Verbesserung der Mütter- und Neugeborenenversorgung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Mütter- und Neugeborenenversorgung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha
Politischer Träger: Ministry of Health
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Kambodscha. Zwei Mütter verlassen mit ihren Neugeborenen das Provincial Referral Hospital in Kampot, das Nachsorgebehandlungen nach der Entbindung anbietet. © GIZ

Ausgangssituation

Kambodscha hat große Erfolge bei den Millenniumsentwicklungszielen für Mutter- und Kind-Gesundheit erzielt. Die Müttersterblichkeit ist zwischen 2005 und 2014 von 472 auf 170 pro 100.000 Lebendgeburten gesunken.
Die Neugeborenensterblichkeit sank im gleichen Zeitraum von 28 auf 18 pro 1.000 Lebendgeburten. Trotz dieser Erfolge sind Mütter- und Neugeborenensterblichkeit im internationalen und regionalen Vergleich immer noch sehr hoch.

Ziel

Familien mit kleinen Kindern haben zunehmenden Nutzen von qualitativ verbesserten Gesundheitsdiensten für Mütter und Kinder.

Vorgehensweise

Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen Qualitätsverbesserung der Notfallversorgung für Mutter und Kind rund um die Geburt, Verbesserung der Qualifikation des Gesundheitspersonals zur Versorgung von geburtshilflichen Notfällen, die Einführung und Verbesserung neu entwickelter Methoden und Kompetenzen zur behindertengerechten Organisation von Gesundheitsdiensten sowie die Entwicklung von Instrumenten zur Diagnose von Behinderungen bei kleinen Kindern.

In vier Provinzen Kambodschas stärkt das Vorhaben die Diagnose-, Therapie- und Beratungsfähigkeiten des für geburtshilfliche Notfälle zuständigen Gesundheitspersonals. Die Kompetenzen von Hebammen im Umgang mit komplizierten Geburten werden durch spezielle Fortbildungen verbessert. An Provinzkrankenhäusern werden dazu Trainingsräume errichtet und ausgestattet.

Diese Aktivitäten werden hauptsächlich vom Consultingunternehmen GFA in Zusammenarbeit mit der lokalen Nichtregierungsorganisation RACHA und der Liverpool School of Tropical Medicine (LSTM) umgesetzt. Weitere Bereiche der Zusammenarbeit mit GFA und RACHA sind die Verbesserung der Qualität der angebotenen Gesundheitsdienstleistungen sowie eine positive Beeinflussung von Einstellungen in der Bevölkerung zu Familienplanung und Mütter- und Neugeborengesundheit durch Aufklärungsmaßnahmen.

Zur behindertengerechten Gestaltung von Gesundheitsdiensten werden Methoden und Kompetenzen eingeführt und verbessert. Der Informationsstand und die Fähigkeit zur Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen bezüglich sexueller und reproduktiver Gesundheit werden auf diese Weise verbessert.

Instrumente zur Früherkennung von Behinderungen bei Kindern, dazugehörige Trainingsmaterialien und eine Dienstleisterdatenbank werden weiterentwickelt, um sie dem Gesundheitsministerium zusammen als validiertes Paket übergeben zu können, das offiziell eingeführt werden kann.

Kambodscha. Hebammen verteilen Neugeborenenausstattungen, zur Verfügung gestellt von Muskoka, mit Babykleidung und Seife an Mütter im Steung Keo Gesundheitszentrum in Kampot. © GIZ

Wirkungen


Das Vorhaben unterstützt Fortbildungen für das Gesundheitspersonal.
Die Kompetenz der Hebammen im Umgang mit geburtshilflichen Notfällen und damit einhergehend die Prozessqualität der geburtshilflichen Gesundheitsdienstleistungen konnten verbessert werden. Dies und parallel eine steigende Akzeptanz der Bevölkerung zeigt sich zum Beispiel in der zunehmenden Nachfrage nach Müttergesundheitsdiensten in den geförderten Einrichtungen. Die Zahl der unterstützten Geburten stieg zwischen 2012 und 2015 von pro Monat durchschnittlich 854 auf 1.343. Dies entspricht einer Erhöhung von 57 Prozent.

Die Zahl betreuter komplizierter Geburten ist absolut und relativ gewachsen: zwischen 2013 und 2015 von 2.032 (17 Prozent aller Geburten im Jahr) auf 3.129 (19,4 Prozent aller Geburten im Jahr).

Kambodscha. Glückliches Elternpaar mit ihrem gesunden Neugeborenen in einem Gesundheitszentrum in Kampot. (Foto Ursula Meissner) © GIZ

Das Vorhaben hatte in der vorangegangenen Phase in den vier Provinzen Ausrüstung und Verbrauchsgüter für geburtshilfliche Notfallzentren beschafft. Auf diese Weise wurden nationale Standards zur Notfallversorgung von Müttern und Neugeborenen umgesetzt.