Strom: Motor für Entwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Elektrifizierung durch Erneuerbare Energien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Madagaskar
Politischer Träger: Ministère de l’Eau, de l’Energie, et des Hydrocarbures (MEEH)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Nur 15 Prozent der Bevölkerung in Madagaskar haben Zugang zu Elektrizität. In ländlichen Regionen, in denen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben, sind es nur rund 5 Prozent.

Um ihren täglichen Energiebedarf zu decken, verwenden die meisten Haushalte Brennholz, Petroleumlampen, Kerzen, Batterien, Kohle und Dieselgeneratoren. Wegen des eingeschränkten Energiezugangs kann die soziale Infrastruktur, vor allem in ländlichen Regionen, nur zeitweise funktionieren. Dies betrifft beispielsweise Schulen, Gesundheitszentren und die Verwaltung, etwa Rathäuser. Ohne Zugang zu Strom kann sich auch die Wirtschaft des Landes nicht ausreichend entwickeln. Unzureichender Zugang zu Elektrizität und nicht ausreichende Strommengen hemmen die Entwicklung des Landes somit deutlich.

Ziel

Die Rahmenbedingungen für öffentliche und private Investitionen in Elektrifizierung durch erneuerbare Energien sind verbessert.

Vorgehensweise

Um den Stromsektor Madagaskars für öffentliche und private Investoren attraktiver zu gestalten und Investitionen abzusichern, müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden. In der neuen Energiepolitik von 2015 geht das Ministerium für Energie und Kohlenwasserstoffe (MEH) auf diese Herausforderung ein. Die GIZ arbeitet vor allem mit dem Ministerium, dem Regulierungsbüro Elektrizität (ORE) und der Agentur zur Förderung der ländlichen Elektrifizierung (ADER) zusammen sowie mit weiteren öffentlichen und privaten Akteuren. Mit dem Programm PERER trägt sie zu Effizienz, Wirksamkeit und vor allem zur Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen im Sektor bei:

  • Politik und Regulierung: Die GIZ unterstützt die Hauptakteure bei der Erstellung eines Aktionsplans für die Umsetzung der neuen Energiepolitik und den Aufbau einer sachgerechten, wirksamen Managementstruktur. Sie beteiligt sich auch an der Erarbeitung des Rechtsrahmens, vor allem an der Integration der Empfehlungen aller Akteure in den Entwurf der Reform eines neuen Elektrizitätsgesetzes.
  • Entwicklung des öffentlichen Sektors: Die GIZ berät und unterstützt das Ministerium für Energie und Kohlenwasserstoffe, das Regulierungsbüro Elektrizität und die Agentur zur Förderung der ländlichen Elektrifizierung, vor allem bei der strategischen und organisatorischen Entwicklung sowie bei der Einführung eines Informationssystems und beim Monitoring des Sektors. Die Regierung wird außerdem bei der Fertigstellung eines neuen Finanzierungsmechanismus zur Förderung der Elektrifizierung durch erneuerbaren Energien begleitet, besonders bei der Restrukturierung des nationalen Elektrifizierungsfonds.
  • Entwicklung des privaten Sektors: Die GIZ unterstützt die Einführung einer Dialogplattform für den staatlichen und privaten Sektor. Ziel ist es, private Investitionen in erneuerbare Energien auszuweiten und zu fördern. Außerdem sollen private Akteure gestärkt werden, unter anderem für die Entwicklung bankfähiger Projekte und die Finanzierung ihrer Umsetzung.
  • Ausschreibungsverfahren: Zusammen mit den staatlichen Partnern sollen Prozesse und Mechanismen bei Konzessionsvergaben und Genehmigungen optimiert werden, um die Funktionsfähigkeit von öffentlich-privaten Partnerschaften im Energiesektor zu sichern.
  • Prozesse zur Einspeisung in Stromnetze: Die GIZ berät und unterstützt das Ministerium für Energie und Kohlenwasserstoffe, die Agentur zur Förderung der ländlichen Elektrifizierung und den staatlichen Stromversorger JIRAMA dabei, standardisierte Verfahren für die Konzessionsvergabe an unabhängige Energieerzeuger zu erstellen und anzuwenden. Sie stärkt zudem die Fähigkeit der Regierung, Stromabnahmeverträge zu verhandeln und abzuschließen.

Wirkung

  • Die madagassische Regierung hat 2015 seine neue Energiepolitik verkündet. Sie sieht vor, dass bis 2030 70 Prozent der Madagassen Zugang zu Strom haben, der zu 85 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Die GIZ hat das Ministerium für Energie und Kohlenwasserstoffe bei der Ausarbeitung der Politik unterstützt. Sie begleitet außerdem die Einführung von Strukturen zur Umsetzung der Politik.
  • Ein neuer Gesetzesvorschlag für den Elektrizitätssektor wird dem Parlament 2017 vorgelegt. Er ist Ergebnis der Zusammenarbeit der Hauptakteure des Sektors.
  • Die GIZ hat die Verfahren für Konzessionsvergaben für 47 Erweiterungsregionen unterstützt. Aufgrund der Konzessionsverträge werden 2,2 Millionen Einwohner Zugang zu Elektrizität bekommen. Die zusätzlichen Kapazitäten der Stromproduktion werden bis zu 880 Megawatt erreichen.
  • Hydrologische und sozioökonomische Studien wurden in Zusammenarbeit mit ADER für 3 Konzessionsgebiete in der Region Sava und in 98 Bezirken (Fokotany) in den südwestlichen Regionen Androy, Anosy, Atsimo-Andrefana und Ihorombe durchgeführt. Mithilfe einer Schätzung der Energienachfrage können die Datenbanken für zukünftige Bewerber um Konzessionen verbessert werden.
  • Durch die Unterstützung der GIZ für das Ausschreibungsmanagement füllt das Ministerium für Energie und Kohlenwasserstoffe seine Funktion als evaluierende Instanz kompetent aus, unter anderem bei der Auswertung von Bewerbungen für Konzessionsverträge.
  • 4 Projektabkommen für Wasserkraftwerke mit einer Leistung zwischen 20 und 110 Megawatt wurden unterzeichnet. Private Finanzierungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro konnten mobilisiert werden. Diese Projekte ermöglichen es, 2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zu sparen, im Vergleich zur Nutzung alternativer Brennstoffe wie Diesel, Schweröl oder Kohle.