Energising Development (EnDev) – Programm für Energiezugang

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energising Development (EnDev)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: 24 Länder; Afrika: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Ghana, Kenia, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mosambik, Ruanda, Senegal, Tansania, Uganda; Asien: Bangladesch, Indonesien, Kambodscha, Nepal, Vietnam; Lateinamerika: Bolivien, Honduras, Nicaragua, Peru
Politischer Träger: Energieministerien in den Projektländern oder vor Ort zuständige Ministerien wie das Umweltministerium, Entwicklungsministerium, Landwirtschaftsministerium, Handelsministerium, Infrastrukturministerium, Ministerium für Gebietsverwaltung, Ministerium für ländliche Entwicklung
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2019

Ausgangssituation

Weltweit haben mehr als 1 Milliarde Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. Fast 3 Milliarden Menschen sind beim Kochen und Heizen auf Holz, Holzkohle und Pflanzenreste angewiesen. Diese Energiearmut hat dramatische Folgen für Lebensqualität, Umwelt, Gesundheit, Bildung und Einkommensmöglichkeiten der Betroffenen. Ohne Zugang zu nachhaltiger Energie können die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen nicht erreicht werden. Die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) leistet einen Beitrag zu 13 der 17 Ziele.

Das Programm begann seine Aktivitäten 2005, zunächst gefördert von Deutschland und den Niederlanden. Das Ziel, für mehr als 3 Millionen Menschen bis 2009 Zugang zu Elektrizität zu schaffen, wurde mit mehr als 5 Millionen Menschen weit übertroffen. EnDev wurde deshalb zuerst bis 2014 und anschließend bis 2019 verlängert. Der Beitrag zu unterschiedlichen entwicklungspolitischen Zielen machte EnDev für neue Geber attraktiv. Mittlerweile unterstützen sechs Geber das Programm.

Ziel

Ende 2019 haben 19 Millionen Menschen in den Partnerländern nachhaltigen Zugang zu modernen Energiedienstleistungen.

Vorgehensweise

EnDev setzt auf den Aufbau von Energiemärkten zur Verbreitung von erneuerbaren Energien und effizienteren Technologien für Haushalte, soziale Einrichtungen und Unternehmen. EnDev wird derzeit in 26 Partnerländern in Asien, Lateinamerika und Afrika durchgeführt. Im Zentrum stehen die am wenigsten entwickelten Länder und Subsahara-Afrika.

Das Programm wird von sechs Gebern unterstützt. Neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sind das: Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit des niederländischen Außenministeriums (DGIS), Norwegisches Außenministerium (MFA), Britisches Ministerium für internationale Entwicklung (DFID), Schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit (SIDA).

EnDev orientiert sich an den nationalen Energiezielen und strategischen Plänen der Partnerländer, wie:

  • Master- und Strategiepläne für Energie, Forstwirtschaft, Gesundheit, Umwelt und Klima
  • Initiative „Sustainable Energy for All“ (SE4All) der Vereinten Nationen, die das Ziel hat den Zugang zu Energieversorgung zu verbessern, Energieeffizienz zu steigern und den Anteil von erneuerbaren Energien am weltweiten Energiemix zu erhöhen
  • National definierte Beiträge zur Treibhausgasminderung

Das Programm berücksichtigt darüber hinaus Aktivitäten nationaler Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft.

Systemische Lösungen, die EnDev innerhalb der Ländermaßnahmen fördert, umfassen Solarsysteme, wie Photovoltaik, PicoPV und Solarthermie, Netzverdichtung, Kleinwasserkraft, energieeffiziente Herde und Biogas. Die Nachhaltigkeit des Energiezugangs und die Wirkungen stehen für EnDev dabei im Mittelpunkt ebenso Ergebnisorientierung und Wettbewerbscharakter. Gefördert werden Maßnahmen, die besonders effizient sind. Der Wettbewerb ermöglicht eine den Leistungen entsprechende Mittelverteilung. Die Ergebnisorientierung wird mit detailliertem, transparentem Monitoring kombiniert.

Bei der Umsetzung der Projekte in den Partnerländern arbeitet EnDev eng mit Nichtregierungsorganisationen und der Wissenschaft zusammen. Unter anderem unterstützen die Partner Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung sowie die Vermarktung geförderter Technologien.

Wirkung

Bis März 2016 haben 15,5 Millionen Menschen in Privathaushalten Zugang zu Elektrizität oder verbesserter Kochenergie erhalten. Mithilfe von EnDev haben darüber hinaus 17.800 soziale Einrichtungen sowie 34.000 kleine und mittelständische Unternehmen nachhaltigen Zugang zu moderner Energie. Das Programm hat mehr als 35.000 Herdproduzenten, Handwerker und Händler ausgebildet. Heute generieren Herdproduzenten und Solarunternehmen mit von EnDev unterstützten Produkten monatliche Umsätze von insgesamt 6,2 Millionen Euro.

Energie beeinflusst nahezu alle Aspekte der sozialen und ökonomischen Entwicklung: Wirtschaft, Bildung, Gleichberechtigung der Geschlechter, Gesundheit und Umwelt. EnDev hat seit 2005 in verschiedenen Länderprojekten, zusätzlich zum üblichen Monitoring, Wirkungsstudien durchgeführt. Sie belegen Erfolge, die auf den Maßnahmen des Programms beruhen:

  • Freisetzung von Arbeitszeiten – beispielsweise durch Reduzierung der Zeit zum Feuerholzsammeln oder durch zusätzliche Stunden mit elektrischem Licht – für produktive Aktivitäten wie Bildung, Ackerbau, einkommenschaffende Tätigkeiten oder Hausarbeiten
  • Bessere Lernbedingungen in Bildungseinrichtungen durch Licht und Computer
  • Mehr Produktivität und weniger Arbeitsbelastung, zum Beispiel durch Wasserpumpen, elektrische Mühlen, Tiefkühlgeräte und Nähmaschinen
  • Weniger Raumluftverschmutzung und Atemwegserkrankungen durch verbesserte Kochherde für 3 Millionen Menschen, davon 2 Millionen Frauen und Kinder
  • Weniger Unfälle mit Verbrennungen durch Kerosinlampen
  • Bessere medizinische Versorgung durch Elektrifizierung von Krankenstationen
  • Reduzierung von kurzlebigen Klimagasen und CO2-Emissionen
  • Etwa 10.000 neue dauerhafte Jobs

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