Energising Development (EnDev) – Programm für Energiezugang

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energising Development (EnDev)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: 25 Länder; Afrika: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Ghana, Kenia, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mosambik, Ruanda, Senegal, Tansania, Uganda; Asien: Bangladesch, Indonesien, Kambodscha, Laos, Nepal, Vietnam; Lateinamerika: Bolivien, Honduras, Nicaragua, Peru
Politischer Träger: Energieministerien in den Projektländern oder vor Ort zuständige Ministerien wie das Umweltministerium, Entwicklungsministerium, Landwirtschaftsministerium, Handelsministerium, Infrastrukturministerium, Ministerium für Gebietsverwaltung, Ministerium für ländliche Entwicklung
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2021

Dorfstromnetze abseits des nationalen Netzes versorgen Bewohner verlässlich mit Energie, wie hier im ländlichen Ruanda. ©GIZ/ Razvan Sandru

Ausgangssituation

Weltweit haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. Fast drei Milliarden Menschen sind beim Kochen und Heizen auf Holz, Holzkohle und Pflanzenreste angewiesen. Diese Energiearmut hat dramatische Folgen für Lebensqualität, Umwelt, Gesundheit, Bildung und Einkommensmöglichkeiten der Betroffenen. Ohne Zugang zu nachhaltiger Energie können die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen nicht erreicht werden.

Ziel

Bis Ende 2021 haben 20 Millionen Menschen in den Partnerländern nachhaltigen Zugang zu energieeffizienter, nachhaltiger und zuverlässiger Energie.

Die Herdproduzentin Lucerito Julán Castrejón aus Soritor in Peru wurde in der Installation und Reparatur von energie-effizienten Kochherden ausgebildet. Seit einigen Jahren fertigt sie Kochherde nach Maß in den Häusern ihrer Kunden. ©GIZ/ EnDev Peru

Vorgehensweise

EnDev setzt auf den Aufbau von lokalen Märkten zur Verbreitung von erneuerbaren Energien und effizienteren Technologien für Haushalte, soziale Einrichtungen und Unternehmen. EnDev agiert derzeit in 25 Partnerländern in Asien, Lateinamerika und Afrika. Im Zentrum stehen die am wenigsten entwickelten Länder sowie Subsahara-Afrika. 

Sechs Geber unterstützen das Projekt. Neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sind beteiligt: Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit des niederländischen Außenministeriums (DGIS), Norwegische Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (NORAD), Britisches Ministerium für internationale Entwicklung (DFID), Schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie die Schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit (SIDA).

EnDev orientiert sich an den nationalen Energiezielen und strategischen Plänen der Partnerländer, wie:

  • Strategiepläne für Energie, Forstwirtschaft, Gesundheit, Umwelt und Klima
  • Initiative der Vereinten Nationen „Sustainable Energy for All“ (SE4ALL), die das Ziel hat den Zugang zu Energieversorgung zu verbessern, Energieeffizienz zu steigern und den Anteil von Erneuerbaren Energien am weltweiten Energiemix zu erhöhen
  • national definierte Beiträge zur Treibhausgasminderung

Das Programm berücksichtigt darüber hinaus Aktivitäten nationaler Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft. Es leistet einen Beitrag zu 13 der 17 Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Lösungen, die EnDev innerhalb der Ländermaßnahmen fördert, umfassen Solarsysteme von Kleinst- bis hin zu mittelgroßen Photovoltaiksystemen und Solarthermie, Anschluss an das nationale Stromnetz, Kleinwasserkraft, Biogas und energieeffiziente Kochherde. Neben der Nachhaltigkeit des Energiezugangs und messbaren Wirkungen stehen für EnDev ebenso Ergebnisorientierung und Wettbewerbscharakter im Mittelpunkt. Das Projekt fördert dabei Maßnahmen, die besonders effizient sind. Der Wettbewerb innerhalb des Programms ermöglicht eine den Leistungen entsprechende Mittelverteilung. Das umfassende Monitoring dient als transparenter Fortschrittsbericht und als Entscheidungsgrundlage für die Mittelverteilung sowie die strategische Planung.

Bei der Umsetzung der Projekte in den Partnerländern arbeitet EnDev eng mit der Privatwirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und der Wissenschaft zusammen. Unter anderem unterstützen die Partner den Aufbau des lokalen Marktes, Training von einheimischen Experten sowie die Verbreitung der geförderten Technologien.

Purna Bahadur Rai aus dem Dorf Jalpa VDC in Nepal und seine Nachbarn haben heute dank Wasserkraft Energiezugang, den sie in ihren Haushalten und in sozialen Einrichtungen wie Schulen und Lernzentren sowie zur Verarbeitung von Getreide nutzen. ©GIZ/ Rijan Shrestha

Wirkungen

Bis Juni 2018 haben rund 20 Millionen Menschen in Privathaushalten Zugang zu Elektrizität oder verbesserter Kochenergie erhalten. Mithilfe von EnDev verfügen darüber hinaus 20.500 soziale Einrichtungen sowie 44.000 kleine und mittelständische Unternehmen über nachhaltigen Zugang zu energie-effizienter, nachhaltiger und zuverlässiger Energie. Das Programm hat mehr als 40.500 Herdproduzenten, Handwerker und Händler ausgebildet. Heute kommt es durch die von EnDev unterstützten Technologien pro Jahr zu Einsparungen von über 2 Millionen Tonnen CO2 – das entspricht dem Anpflanzen von fünf Milliarden Bäumen.

Energie beeinflusst nahezu alle Aspekte der sozialen und ökonomischen Entwicklung: Wirtschaft, Bildung, Gleichberechtigung der Geschlechter, Gesundheit und Umwelt. EnDev hat seit 2005 in verschiedenen Länderprojekten, zusätzlich zum üblichen Monitoring, Wirkungsstudien durchgeführt. Sie belegen Erfolge, die auf den Maßnahmen des Programms beruhen:

  • Freisetzung von Arbeitszeiten für produktive Aktivitäten wie Bildung, Ackerbau, einkommensschaffende Tätigkeiten oder Hausarbeiten – beispielsweise durch Reduzierung der Zeit, die Menschen zum Feuerholzsammeln aufwenden oder durch zusätzliche Stunden mit elektrischem Licht
  • Bessere Lernbedingungen in Bildungseinrichtungen durch Licht und Computer
  • Mehr Produktivität und weniger Arbeitsbelastung, zum Beispiel durch Wasserpumpen, elektrische Mühlen, Tiefkühlgeräte und Nähmaschinen
  • Weniger Raumluftverschmutzung und Atemwegserkrankungen durch verbesserte Kochherde für drei Millionen Menschen, davon zwei Millionen Frauen und Kinder
  • Weniger Unfälle mit Verbrennungen durch Kerosinlampen
  • Bessere medizinische Versorgung durch die Elektrifizierung von Krankenstationen
  • Reduzierung von kurzlebigen Klimagasen und CO2-Emissionen
  • etwa 13.000 neue dauerhafte Jobs

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