Bildung für eine nachhaltige Zukunft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Bildung für nachhaltige Entwicklung
Auftraggeber: Swiss Agency for Development and Cooperation
Finanzier: Regierung der Mongolei, Swiss Agency for Development and Cooperation
Land: Mongolei
Politischer Träger: Ministerium für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Sport; Ministerium für Umwelt und Tourismus
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

A. Amgalan, Projektverantwortlicher, präsentiert die Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung bei einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema ‚Wassermanagement‘. © A.Enkhjargal (ESD project)

Ausgangssituation

Die Mongolei ist aufgrund des Bergbau-Booms eines der am schnellsten wachsenden Länder der Welt. Neben dem finanziellen Segen der Rohstoffe sorgt deren Abbau jedoch auch für negative Umweltauswirkungen. Die mongolische Regierung hat in ihrer nachhaltigen Entwicklungsstrategie beschlossen, sich von der reinen Rohstoffwirtschaft hin zu einer grünen und fairen Ökonomie zu wandeln. Um diesen Schritt erfolgreich gehen zu können, muss die Bevölkerung mitziehen. Gute Bildung, die darauf ausgelegt ist, junge Menschen zu ermutigen, sich mit ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Problemstellungen auseinanderzusetzen, ist ein wesentlicher Faktor für eine nachhaltige Zukunft.

Die mongolische Regierung hat einen umfassenden Reformprozess eingeleitet, der das Thema der Bildung für nachhaltige Entwicklung in die allgemeine (Schul-) Bildung integriert. Die heutige schulische Ausbildung basiert auf einem zwölfjährigen Schulsystem. Doch viele Lehrpläne und Standards sind veraltet, die Qualifikation der Lehrkräfte häufig unzureichend, es fehlt teilweise an Infrastruktur und die Mechanismen zur Überwachung und Bewertung der Qualität der Schulbildung sind zu verbessern.

Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit hat sich bereits in den letzten fünf Jahren für die Umweltbildung engagiert und baut auf diesen Erfahrungen auf.

Ziel

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist in dem mongolischen Schulsystem etabliert. Die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und grüne Entwicklung sind verbessert.

Das Thema Nachhaltige Entwicklung vermitteln die Lehrer den Schülern interaktiv. © Photographer- A.Enkhjargal (ESD project)

Vorgehensweise

Durch die Anpassung des Bildungssystems sollen Lehrer und Schüler dafür gewonnen werden, für ihre Zukunft zu lernen und in eine ‚Kultur der Komplexität‘ einzutauchen: durch kritisches Denken sollen sie ihre existierenden Wertvorstellungen hinterfragen und ihr eigenes Lernen reflektieren.

Damit dieser Prozess gelingt, bezieht das Projektteam die Bewohner der Gemeinden, lokale Organisationen, Unternehmen und kommunale Regierungen mit in seine Arbeit ein.

Um die Lehrkräfte fit für ihre neuen Aufgaben zu machen und deren fachliche und didaktische Qualifikation zu erhöhen, nehmen diese an Aus- und Weiterbildungen teil. Mit der Regierung erarbeitet das Projektteam neue Richtlinien und unterstützt bei deren Umsetzung. Informationsveranstaltungen und Kampagnen wenden sich an die breite Öffentlichkeit, um die Wichtigkeit und Chancen einer grünen Wirtschaft im Land bekannt zu machen. Das Vorhaben realisieren GIZ International Services, die schwedische Uppsala Universität und das Institut für internationale Zusammenarbeit in Bildungsfragen in Zug in der Schweiz gemeinsam.

Wirkung

Mit der fachlichen Unterstützung des Projektteams entstanden Richtlinien für die Integration der Prinzipien und Ideen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Diese Richtlinien hat die Regierung inzwischen innerhalb des Schulsystems umgesetzt. Ein Core Curriculum für die Sekundarstufe, das auf den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung basiert, ist entwickelt und wird derzeit eingeführt. Auf Basis des neuen Curriculums wurden zahlreiche Unterrichtsbücher des Sekundarbereichs überarbeitet und erneuert. Über 28.000 Lehrer haben landesweit Schulungen zu den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung und des neuen Curriculums besucht.

In Zusammenarbeit mit dem mongolischen Ministerium für Umwelt und Tourismus wurde ein Aktionsplan für die Strategie der Grünen Entwicklung (Green Development Policy of Mongolia) ausgearbeitet. Der Aktionsplan ist im Januar 2016 von der mongolischen Regierung verabschiedet worden.

Es stehen, auf die Bedürfnisse der Mongolei zugeschnittene, Trainings-Module und Handouts zu den Themen ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘, ‚Nachhaltige Entwicklung‘ und ‚Grüne Entwicklung‘ zur Verfügung. Diese nutzen nationale Trainer aus unterschiedlichen Bereichen und für unterschiedliche Zielgruppen der Gesellschaft für Fort- und Weiterbildungen.

Das Projektteam bildet Trainer aus, die ihrerseits weitere Menschen zu den Themen ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘, ‚Nachhaltige Entwicklung‘ und ‚Grüne Entwicklung‘ schulen. Die-se organisieren Veranstaltungen in Gemeinden oder Schulen, wo sie ihr Know-how an die Bevölkerung weitergeben und es so verbreiten.

Studien mit dem thematischen Schwerpunkt ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘, ‚Nachhaltige Entwicklung‘ und ‚Grüne Entwicklung‘ wurden durchgeführt und von Entscheidungsträgern genutzt.

Verantwortliche aus Fachministerien, Bildungsorganisationen und Repräsentanten unter-schiedlicher Regierungsorganisationen nehmen an Organisations- und Managementschulungen teil. So sind sie in der Lage, ihre Arbeitsabläufe und Aufgaben effizienter wahrzunehmen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein wesentlicher Aspekt in dem neuen Curriculum. © Photographer- A.Enkhjargal (ESD project)