Biodiversität erhalten, Management der Sundarbans-Mangrovenwälder verbessern

 

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management der Sundarbans-Mangrovenwälder zur Erhaltung der Biodiversität und zur Verbesserung der Anpassung an den Klimawandel (SMP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bangladesch
Politischer Träger: Bangladeschisches Ministerium für Umwelt und Wälder
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Die Sundarbans sind der weltgrößte Mangrovenwald und UNESCO Naturerbe. © GIZ (Foto: Fahad Kaizer)

Ausgangssituation

Die Sundarbans sind die größten Mangrovenwälder der Welt und erstrecken sich über 10.000 Quadratkilometer in Indien und Bangladesch. Sie sind UNESCO-Weltnaturerbe und Ramsar-Feuchtgebiet. Der rund 6.000 Quadratkilometer große Sundarbans-Mangrovenwald in Bangladesch ist noch relativ unbeeinträchtigt.

In den Sundarbans gibt es keine dauerhaften Siedlungen, dennoch belasten menschliche Einflüsse den Wald, indem die am Rand lebenden Gemeinden die Ressourcen nicht nachhaltig nutzen. Indirekt ist das Gebiet durch Landnutzungsänderungen außerhalb des Sundarbans-Mangrovenwaldes sowie durch negative Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Die Küstenbewohner Bangladeschs sind von den Sundarbans abhängig, da sie ihre Lebensgrundlage durch Fischfang und andere Ressourcennutzung bestreiten. Da der Mangrovenwald außerdem eine wichtige Pufferfunktion zwischen Land und Meer einnimmt, ist sein Schutz eine Frage des Überlebens für die Küstenbewohner.

Das Dezernat für Waldwirtschaft ist offiziell für die Sundarbans zuständig. Zusammen mit weiteren wichtigen, in unterschiedlichem Maß beteiligten Akteuren ist es Teil einer vielschichtigen Akteurslandschaft. Nur durch die Zusammenarbeit aller, einschließlich der Anrainer, lässt sich die Biodiversität der Sundarbans langfristig schützen.

Ziel

Regierungsstellen auf nationaler und lokaler Ebene sowie Ko-Management-Strukturen haben das Management der Sundarbans-Mangrovenwälder verbessert.

SMP trägt zur Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Frauenrechte bei, hier während der partizipativen Governance-Studie. ©  GIZ BD/ Carina van Weelden

Vorgehensweise

Das Projekt „Management der Sundarbans-Mangrovenwälder zur Erhaltung der Biodiversität und zur Verbesserung der Anpassung an den Klimawandel“ (SMP) verfolgt einen mehrschichtigen Ansatz in drei Handlungsfeldern. Dabei unterstützt GOPA Consultants schwerpunktmäßig Aktivitäten zum lokalen Schutzgebiets- und Ko-Management. Die Zusammenarbeit und Koordination zwischen verschiedenen Regierungsstellen, Gebern und Durchführungsorganisationen wird durch die Schaffung institutioneller Mechanismen und Kapazitätenaufbau des Dezernats für Waldwirtschaft gestärkt und institutionalisiert. Sundarbans-Ressourcennutzer werden befähigt, ihre Anliegen besser innerhalb der existierenden Ko-Management-Strukturen zur Sprache zu bringen und an Entscheidungsfindungsprozessen teilzuhaben. Organisationsentwicklung und Politikberatung verankern diese Prozesse langfristig. Um das Management der Sundarbans-Mangrovenwälder zu verbessern, entwickelt SMP Naturschutz-Instrumente und -Mechanismen weiter, unter anderem durch Kapazitätenaufbau der Waldschutzbeauftragten zu technischen Themen. Außerdem unterstützt das Vorhaben das Dezernat für Waldwirtschaft dabei, das Ko-Management in ihre bereits bestehenden Strukturen zu integrieren. Ein wichtiger Fokus liegt auf dem Thema Gender: SMP stärkt darüber hinaus die Rechte von Frauen auf den Zugang zu natürlichen Ressourcen und auf die Vorteile, die sich daraus ergeben.

 

Waldschutzbeauftragte planen SMART-Patroullien im Sundarbans-Mangrovenwald © GIZ (Foto: Fahad Kaizer)

Wirkungen

SMP hat eine partizipative Governance-Studie für Ko-Management in den Sundarbans durchgeführt, bei der mehr als 150 (Nicht-)Regierungsvertreter beteiligt waren. Stärken und Herausforderungen im Bezug auf gute Regierungsführung wurden identifiziert und sind in die Gestaltung von Projektmaßnahmen eingeflossen. Darüber hinaus hat das Vorhaben eine umfassende Haushaltsbefragung von 16.823 Haushalten am Rande der Sundarbans gemacht. Die Ergebnisse werden genutzt, um Maßnahmen für Organisationsentwicklung und Kapazitätenaufbau zu gestalten. Diese sollen die Teilhabe von Ressourcennutzern und Frauen an Ko-Management stärken.

Das Projekt unterstützt – gemeinsam mit der Wildlife Conservation Society (WCS) – das Dezernat für Waldwirtschaft bei der Planung und effektiven Umsetzung von Wildereibekämpfung und Biomonitoring. Im Zentrum steht dabei das Spatial Monitoring and Reporting Tool (SMART), eine Kombination aus Software, Schulungen und Patrouillenstandards, um die Effektivität von Waldpatrouillen zu messen, zu evaluieren und zu verbessern. Um einen einheitlichen und praktischen Rahmen für SMART in den Sundarbans zu schaffen, wurde eine Standardbetriebsanleitung sowie ein Handbuch entwickelt und vom Dezernat für Waldwirtschaft verabschiedet. Bisher hat das Projekt 41 Forstangestellte als Trainer geschult, die 174 Waldschutzbeauftragte ausgebildet haben. SMART-Waldpatrouillen gab es erstmals im gesamten Sundarbans-Mangrovenwald. Die dabei gesammelten Daten unterstützen das Dezernat für Waldwirtschaft dabei, bessere Managemententscheidungen zu treffen.