Agrarfinanzierung für agrarbasierte Unternehmen im ländlichen Raum fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Agrarfinanzierung für agrarbasierte Unternehmen im ländlichen Raum
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Überregional: Benin, Sambia, Mali, Nigeria, Kamerun
Politischer Träger: Die Landwirtschaftsministerien der jeweiligen Partnerländer
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

Ausgangssituation

Die Landwirtschaft sowie die vor- und nachgelagerten Betriebe nehmen in vielen afrikanischen Ländern eine Schlüsselrolle in der wirtschaftlichen Entwicklung ein. Über 80 Prozent der Landbevölkerung ist hier tätig. Die meisten landwirtschaftlichen und agrarbasierten Betriebe sind nur wenig marktorientiert und kaum in die Geldwirtschaft integriert.

Der Agrarsektor hat viele Besonderheiten, auf die das Finanzsystem – trotz Fortschritten in den vergangenen zwanzig Jahren – nicht ausreichend eingeht. Banken und (Mikro-)Finanzinstitutionen konzentrieren sich primär auf urbane Räume und bieten kaum Finanzdienstleistungen an, die an die Bedarfe landwirtschaftlicher und agrarbasierter Betriebe angepasst sind. Beispiele dafür sind die landwirtschaftliche Saisonalität sowie Preis- und Wetterrisiken. Investitionen in die landwirtschaftliche Produktion, Verarbeitung und Vermarktung werden so gehemmt oder verhindert.

Anbieter von Finanzdienstleistungen für kleinbäuerliche sowie agrarbasierte kleine und mittlere Unternehmen in Benin, Sambia, Nigeria, Kamerun und Mali können bislang nur bedingt zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft beitragen. Auf der Nachfrageseite gibt es kaum finanzierungsfähige Geschäftsmodelle, auf der Angebotsseite fehlen angepasste Finanzdienstleistungen.

Ziel

Die Versorgung landwirtschaftlicher Betriebe und agrarbasierter Unternehmen im ländlichen Raum mit auf ihre Geschäftsmodelle zugeschnittenen Finanzdienstleistungen ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben fördert die Entwicklung und Einführung bedarfsgerechter Finanzdienstleistungen für landwirtschaftliche Betriebe und agrarbasierte Unternehmen im ländlichen Raum. Es unterstützt  auf der Angebotsseite ausgewählte Finanzinstitutionen bei ihrer Expansion in den Agrarsektor und hilft ihnen angepasste Finanzdienstleistungen zu entwickeln, basierend auf den vom Projekt identifizierten, finanzierungsfähigen Geschäftsmodellen. Auf der Nachfrageseite fördert es den Aufbau unternehmerischer und finanztechnischer Kompetenzen der landwirtschaftlichen Betriebe und agrarbasierten Unternehmen. Dadurch können diese ihren Betrieb besser ökonomisch einschätzen und zwischen Investitionsoptionen entscheiden. Das Vorhaben stellt Analyse- und Trainingsinstrumente für andere Projekte zur Verfügung und teilt die Lernerfahrungen aus der Umsetzung.

Die Verbreitung erfolgreich pilotierter Modelle leistet einen grundlegenden Beitrag zur Entstehung leistungsfähiger Märkte für bedarfsgerechte Finanzdienstleistungen. Der Austausch zwischen staatlichen Vertretern und Akteuren der Agrar- und Finanzsektoren beeinflussen die Rahmenbedingungen für die ländliche Entwicklung und tragen indirekt zur besseren Kooperation innerhalb und zwischen Agrar- und Finanzsektoren bei.

Die Bedarfe von Jugendlichen und von Frauen geführter Betriebe werden besonders beachtet. Durch den Zugang von Frauen zu Beratung und Kapital werden ihre ökonomische und soziale Teilhabe sowie die Gleichberechtigung gefördert. 

Anknüpfungspunkte des Vorhabens sind Marktpotenziale in agrarischen Wertschöpfungsketten in Benin, Sambia, Nigeria, Kamerun und Mali. Sie wurden von bilateralen und regionalen Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit sowie von den Grünen Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft ermittelt. Weitere Anknüpfungspunkte sind die parallel geplanten Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit zur Refinanzierung ausgewählter Finanzinstitutionen in den jeweiligen Ländern.