Polizeiprogramm Afrika – Kamerun

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Polizeiprogramm Afrika – Stärkung nationaler Polizeistrukturen in Kamerun
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Kamerun
Politischer Träger: Délégation Générale à la Sûreté Nationale (DGSN)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Kamerun. Übung zur Aufnahme von Fingerabdrücken. © GIZ

Ausgangssituation

Kamerun war im Gegensatz zu seinen Nachbarländern lange von Stabilität und Frieden geprägt. Dieser politischen Stabilität stehen allerdings eine sich verschlechternde Sicherheitslage und ein wachsendes Konfliktpotenzial gegenüber, das von den Nachbarländern ausgeht. Der Norden ist von Übergriffen der nigerianischen Terrororganisation Boko Haram betroffen. Der Osten leidet unter der Instabilität in der Zentralafrikanischen Republik, was sich durch sporadische Grenzübertritte von Rebellengruppen bemerkbar macht. Hinzu kommt der grenzüberschreitende illegale Handel mit wertvollen Gütern wie Tieren, Holz, Mineralien, mit Waffen und auch Menschenhandel.

Trotz seines Reichtums an natürlichen Ressourcen stagniert die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes. Die kamerunische Polizei steht vor neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Sie benötigt zusätzliche institutionelle und personelle Kräfte, um angemessen auf die aktuelle Lage reagieren zu können. Kriminal- und Grenzpolizei sind stark gefordert: Sie müssen die nationalen Sicherheit gewährleisten, den illegalem grenzüberschreitenden Handel und Kriminalität bekämpfen sowie die menschenrechtskonforme Kontrolle von Migranten durchführen.

Ziel

Die Leistungsfähigkeit der kamerunischen Polizei ist in den Themenfeldern Grenzsicherung, Kriminalpolizei und Kriminaltechnik sowie Personalwesen gestärkt.

Vorgehensweise

Seit 2009 fördert die GIZ, im Auftrag des Auswärtigen Amtes, Reformprozesse der Polizei in Afrika. Gegenwärtig unterstützt das Polizeiprogramm ausgewählte nationale und regionale Polizeiinstitutionen, eine Immigrationsbehörde sowie die Afrikanische Union und Regionalorganisationen. Interne Managementprozesse oder die Grundausbildung sollen verbessert werden. Spezifische Fachkenntnisse werden vermittelt, unter anderem in der Kriminaltechnik, zur Bekämpfung transnationaler organisierter Kriminalität und für die Grenzsicherheit. Das Polizeiprogramm Afrika trägt zudem zur Verbesserung der regionalen Koordination von Polizeidiensten bei.

In Kamerun sollen bis 2018 mindestens zwei Grenzposten erbaut werden, um die Handlungsfähigkeit der Grenzpolizei entlang der kamerunischen Landesgrenzen zu verbessern. Durch Ausbildungskurse werden Polizisten für ihre spezifischen Aufgaben im Grenzmanagement vorbereitet und qualifiziert.

Die Kriminalpolizei wird, besonders im Bereich Kriminaltechnik, durch Ausbildungsmaßnahmen und die Bereitstellung von Ausstattung unterstützt. Dadurch wird eine objektive Beweisführung für Indizienverfahren ermöglicht und somit die Rechtssicherheit im Land erhöht.

Der kamerunischen Polizei steht eine digitale Personaldatenbank zur Verfügung. Schulungen machen die Mitarbeitenden fit, diese kompetent zu nutzen. Dadurch steigt die Transparenz bei der Personaleinsatzplanung und das Personalmanagement wird effizienter.

Kamerun. Gruppenfoto der Trainingsteilnehmenden. © GIZ