Biodiversität schützen und nachhaltig nutzbar machen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen in Äthiopien: Biodiversität
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Kommission für Umwelt, Forst und Klimawandel (Environment, Forest and Climate Change Commission – EFCCC)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021 

Kurkuma

Ausgangssituation

In Äthiopien gibt es eine reiche Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten und das Land zählt zu den weltweit wichtigsten Zentren für die Weiterentwicklung von Kulturpflanzen wie Kaffee. Doch die biologische Vielfalt hat dramatisch abgenommen. Die Bevölkerung wächst schnell. Der damit einhergehende Anstieg des Brennholzbedarfs hat zu einem deutlichen Rückgang der Waldflächen geführt. Gleichzeitig werden Naturschutzgebiete als Weideland genutzt und natürliche Ressourcen rücksichtslos abgebaut.

Um die verbleibende Biodiversität zu schützen, hat die äthiopische Regierung 14 Prozent der Landesfläche als Schutzgebiete ausgewiesen. Außerdem organisiert sie jedes Jahr groß angelegte Aufforstungskampagnen. So wurden zum Beispiel im Juli 2019 nach offiziellen Zahlen 350 Millionen Setzlinge in einem Tag gepflanzt. Allerdings überlebt oftmals weniger als die Hälfte der Setzlinge die ersten zwei Jahre nach der Pflanzung. Die Verantwortung für das Management der Wald- und Naturschutzgebiete ist vielschichtig und auf verschiedene zentrale und regionale Behörden verteilt. Gesetze und Regularien werden unterschiedlich interpretiert und deshalb nicht bestimmungsgemäß umgesetzt.

Ziel

Die zuständigen Bundesbehörden und Regionalregierungen setzen erfolgreich Strategien und Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Schutzgebieten und Wäldern um und verbessern damit die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung.

Zebras Nech Sar National Park

Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt die Institutionen, die für den Schutz der biologischen Vielfalt und der Wälder Äthiopiens zuständig sind, durch Kapazitätsaufbau und technische Beratung. Nach einer ersten Projektphase (von 2015 bis 2019) richtet die zweite Projektphase ihr Engagement auf drei Nationalparks und ein Biosphärenreservat in zwei Regionen Äthiopiens. Vor Ort unterstützt das Projekt die Parkverwaltungen im Aufbau von effizienteren Managementsystemen. Außerdem werden Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung geschaffen, beispielsweise im Bereich der Imkerei oder der Obst- und Gewürzproduktion. Langfristig kann die Bevölkerung so von den ökologischen und wirtschaftlichen Dienstleistungen intakter Waldgebiete profitieren. Dazu zählen die Speicherung von Wasser, der Schutz vor Erosion, die Verbesserung der Bodenqualität sowie die Produktion von Holz- und Nichtholzprodukten. Auf lange Sicht besteht so die Chance, die Abhängigkeit des Landes von Holzeinfuhren zu verringern.

Forest Biosphere Reserve

Wirkung

Im Laufe der ersten Projektphase hat das Vorhaben auf nationaler Ebene erfolgreich ein Verfahren für die Organisationsentwicklung innerhalb der äthiopischen Naturschutzbehörde eingeleitet und eine Analyse des Schutzgebietssystems abgeschlossen. Damit wurde eine wichtige Grundlage für eine Harmonisierung der strukturellen Regelungen zwischen den am Naturschutz beteiligten Institutionen geschaffen. Auf regionaler Ebene wurden zwei Organisationseinheiten für das Management von Biosphärenreservaten eingerichtet und die Kapazitäten der Forstunternehmen gestärkt. Im Forstunternehmen der Amhara-Region haben die Mitarbeiter ihre Kompetenz für die Erstellung von Forstinventaren verbessert und setzen diese nun ein. Auf lokaler Ebene wurde das ökologische Monitoringsystem in drei Parks digitalisiert. Zudem profitierten rund 2.000 Haushalte von den Pilotmaßnahmen und den neuen Ansätzen für die Produktion von Honig, Pfeffer-Setzlingen, Zwergbananen und Kurkuma. Aufbauend auf den Erfahrungen der ersten Projektphase setzt die zweite Phase erfolgreiche Ansätze fort und baut diese aus.

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