Deutsch-Indisches Energieprogramm – Grüne Energiekorridore (IGEN-GEC)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Indisches Energieprogramm – Grüne Energiekorridore (IGEN-GEC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministerium für neue und erneuerbare Energie
Gesamtlaufzeit: 04/2015 bis 12/2020

Ausgangssituation

Indien verfügt über ein großes und vielfältiges Potenzial an erneuerbaren Energien (EE), die zur nachhaltigen Stromerzeugung sowie für verschiedene andere Energieanwendungen genutzt werden könnten. Die indische EE-Politik hat nicht nur den Klimaschutz im Blick, sondern strebt auch Energiesicherheit sowie einen besseren Zugang zu Energie für die Bevölkerung an. In den letzten fünf Jahren hat sich die Kapazität der erneuerbaren Energien vervielfacht, was größtenteils auf die günstigen politischen Rahmenbedingungen im Land zurückzuführen ist.

Die indische Regierung hat sich vorgenommen, die EE-Kapazitäten bis 2022 auf 175 Gigawatt auszubauen. Zwar ist eine Erhöhung des Anteils der variablen erneuerbaren Energien am gesamten Strommix zu begrüßen, doch stellt das Vorhaben die Netzbetreiber des Landes vor neue Herausforderungen. Denn um den Strom, der durch die neuen Kapazitäten erzeugt wird, ins Netz einzuspeisen, müssen die vorhandenen Übertragungs- und Verteilnetze ausgebaut und modernisiert werden. Der Grund dafür liegt vor allem in den großen Entfernungen zwischen dem Ort der Stromerzeugung und dem Ort des Stromverbrauchs. Auch die nicht ständige Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien spielt eine wichtige Rolle, da sie Maßnahmen der Netzstabilisierung erforderlich machen. Andernfalls führt der Umstand, dass Strom aus erneuerbaren Energien nicht unterbrechungsfrei zur Verfügung steht, zu Frequenz- und Spannungsstörungen im Stromnetz. Die Vorbereitungszeit für den Bau der in großer räumlicher Entfernung realisierten EE-Projekte ist kürzer als die Vorbereitungszeit, die für den Ausbau der Netzinfrastruktur benötigt wird. Infolgedessen ergibt sich bei der Einspeisung von Ökostrom ein Engpass. Da es bei den Netzbetreibern an moderner Technik zur Integration von erneuerbaren Energien in das Stromnetz sowie an der entsprechenden Kompetenz fehlt, muss häufig auf die Einbindung von sinnvollen erneuerbaren Energiequellen verzichtet werden.

Ziel

Die Bedingungen für die Netzintegration erneuerbarer Energien haben sich verbessert.

Vorgehensweise

Die grundlegende Vorgehensweise besteht darin, die Herausforderungen bei der Einbindung von erneuerbaren Energien in das Stromnetz sowie mögliche Lösungen zu identifizieren. Dazu gehört die Ausarbeitung vielfältiger Strategien zur Erzielung wichtiger Wirkungen:

  • Entwicklung einer Methodik zur Evaluierung und Verbesserung der Möglichkeiten jedes Bundesstaats/Gebiets, die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und die Netzkapazität aufeinander abzustimmen und Prognosen im Hinblick auf die erzeugten Ökostrommengen zu stellen.
  • Planung von Renewable Energy Management Centres (REMCs) sowie der entsprechenden Aufgaben und Infrastrukturanforderungen.
  • Gestaltung der Märkte, insbesondere der Neben- und Kapazitätsmärkte, mit Blick auf die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien am gesamten Stromsektor.
  • Analyse und Empfehlungen zu regulatorischen Maßnahmen und technischen Standards in Indien, die eine größere Marktdurchdringung variabler erneuerbarer Energien ermöglichen.
  • Entwicklung von Personalkapazität und Kompetenzen zur Verbesserung der Netzintegration erneuerbarer Energien.

Die GIZ führt auf diesem Gebiet ein TZ-Vorhaben durch. Dabei arbeitet sie eng mit der KfW Entwicklungsbank zusammen, die für die finanzielle Zusammenarbeit zuständig ist. So stellt die KfW konzessionelle Darlehen mit einem Volumen von mehr als 1,4 Mrd. Euro für den Ausbau der zentralen- und bundesstaatlichen Netzinfrastruktur bereit, die für die Einspeisung des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen benötigt wird.

Wirkung

  • Als Knotenpunkte für die Lösung operativer Probleme bei der Netzintegration erneuerbarer Energien sind sieben Renewable Energy Management Centres (REMCs) in Bundesstaaten, die reich an erneuerbaren Energiequellen sind, drei regionale REMCs und ein REMC auf nationaler Ebene in Planung und werden 2019 ihre Arbeit aufnehmen.
  • Die erste internationale Konferenz über die groß angelegte Netzintegration erneuerbarer Energien in Indien („1st International Conference on Large-Scale Grid Integration of Renewable Energy in India“), die vom 6. bis 8. September 2017 in Neu-Delhi stattfand, war ein voller Erfolg mit mehr als 350 Teilnehmern aus 18 Ländern und insgesamt 113 Vorträgen und 33 Posterpräsentationen. Das Format wird alle zwei Jahre fortgeführt und bietet eine Diskussionsplattform zum Austausch internationaler Erfahrungen und Best Practices bei der Netzintegration erneuerbarer Energien.