Biodiversität schützen und nachhaltig nutzbar machen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen: Biodiversität
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt, Forst und Klimawandel
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019 

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Ausgangssituation

In Äthiopien gibt es eine reiche Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten und das Land zählt zu den weltweit wichtigsten Zentren für die Weiterentwicklung von Kulturpflanzen wie Kaffee. Doch die biologische Vielfalt hat dramatisch abgenommen. Die Bevölkerung wächst schnell. Naturschutzgebiete werden als Weideland genutzt und natürliche Ressourcen rücksichtslos abgebaut. Der Anstieg des Brennholzbedarfs (120 Mio. Kubikmeter im Jahr 2017) hat zu einem deutlichen Rückgang der Waldfläche geführt.

Um die verbleibende Biodiversität zu schützen, hat die äthiopische Regierung 14 Prozent der Landesfläche als Schutzgebiete ausgewiesen. Außerdem organisiert sie jedes Jahr groß angelegte Aufforstungskampagnen, um die Bevölkerung mit Brennholz zu versorgen. Allerdings überlebt nur die Hälfte der gepflanzten Setzlinge. Die Verantwortung für das Management der Schutzgebiete ist vielschichtig und auf verschiedene zentrale und regionale Behörden verteilt. Gesetze und Regularien werden unterschiedlich interpretiert und deshalb nicht bestimmungsgemäß umgesetzt.

Ziel

Die zuständigen Bundesbehörden und Regionalregierungen setzen erfolgreich Strategien und Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Schutzgebieten und Wäldern um und verbessern damit die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt die Institutionen, die für den Schutz der biologischen Vielfalt und der Wälder Äthiopiens zuständig sind, durch Kapazitätsaufbau und technische Beratung. Dazu ist das Projekt in fünf Nationalparks, zwei geschützten Wäldern und zwei Biosphärenreservaten in vier Regionen aktiv. Vor Ort unterstützt das Projekt die lokale Bevölkerung durch die Förderung von Wertschöpfungsketten sowie durch die Wiederherstellung der Waldlandschaft. Die Wertschöpfungsketten tragen zur Schaffung von Einkommen bei, etwa durch die Produktion von Honig, Zwergbananen, Kurkuma und schwarzem Pfeffer. Langfristig kann die Bevölkerung so von den ökologischen und wirtschaftlichen Dienstleistungen des Waldes profitieren. Dazu zählen die Speicherung von Wasser, der Schutz vor Erosion, die Verbesserung der Bodenqualität sowie die Produktion von Holz- und Nichtholzprodukten. Auf lange Sicht besteht so die Chance, die Abhängigkeit des Landes von Holzeinfuhren zu verringern.

Darüber hinaus fördert das Vorhaben den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den nationalen und internationalen Akteuren, die sich mit dem Schutz der Biodiversität und der Wälder befassen. Dazu werden die Netzwerkarbeit gefördert und der Aufbau einer interaktiven Informations- und Wissensplattform unterstützt.

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Wirkungen

Auf nationaler Ebene hat das Projekt erfolgreich ein Verfahren für die Organisationsentwicklung innerhalb der äthiopischen Naturschutzbehörde eingeleitet und eine Analyse des Schutzgebietssystems abgeschlossen. Damit wurde eine wichtige Grundlage für eine Harmonisierung der strukturellen Regelungen zwischen den am Naturschutz beteiligten Institutionen geschaffen. Auf regionaler Ebene wurden zwei Organisationseinheiten für das Management von Biosphärenreservaten eingerichtet und die Kapazitäten der Forstunternehmen gestärkt. In dem Forstunternehmen Amhara haben die Mitarbeiter ihre Kompetenz für die Erstellung von Forstinventaren verbessert und setzen diese nun ein. Auf lokaler Ebene wurden in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten vier Bewirtschaftungspläne für Schutzgebiete und Wälder ausgearbeitet und drei partizipatorische Landnutzungspläne für Gemeinden in unmittelbarer Nähe von Schutzgebieten erstellt. Rund 1.600 Haushalte profitierten von zusätzlichen Einnahmen aus der Produktion von Honig, schwarzen Pfeffersämlingen, Zwergbananen und Kurkuma.

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