Globaler Kohlenstoffmarkt

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globaler Kohlenstoffmarkt
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministry of Environment, Forests and Climate Change
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2021

Ausgangssituation

Obwohl die Pro-Kopf-Emissionen Indiens mit 1,4 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr vergleichsweise niedrig sind, ist das Land doch der drittgrößte Emittent der Welt und für rund 6,5 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Wenn die CO2-Emissionen Indiens weiter steigen wie in den letzten 10 Jahren, würden sie 2020 die derzeitigen Emissionen der Europäischen Union mit ihren 28 Mitgliedstaaten übersteigen. Indien hat das Klimaabkommen von Paris ratifiziert und sich ehrgeizige Ziele für nationale Klimabeiträge gesetzt. Zu diesen Zielen gehört es, bis 2030 40 Prozent des Stroms aus nicht fossilen Energiequellen zu erzeugen und, ebenfalls bis 2030, durch zusätzliche Wald- und Baumbestände eine zusätzliche Kohlenstoffsenke von 2,5 bis 3 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten zu schaffen.

Der nationale Politikrahmen sieht auch eine Sensibilisierung für den Klimawandel vor. Außerdem setzt Indien darauf, dass seine Maßnahmen gegen den Klimawandel gleichzeitig zu einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum führen. Im Moment bringt dieses Vorgehen ein deutliches Mehr an öffentliche Ausgaben mit sich. Die Erfahrung mit dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM), einem der im Kyoto-Protokoll vorgesehenen Marktmechanismen, spricht allerdings für sich: Im Rahmen von Klimaschutzprojekten in verschiedenen Sektoren wurden im Land Investitionen von rund 1,6 Billionen indischen Rupien (rund 24,6 Milliarden US-Dollar) getätigt. In dem Spektrum der Möglichkeiten, aus dem Indien bei der Umsetzung seiner Klimaschutzziele wählen kann, werden Marktmechanismen nicht nur zur Erreichung der Ziele, sondern auch zu ihrer Finanzierung eine wichtige Rolle spielen.

Die Maßnahmen und Wirkungen des Vorhabens „Globaler Kohlenstoffmarkt“ in Indien sind eng an den Nationalen Aktionsplan zum Klimawandel (National Action Plan on Climate Change, NAPCC) und an die Vorgaben der national festgelegten Klimabeiträge angelehnt. Daneben gibt es bereits einige nationale Ansätze wie das Energieeffizienzhandelssystem Perform, Achieve and Trade (PAT) oder den Zertifizierungsmechanismus für erneuerbare Energien, deren Einbindung in künftige neue Marktmechanismen wünschenswert wäre.

Ziel

Entscheidungsträger des öffentlichen und des privaten Sektors nutzen bestehende und neue marktbasierte Klimaschutzinstrumente, um national festgelegte Klimabeiträge umzusetzen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das Ministerium für Umwelt, Forsten und Klimawandel bei der Nutzung bestehender und neuer Kohlenstoffmarktinstrumente zur Umsetzung des NAPCC und der national festgelegten Klimabeiträge. Es unterstützt öffentliche und private Entscheidungsträger bei Diskussionen und Maßnahmen zu Artikel 6 des Klimaabkommens von Paris sowie bei der strategischen Entwicklung neuer Instrumente.
Für Regierungsbehörden und Akteure des privaten Sektors bietet das Projekt Beratung und Kompetenzstärkung im Hinblick auf die potenziellen Vorteile des Kohlenstoffmarkts und insbesondere die Nutzung neuer Marktmechanismen und Ansätze der CO2-Bepreisung. Im Rahmen von Studien und Pilotaktivitäten liefert das Vorhaben Beiträge zu Mechanismen, die im Einklang mit Artikel 6 des Klimaabkommens von Paris entwickelt werden könnten.

Das Vorhaben berät und unterstützt seine Partner mittels Analysen, Machbarkeitsstudien, Dialogforen, Fachveranstaltungen und Kompetenzstärkung und trägt damit zur Diskussion und Entwicklung von Marktmechanismen in Indien nach Artikel 6 des Klimaabkommens von Paris bei. Daneben geht das Projekt mit anderen Akteuren in Indien strategische Bündnisse für Kohlenstoffmärkte ein, darunter The Energy Resources Institute (TERI) der Weltbank, Energy Efficiency Services Limited (EESL) und das World Resources Institute (WRI) im Hinblick auf ein Engagement des Privatsektors.

Wirkungen

Das Projekt hat Akteure des öffentlichen und privaten Sektors auf dem Gebiet der Marktmechanismen, Finanzierungsinstrumente für den Klimaschutz und CO2-Bepreisung in ihrer Leistungsfähigkeit gestärkt und fortgebildet. Mit Studien über sich entwickelnde Aspekte von Kohlenstoffmärkten, Dialogforen, Konsultationen der Akteure, Machbarkeitsstudien und Marktanalysen, die für eine Entscheidungsfindung erforderlich sind, hat das Vorhaben dem politischen Partner geholfen, Artikel 6 des Klimaabkommens von Paris im Detail besser zu verstehen.