Arbeitsplätze schaffen Perspektiven

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Temporäre Stabilisierung von bedürftigen Haushalten von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und Bevölkerung in aufnehmenden Gemeinden im Nordirak
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Irak
Politischer Träger: Ministerium für Planung der autonomen kurdischen Regierung
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2017

Jesidische Frauen bei der Errichtung einer Freizeitanlage im Camp Khanke. Foto: GIZ/ Fabian Schwan-Brandt

Ausgangssituation

Seit dem Beginn des Krieges in Syrien 2011 und dem Vormarsch der Terrororganisatin „Islamischer Staat“, haben in der autonomen Region Kurdistan im Nordirak viele Menschen Zuflucht gesucht. Trotz schlechter Wirtschaftslage und finanzieller Engpässe müssen die kurdischen Gemeinden den Zuzug von rund einer Million irakischer Vertriebener und 250.000 syrischen Flüchtlingen meistern. Die kurdische Regierung stößt dabei an ihre Grenzen, die meist mittellosen Menschen zu versorgen und den außerordentlichen Bedarf an öffentlichen Dienstleistungen und Infrastruktur bereitzustellen.

Ziel

Binnenvertriebene, Flüchtlinge und die Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden nehmen ein zeitlich befristetes Einkommens- und Beschäftigungsangebot in den kurdischen Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniya wahr.

CfW Aktivitäten zur Errichtung einer Straße im Camp Kabarto Foto: GIZ/Fabian Schwan-Brandt

Vorgehensweise

Um bedürftige Haushalte zu unterstützen, schafft die GIZ zeitlich befristete Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten in den kurdischen Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniya. Flüchtlinge, Binnenvertriebene und bedürftige Einwohner haben die Möglichkeit, für maximal 40 Tage zu arbeiten. So erwirtschaften sie Einkommen und die Gemeinden sind zugleich entlastet. Mit ihrem Einkommen können sie selbständig ihre Grundversorgung sichern.

Mittels dieser „Cash for Work“-Aktivitäten werden soziale Dienstleistungen erbracht und die öffentliche Infrastruktur in den Camps und aufnehmenden Gemeinden instandgesetzt. Die Teilnehmenden rehabilitieren Straßen, Schulen, Wasserleitungen, Abwasserkanäle und errichten Freizeitanlagen in den Camps. Zusätzlich werden Gesundheitsberaterinnen in den Camps ausgebildet, die ihr Wissen zur Hygiene- und Gesundheitsversorgung an andere Campbewohner weitergeben.

Ergänzend zur Beschäftigungsinitiative unterstützt das Projekt besonders Bedürftige, die nicht arbeiten können, mit Bargeldzahlungen. Drei Monate lang erhalten etwa Haushalte mit arbeitsunfähigen Familienmitgliedern – zum Beispiel alleinerziehende Mütter, Familien mit chronisch kranken oder beeinträchtigten Familienmitgliedern – eine direkte finanzielle Unterstützung. Dieses Geld ermöglicht es ihnen, selbstbestimmt über Ausgaben zu verfügen und Essen und Unterkunft eigenständig zu zahlen.

Das Projekt ist Teil der BMZ Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“. Kurzfristig unterstützt es Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden gleichermaßen. Langfristig mindern nachhaltige Maßnahmen strukturelle Fluchtursachen wie beispielsweise soziale Ungleichheit oder wirtschaftliche Unsicherheit. Dieses Projekt leistet einen Beitrag zur Integration, Reintegration und sozialen Entwicklung von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen im Irak.

Ausbildung zu Gesundheitsberaterinnen im Rahmen von CfW Maßnahmen Foto: GIZ/Fabian Schwan-Brandt

Wirkungen

Durch „Cash for Work“-Maßnahmen wurden bisher mehr als 30.000 Männer und Frauen kurzfristig beschäftigt. Durch ihr Einkommen konnten sie den Lebensunterhalt für ihre Familien verbessern und dringend benötigte Anschaffungen tätigen. Zudem haben 5.000 bedürftige Familien finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten. Für ein paar Monate von Existenzängsten entlastet, können sie neue Perspektiven und Bewältigungsstrategien für eine bessere Zukunft entwickeln.

Ihr Einkommen geben die Menschen auf den lokalen Märkten und Geschäften aus. Davon profitieren Händler und Dienstleister und die lokalen Märkte werden belebt. Das stabilisiert die Wirtschaft in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.