Globaler Kohlenstoffmarkt – Indien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländermanagerprojekt „Globaler Kohlenstoffmarkt“
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministry of Environment, Forests and Climate Change
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Ein globaler Kohlenstoffmarkt ist für die Bundesregierung ein wichtiges Instrument des internationalen Klimaschutzes. Der Emissionshandel ermöglicht es, dass Emissionen zunächst dort reduziert werden, wo es am wenigsten kostet. Dieser Vorteil macht Klimaschutz kostengünstiger, weshalb funktionierende Kohlenstoffmärkte dazu beitragen, dass Staaten sich ehrgeizigere Emissionsreduktionsziele setzen und der Privatsektor seine Investitionen klimafreundlicher gestaltet.
2008 initiierte das Bundesumweltministerium die CDM-/JI-Initiative, um die Partnerländer bei der Nutzung der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls – Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI) – zu unterstützen. Das Vorhaben „Globaler Kohlenstoffmarkt“ ist Teil der CDM-/JI-Initiative und unterstützt in Uganda, Chile und Indien die Umsetzung der Ziele der Initiative.

In Indien hat Klimaschutz unter der Regierung Modi zwar an politischer Bedeutung gewonnen, bei der Verwirklichung gibt es jedoch weiterhin Hürden. Der enge Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Entwicklungszielen wie Armutsminderung wird noch nicht ausreichend anerkannt. Das Interesse der indischen Regierung und des zuständigen Umweltministeriums an Neuen Marktmechanismen ist relativ begrenzt. Erste Anzeichen eines wachsenden Interesses sind allerdings vorhanden und marktbasierte Instrumente werden bereits angewendet, etwa das Energieeffizienzhandelssystem „Perform, Achieve and Trade“ (PAT) und der Handel mit Zertifikaten für erneuerbare Energien (REC).

Ziel

Öffentliche und private Entscheidungsträger in Indien verfügen über Kenntnisse und Kompetenzen, um bestehende und neue Kohlenstoffmarktinstrumente zur Umsetzung national angepasster Klimaschutzaktivitäten zu nutzen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät die Klimaabteilung des Umweltministeriums zu Marktmechanismen und anderen Kooperationsformen, entsprechend dem Pariser Klimaabkommen, sowie zur Klimafinanzierung. Es unterstützt die Abteilung durch Machbarkeitsstudien und Marktanalysen. Des Weiteren veranstaltet das Vorhaben Expertenworkshops und Fachveranstaltungen und führt Machbarkeitsstudien durch, um den Privatsektor in die Entwicklung von Klimafinanzierungsinstrumenten einzubeziehen. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf Aktivitäten zu sozial verantwortungsvoller Unternehmensführung (CSR) und freiwilligen Kohlenstoffmärkten.

Das Umweltministerium wird zu Neuen Marktmechanismen beraten, zu nationalen und regionalen Klima-Aktionsplänen und zu Verhandlungen im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC).

Wirkungen

Im Oktober 2015 wurde ein, mit Unterstützung des Vorhabens entwickeltes, digitales Monitoring-und-Informationssystem in Betrieb genommen, mit dem das indische CDM-Portfolio überwacht wird.

In enger Kooperation mit dem Umweltministerium wurde eine indienspezifische REDD+-Methodologie für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt entwickelt. Auf Grundlage dieser Methodologie plant die indische Regierung, REDD+-Projekte zu entwickeln und umzusetzen, um die Vermeidung von Emissionen aus Entwaldung finanzieren zu können.

Gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG richtet das Vorhaben die India Climate Responsibility Facility (ICRF) ein. Damit soll eine Plattform geschaffen werden, die Klimaschutzfinanzierungen einzelner Unternehmen bündelt und sie in größere Klimaprogramme investiert. Regionale Fortbildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für Vertreter aus Privatwirtschaft und staatlich geführten Unternehmen wurden durchgeführt.