Biodiversität schützen und nachhaltig nutzbar machen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen: Biodiversität
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt, Forst und Klimawandel
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019 

Ausgangssituation

Äthiopien verfügt über eine enorme Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten und zählt zu den weltweit wichtigsten Zentren für die Weiterentwicklung von Kulturpflanzen wie beispielsweise Kaffee. Doch die biologische Vielfalt im Land hat dramatisch abgenommen. Die Bevölkerung wächst schnell. Naturschutzgebiete werden als Weideland genutzt und natürliche Ressourcen rücksichtslos abgebaut. Um die Artenvielfalt zu bewahren, hat die Äthiopische Regierung 14 Prozent der Landesfläche als Schutzgebiete ausgewiesen. Die Verantwortung für das Management dieser Nationalparks und Biosphärenreservate ist ineffizient auf verschiedene zentrale und regionale Behörden verteilt. Die Einhaltung der Regularien und Umweltschutzgesetze ist nicht gewährleistet.

Ziel

Zuständige Bundesbehörden und Regionalregierungen haben die Verantwortung für Schutzgebiete effizient aufgeteilt und können Strategien und Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt anwenden.

Vorgehensweise

Das Vorhaben analysiert auf Bundesebene, wie sich die Behörden am besten aufstellen können, um Äthiopiens Nationalparks erfolgreich zu managen. In Trainings lernen die Verwaltungsmitarbeiter, wie sie im Dialog mit der Bevölkerung Nutzungsvereinbarungen aushandeln und alternative Einkommensquellen aufzeigen können. Dafür arbeitet das Vorhaben mit anderen von der GIZ durchgeführten Programmen zur Stärkung der Dürreresilienz und zu nachhaltiger Landbewirtschaftung zusammen. Die Nationalparks Nechisar und Awash/Aledegi sollen als Vorbild-Projekte zeigen, wie bestehende Regularien erfolgreich durchgesetzt werden können und dabei gleichzeitig die Lebensgrundlagen der Anwohner verbessern. Ein weiteres Beispiel für die verbesserung von Lebensgrundlagen ist die durch die GIZ unterstützte Aufforstung: Langfristig wird die holzverarbeitende Industrie unabhängig von Importen und die Anwohner profitieren von den ökologischen Dienstleistungen des Waldes – der Speicherung von Wasser, dem Schutz vor Erosion und Verbesserung der Bodenqualität.

Auf Landesebene richten zwei Regionalregierungen (Oromia Regional State und Southern Nations, Nationalities and Peoples Regional State) gemeinsam mit der GIZ Schutzgebietsverwaltungen für die Biosphärenreservate ein. Lokale und regionale Behörden erstellen einen Landnutzungsplan und entwickeln in Kooperation mit dem Ministerium für Forschung und Technologie ein System, das Anreize zum Schutz biologisch wertvoller Gebiete durch Nutzungsausgleich schafft. Gemeinsam mit dem UNESCO-Programm „Mensch und Biosphäre“ wird ein Süd-Süd-Erfahrungsaustausch mit anderen Biosphärenreservaten in der Region initiiert. Diese Komponente wird vom Beratungsunternehmen Unique in Freiburg in Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt.

Um nationale und internationale Akteure zu vernetzen und Anknüpfungspunkte rund um das Thema Biodiversität zu schaffen, wird die Einrichtung einer interaktiven Informations- und Wissensplattform unterstützt. Diese wird auf lange Sicht von den Behörden zur Abstimmung und für das Monitoring genutzt.