Gute Regierungsführung für Umwelt und Klima

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umwelt- und Klimagovernance in Marokko
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Marokko
Politischer Träger: Secrétariat d’Etat auprès du Ministre de l’Energie, des Mines et du Développement Durable, chargé du Développement Durable
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

Marokko. Frucht eines Arganbaumes © GIZ

Ausgangssituation

Wirtschaft und Gesellschaft Marokkos befinden sich in einem dynamischen Prozess. Damit diese Entwicklung auch langfristig fortbesteht, muss das Land wirtschaftliche Wachstumsprozesse stärker mit Umwelt- und Klimaschutzzielen in Einklang bringen.

Marokko hat bereits große Anstrengungen für den Umwelt- und Klimaschutz unternommen und wichtige umweltpolitische Rahmenbedingungen geschaffen. Die Verfassung unterstreicht die Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes für die Entwicklung des Landes. Die nationale Umwelt- und Nachhaltigkeitscharta sowie die nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung sind die Grundlage der Umwelt- und Klimapolitik. Öffentliche und private Akteure sowie die Zivilgesellschaft müssen die politischen Vorgaben nun praktisch umsetzen. Diese Akteure wenden jedoch keine stabilen Verfahren und Instrumente guter Regierungsführung an.

Ziel

Öffentliche, private und zivile Akteure in Marokko setzen die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie mit Verfahren und Instrumenten guter Regierungsführung um.

Marokko. Abfalldeponie © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt marokkanische Partner dabei, die nationale Nachhaltigkeitsstrategie umzusetzen. Gute Regierungsführung schafft nicht nur qualifizierte Arbeitsplätze, sondern auch neue Umweltberufe. Dieses Vorgehen wirkt auch den Auswirkungen des Klimawandels entgegen, die vielfach zu Armut führen. Um Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung in Marokko besser in Einklang zu bringen, arbeitet das Projekt in verschiedenen Schwerpunktthemen.

So zielt der Aspekt Green Economy auf eine Wiederverwertung von Abfällen sowie eine umweltverträgliche industrielle Entwicklung ab. Öffentliche und private Partner werden befähigt, Umwelt- und Klimaschutz als Beitrag zur Wirtschafts- und Sozialentwicklung durchzusetzen.

Außerdem stärkt und entwickelt das Projekt gemeinsam mit den Partnern Kompetenzen zur Anpassung an den Klimawandel. Die Herausforderung dabei ist vor allem, Klimarisiken und Anpassungsbedarf besser einzuschätzen. Ein Umweltinformationssystem ist bereits in früheren Projektphasen entstanden. Ein weiteres Modul soll speziell für den Klimawandel ergänzt werden. Das Projekt unterstützt auch die Entwicklung des nationalen Klimaanpassungsplans.

Weiterhin unterstützt das Vorhaben die Umsetzung des Nagoya-Protokolls in Marokko. Es regelt den Zugang zu genetischen Ressourcen – zum Beispiel in der Arganzone – und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile, die sich aus ihrer Nutzung ergeben. Das Vorhaben unterstützt die Entwicklung von Instrumenten, um Elemente des Protokolls umzusetzen. Ziel ist es, eine angemessene Entschädigung der lokalen Bevölkerung sicherzustellen. Auf diese Weise soll ein ökonomischer Anreiz für den dauerhaften Erhalt von biologischer Vielfalt geschaffen werden.

In der Region Souss Massa in Süd-Marokko ist der Aufbau eines nationalen Arganzentrums geplant. Damit wird die regionale Governance der Biodiversität gestärkt. Mit dem Zentrum wird eine Plattform zur Förderung des UNESCO-Biosphärenreservats der Arganzone geschaffen. Zuletzt berät das Projekt das marokkanische Nachhaltigkeitssekretariat und andere politische Gremien in Internationalen Kommittees. Beispielsweise hat das Vorhaben das Umweltministerium sowie den marokkanischen Lenkungsausschuss in den Aufgaben für die Präsidentschaft zur UN-Klimakonferenz in Marrakesch (Conference of the Parties, COP 22) unterstützt.

Wirkung

  • Eine Strategie zur Entwicklung von Abfallwertschöpfungsketten ist verabschiedet. Dadurch werden Abfallmengen auf Deponien langfristig erheblich verringert. Ressourcen können wiederverwendet werden. Das Nationale Programm zur Ressourceneffizienz in der Industrie wird umgesetzt. 
  • Eine nationale Plattform koordiniert die Umsetzung der Strategie für die Nutzung genetischer Ressourcen auf Basis des Nagoya-Protokolls. Dadurch besteht ein Anreiz, die Biodiversität zu erhalten. Die ländliche Bevölkerung profitiert von der Nutzung der Ressourcen und steigert ihre Einkommen. 
  • Zur Vorbereitung der COP 22 in Marrakesch wurde ein nationales Komitee eingerichtet. Bestmögliche Kooperationsprozesse der marokkanischen Partner mit den UN-Gremien und den Staaten der COP tragen zur Umsetzung des Pariser Abkommens bei.
Marokko. Frauen in einer Argankooperative © GIZ

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