Förderung der Agrarfinanzierung für agrarbasierte Unternehmen im ländlichen Raum

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Agrarfinanzierung für agrarbasierte Unternehmen im ländlichen Raum – im Rahmen der Sonderinitiative „EINEWELT ohne HUNGER“
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: überregional; Benin, Sambia
Politischer Träger: Benin: Ministère de l’Agriculture, de l’Elevage et de la Pêche (MAEP); Sambia: Ministry of Agriculture and Livestock (MAL)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

Ausgangssituation

Die Landwirtschaft sowie die vor- und nachgelagerten Betriebe nehmen in vielen afrikanischen Ländern eine Schlüsselrolle in der wirtschaftlichen Entwicklung ein. Über 80 Prozent der Landbevölkerung ist hier tätig. Die meisten ländlichen Kleinbetriebe sind nur wenig marktorientiert und kaum in die Geldwirtschaft integriert.

Der Agrarsektor hat viele Besonderheiten, auf die das Finanzsystem – trotz Fortschritten in den letzten zwanzig Jahren – nicht ausreichend eingeht. Banken und (Mikro-)Finanzinstitutionen konzentrieren sich primär auf urbane Räume und bieten kaum Finanzprodukte an, die an landwirtschaftliche Saisonalität sowie Preis- und Wetterrisiken angepasst sind. Investitionen in die landwirtschaftliche Produktion, Verarbeitung und Vermarktung werden so gehemmt oder verhindert.

Anbieter von Finanzdienstleistungen für kleinbäuerliche sowie agrarbasierte kleine und mittlere Unternehmen in Benin und Sambia können bislang nur bedingt zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft beitragen. Auf der Nachfrageseite gibt es kaum finanzierungsfähige Geschäftsmodelle, auf der Angebotsseite fehlen angepasste Finanzdienstleistungen.

Ziel

Die Versorgung landwirtschaftlicher Betriebe und agrarbasierter Unternehmen im ländlichen Raum mit auf ihre Geschäftsmodelle zugeschnittenen Finanzprodukten ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben fördert die Entwicklung und Einführung bedarfsgerechter Finanzdienstleistungen für landwirtschaftliche Betriebe und agrarbasierte Unternehmen im ländlichen Raum. Es stärkt auf der Angebotsseite die nationalen Finanzinstitutionen bei ihrer Expansion in den Agrarsektor und begleitet die von der Finanziellen Zusammenarbeit geförderten Finanzierungslösungen in Benin und Sambia. Auf der Nachfrageseite unterstützt das Vorhaben die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen in der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung. Mithilfe von Trainings und Coachings fördert es den Aufbau unternehmerischer und finanztechnischer Kompetenzen der landwirtschaftlichen Betriebe und agrarbasierten Unternehmen. Das Vorhaben stellt Analyse- und Trainingsinstrumente sowie Lernerfahrungen für Projekte in anderen Ländern zur Verfügung.

Die Verbreitung erfolgreich pilotierter Modelle leistet einen grundlegenden Beitrag zur Entstehung leistungsfähiger Märkte für bedarfsgerechte Finanzdienstleistungen. Austauschplattformen für staatliche Vertreter und Akteure der Agrar- und Finanzsektoren beeinflussen die Rahmenbedingungen für die ländliche Entwicklung und tragen indirekt zur besseren Kooperation innerhalb und zwischen Agrar- und Finanzsektoren bei.

Die Bedarfe von Jugendlichen und von Frauen geführter Betriebe werden besonders beachtet. Durch den Zugang von Frauen zu Beratung und Kapital werden ihre ökonomische und soziale Teilhabe sowie die Gleichberechtigung gestärkt.

Anknüpfungspunkte des Vorhabens sind Marktpotenziale in agrarischen Wertschöpfungsketten in Benin und Sambia. Sie wurden von bilateralen und regionalen Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit sowie von den Grünen Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft ermittelt. Weitere Anknüpfungspunkte sind die parallel geplanten Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit zur Refinanzierung ausgewählter Finanzinstitutionen in beiden Ländern.