst sowie die grenzüberschreitenden IDDRSI-Tätigkeiten ihrer Mitgliedstaaten besser fördern kann
  • Stärkung der IGAD sowie der lokalen Behörden und Gemeinden beim Management natürlicher Ressourcen in ausgewählten IDDRSI-Clustern
  • Stärkung von Frieden und Sicherheit als fester Bestandteil der grenzüberschreitenden IDDRSI-Maßnahmen
  • Unterstützung der IGAD beim Umgang mit dem Nexus Dürreresilienz-Migration
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Wirkungen

Durch die Beiträge von BMZ und EUTF war es möglich, die Fähigkeit der IGAD zur Förderung regionaler Zusammenarbeit im Bereich Dürreresilienz am Horn von Afrika zu verbessern.

  • Die wichtigste Koordinations- und Steuerrungsstruktur zur Umsetzung der regionalen Dürreresilienz-Strategie ist die IDDRSI-Plattform. Dank der Unterstützung durch die GIZ wurden acht Sitzungen des Lenkungsausschusses und vier Generalversammlungen abgehalten, um den politischen Willen zur Entwicklung der Dürreresilienz zu stärken. In den acht Lenkungsausschusssitzungen erkannten die IGAD und ihre Mitgliedstaaten an, dass Migration und grenzüberschreitende Initiativen Kernthemen für die Stärkung der regionalen Resilienz sind.
  • Das Projekt vermittelt der IGAD und ihren Mitgliedstaaten neue Methoden für den Wissensaustausch, ein wirkungsbasiertes Monitoring und die Raumplanung. Außerdem hat die GIZ die Entwicklung und Einführung von harmonisierten Managementinstrumenten für die Steuerung, das Monitoring und das Management der interdisziplinären IDDRSI-Strategie unterstützt. Sieben regionale und nationale Akteure nutzen diese Instrumente jetzt selbstständig.
  • Der Cluster-Ansatz fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in ausgewählten ariden und semiariden Grenzregionen. Durch eine Vermittlungsinitiative ist es gelungen, das erste IGAD-Büro für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Karamoja-Cluster (Region an der Grenze zwischen Uganda und Kenia) einzurichten; außerdem wurde die Kartierung von Korridoren für die Weidewirtschaft zwischen den vier IGAD-Mitgliedstaaten abgeschlossen.
  • Im Rahmen von drei GIZ-Fazilitäten der technischen Zusammenarbeit werden in verschiedenen lokalen Behörden Capacity-Building-Maßnahmen durchgeführt, um die Umsetzung der IDDRSI-Strategie vor Ort zu unterstützen.
  • Die fachlichen Institutionen der IGAD haben von der besseren Verfügbarkeit und Nutzung von Methoden und Konzepten für Konfliktprävention und -mediation profitiert. Die GIZ hat Beratungsleistungen für den interethischen Dialog mit Hirtengemeinschaften aus Kenia, Uganda und dem Südsudan erbracht und eine Kapazitätsanalyse der lokalen Friedensstrukturen zur Erreichung einer langfristigen und multisektoralen Risikominderung unterstützt.
  • Die GIZ hat eine interinstitutionelle Arbeitsgruppe und ein webbasiertes Tool zur Beobachtung der Migration eingerichtet. Die Arbeitsgruppe setzt sich dafür ein, dass Migration im Rahmen der IDDRSI-Strategie als Querschnittsthema behandelt wird.