Süd-Süd- und Dreieckskooperation sowie Netzwerke für Globale Regierungsführung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Süd-Süd-/ Dreieckskooperation und Netzwerke für Globale Regierungsführung (SSTC / NGG)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indonesien
Politischer Träger: Ministerium für nationale Entwicklungsplanung (BAPPENAS)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

Workshop zu Kooperationsmodellen der Süd-Süd- und Dreieckskooperation Indonesiens in Palem-bang im Jahr 2016.

Ausgangssituation

International wird Indonesien als Schwellenland eingeordnet. Das Land beteiligt sich aktiv an regionalen und globalen Foren und Diskussionen, ist ein wichtiger Akteur in der ASEAN-Gemeinschaft und Mitglied der G20. Internationale Vereinbarungen, wie beispielsweise die Agenda 2030, die Paris-Deklaration über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit oder die Entwicklungspartnerschaft von Busan, sind Teil der Instrumente für die internationale Kooperation Indonesiens geworden. Sie haben alle das Ziel, die Qualität und Effektivität der Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. Diese Elemente hat Indonesien in seine nationale Strategie integriert.

Ein wichtiges Instrument der Internationalen Zusammenarbeit sind Süd-Süd- und Dreieckskooperationen. Süd-Süd-Kooperationen sind ein breit gefächerter Rahmen der politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und technischen Zusammenarbeit zwischen Ländern des Südens. Sie können zwei oder mehr Länder umfassen.

Bei Dreieckskooperationen schließen sich Industrieländer mit Schwellen- und Entwicklungsländern zusammen. Gemeinsam planen und finanzieren sie Kooperationsprojekte und setzen diese um. Diese Form der Zusammenarbeit ermöglicht einen besonders intensiven internationalen Wissensaustausch und fördert bei allen drei Partnern das gemeinsame Lernen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verfolgt dabei auch das Ziel, die Wirksamkeit von Entwicklungsvorhaben weiter zu verbessern. Dreieckskooperationen sollen auch einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Partner gleichberechtigt begegnen und gemeinschaftlich an Lösungen für globale Entwicklungsprobleme arbeiten. Zugleich bieten sie die Chance, ein gemeinsames Verständnis von Entwicklungspolitik aufzubauen sowie über Standards, Kriterien und Werte zu diskutieren.

Indonesien teilt schon seit den 1950er Jahren sein Wissen und seine Erfahrungen mit anderen Entwicklungs- und Schwellenländern. Seine Rolle bei Süd-Süd- und Dreieckskooperationen hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Darüber hinaus engagiert sich das Land auch in Netzwerken für globale Regierungsführung zunehmend.

Auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Agenda 2030) hat Indonesien in den letzten Jahren weitere wichtige Schritte unternommen, sich stärker in Süd-Süd- und Dreieckskooperationen einzubringen und die Qualität seines Beitrages zu verbessern. Das im Jahr 2010 von der Regierung eingesetzte Nationale Koordinationsteam für Süd-Süd- und Dreieckskooperationen hat unter anderem die Aufgabe, diese Programme zu koordinieren, Kooperationen mit Entwicklungspartnern zu formulieren und die Programme zu nachzuverfolgen und auszuwerten. Die indonesische Regierung möchte die Erfolge des Nationalen Koordinationsteams weiter ausbauen und plant die Gründung einer Entwicklungsagentur.

Auch in globalen Netzwerken ist das Land sehr aktiv. Indonesien ist beispielsweise Gründungsmitglied der ASEAN Gemeinschaft und war bei den Vorbereitungen der nachhaltigen Entwicklungsziele federführend involviert. Es treibt die Umsetzung dieser Ziele intensiv voran.

Ziel

Das indonesische internationale Entwicklungskooperationssystem ist gestärkt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet mit der indonesischen Regierung daran, die bereits erzielten Erfolge bei Süd-Süd- und Dreieckskooperationen sowie in Netzwerken für globale Regierungsführung weiter auszubauen.

Das Projektteam berät relevante Institutionen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit unter der Beteiligung der Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und Wissenschaft zum Organisationsaufbau und Prozessen. Das beinhaltet Workshops, Konferenzen, Fachberatung durch Experten, Wissensaustausch durch nationale und internationale Formate.

Um die Süd-Süd- und Dreieckskooperationen zu intensivieren, arbeitet das Vorhaben mit dem Nationalen Koordinationsteam an der Gründung der Entwicklungsagentur. Zurzeit erstellen die Partner in enger Zusammenarbeit mit dem Vorhaben ein Papier, das der Regierung als Entscheidungsgrundlage für weitere wichtige Schritte zur Gestaltung der Agentur dient. Seit März 2016 fanden bereits rund 15 Workshops und Konferenzen in Indonesien statt, an denen über 40 staatliche Institutionen, zehn zivilgesellschaftliche Organisationen, 15 wissenschaftliche Organisationen, 30 Vertreter aus der Privatwirtschaft und neun internationale Organisationen teilnahmen. So nahmen alle Schlüsselakteure – insgesamt rund 600 Teilnehmer – an der intensiven Diskussion zum Entwurf des Papiers teil.

Parallel zur Gründung der Entwicklungsagentur plant die indonesische Regierung mit dem Vorhaben konkrete Süd-Süd- und Dreieckskooperationen und führt diese durch. Dabei werden die Fachministerien bei der Planung, Durchführung, Nachzuverfolgen und Bewertung des Projektes beraten. Myanmar haben Deutschland und Indonesien hierbei beispielsweise bei der Fiskaldezentralisierung unterstützt. Geplant ist darüber hinaus, Myanmar auch beim Aufbau eines Systems zur beruflichen Bildung zu beraten.

Workshop zur strategischen rollen im Forum G20 für die globale und nationale Entwicklung in Jakarta im Jahr 2016. Foto: GIZ

Im Themenfeld „Stärkung von Netzwerken für globale Regierungsführung“ dient das Vorhaben als Plattform, um die in globalen Partnerschaften und Projekten gesammelten Erfahrungen zu nutzen und weiterzuentwickeln. Das gilt für die Zusammenarbeit in G20, bei den nachhaltigen Entwicklungszielen oder in der ASEAN-Gemeinschaft. Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben bestehende Netzwerke zu Themen der internationalen Zusammenarbeit. Es berät die indonesischen Partner, beauftragt Studien, stellt Dialogplattformen bereit, unterstützt bei der Konzipierung von Workshops und Konferenzen. Das Vorhaben sorgt so dafür, dass der Dialogprozesses über Indonesiens und Deutschlands thematische Schwerpunkte in der internationalen Zusammenarbeit zwischen Institutionen aus Staat, Wissenschaft und Zivilgesellschaft an Fahrt aufnimmt.