Sport für Entwicklung in Afrika: Sportplätze mit Konzept!

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionalvorhaben „Sport für Entwicklung in Afrika“ (S4DA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mehrländer-Vorhaben in Äthiopien, Kenia, Mosambik, Namibia, Togo; Maßnahmen mit geringerem Umfang in der Demokratischen Republik Kongo, Gambia, Ghana, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Tansania
Politischer Träger: Nationale und regionale Ministerien für Bildung, Jugend und Sport
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

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Ausgangssituation

Rund eine Milliarde Menschen leben in Afrika südlich der Sahara. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Oft fehlt es jungen Menschen an qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten. Sport bietet einen innovativen Ansatz, um Attraktivität und Qualität dieser Angebote zu verbessern. Er erleichtert Zugang zu benachteiligten Gruppen und vermittelt soziale Kompetenzen wie Führungsqualitäten, Toleranz, Teamfähigkeit und den konstruktiven Umgang mit Niederlagen und Konflikten. Sport wirkt ganzheitlich – körperlich, emotional und kognitiv – und bietet vielfältige thematische Anknüpfungspunkte. Das Recht auf Sport ist in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verankert. Trotz der großen Sportbegeisterung wird Sport in vielen afrikanischen Ländern kaum für entwicklungspolitische Ziele genutzt. Es fehlen Sportplätze, tragfähige Konzepte und qualifiziertes Personal.

Ziel

In verschiedenen afrikanischen Ländern wird Sport genutzt, um entwicklungspolitischen Ziele zu erreichen.

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Vorgehensweise


In Zusammenarbeit mit Partnern baut oder renoviert das Vorhaben einfache Sportplätze. Es berät die Partner zu „Sport für Entwicklung“ und stärkt ihre Managementfähigkeiten. Gemeinsam werden nachhaltige Nutzungskonzepte für die Sportplätze entwickelt und die Integration von „Sport für Entwicklung“-Maßnahmen sichergestellt. Das Ergebnis: „Sportplätze mit Konzept!“

Ausgebildete „Sport für Entwicklung“-Trainerinnen und Trainer bieten – basierend auf gemeinsam mit Partnern entwickelten Methoden – verschiedene sportbezogene Aktivitäten an. Diese qualifizieren die jungen Teilnehmenden für den Arbeitsmarkt, vermitteln Strategien zur friedlichen Konfliktbearbeitung oder fördern eine positive Persönlichkeitsentwicklung.

Zu den Partnern gehören Schulen und Berufsschulen, Kommunen, Universitäten, Ministerien, nationale Sportverbände und lokale und internationale Nichtregierungsorganisationen. Zum Beispiel engagieren sich das namibische Ministerium für Bildung, Kunst und Kultur, der Verein Don Bosco Mondo, die SOS-Kinderdörfer weltweit und die sportwissenschaftliche Fakultät der Pädagogischen Universität Maputo im Bereich „Sport für Entwicklung“.

Wirkungen

In den 13 Ländern wurden bisher 113 Sportplätze renoviert oder neu gebaut. Mehr als 490.000 Kinder und Jugendliche profitieren davon. 88 Prozent der Sportplatzbetreiber verfügen über einen Belegungsplan, der die nachhaltige Nutzung der Plätze fördert. Fast 90 Prozent aller Partnerorganisationen mit Sportplätzen verfügen über Konzepte zur Verankerung des Ansatzes „Sport für Entwicklung“ in ihren Angeboten. Rund 620 Trainerinnen und Trainer wurden bislang geschult, um den Ansatz „Sport für Entwicklung“ in ihr Angebot zu integrieren. Sie haben eine wichtige Vorbildfunktion insbesondere für Kinder und Jugendliche, sowohl auf als auch neben dem Platz. Nahezu alle begleiteten „Sport für Entwicklung“-Trainerinnen und -Trainer bieten nachweislich hochwertige Trainings nach zuvor definierten Standards an. Über 190 Ausbilderinnen und Ausbilder wurden in der Methodik „Sport für Entwicklung“ fortgebildet. Als Multiplikatoren bilden sie Trainerinnen und Trainer aus. Rund 9.400 Kinder und Jugendliche nehmen nachweislich regelmäßig an den angebotenen Trainings zu grundlegenden Life Skills, Bildung und Gewaltprävention teil. 

In Namibia integrieren das namibische Bildungs- und Sportministerium den Ansatz „Sport für Entwicklung“ in nationale Lehrpläne für weiterführende Schulen.
In Äthiopien wurde die Methode „Sport2Work“ entwickelt. Über sie vermitteln Trainerinnen und Trainer an beruflichen Schulen Kindern und arbeitsmarktrelevante Fähigkeiten. Staatliche Berufsschulen beginnen erstmalig Sportabteilungen einzurichten.
In Kenia hat der Fußballverband den Ansatz „Sport für Entwicklung“ in seine Trainerausbildung aufgenommen, um ihn landesweit zu verbreiten. Dabei wurde auch eine Frauenquote etabliert.
In Mosambik integrierte die Pädagogische Universität Maputo „Sport für Entwicklung“ in die Sportlehrerausbildung. Bei Praktika in Schulen und Gemeinden wenden die Absolventinnen und Absolventen der Universität ihr neues Wissen direkt an.
In Togo fördern die etablierten kommunalen Komitees Bürgerorientierung und -beteiligung und verbessern so den Dialog zwischen lokalen Regierungen und der Zivilgesellschaft.

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