Sport für Entwicklung in Afrika: Kein Platz ohne Konzept!

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionalvorhaben „Sport für Entwicklung in Afrika“ (S4DA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mehrländer-Vorhaben in Äthiopien, Kenia, Mosambik, Namibia, Togo; Maßnahmen mit geringerem Umfang in Ghana, Nigeria, Ruanda, Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Nationale und regionale Ministerien für Bildung, Jugend und Sport
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

Sport für Entwicklung in Afrika. Sport vermittelt wichtige Fähigkeiten die auf das Berufsleben vorbereiten © GIZ / Mulugeta Gebrekida

Ausgangssituation

In der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wird hervorgehoben, dass Sport durch seine gesellschaftspolitische und sozialintegrative Wirkung zu einer nachhaltigen Entwicklung bedeutend beiträgt.

International anerkannt wird dies spätestens seit 2003, als die Vereinten Nationen die Resolution 58/5 „Sport als Mittel zur Förderung von Bildung, Gesundheit, Entwicklung und Frieden“ verabschiedet haben.

Trotz der großen Sportbegeisterung wird Sport in vielen afrikanischen Ländern kaum für entwicklungspolitische Ziele genutzt. Oft fehlen Sportplätze, tragfähige Konzepte und qualifiziertes lokales Personal.

Qualifizierte Trainerinnen und Trainer sind wichtige Vorbilder für Kinder und Jugendliche – bei ihnen suchen sie Rat. © GIZ / Ruth Lumbasi

Sport bietet einen innovativen Ansatz, um Zugang zu benachteiligten Gruppen zu finden und soziale Kompetenzen wie Fairness, Toleranz, Teamfähigkeit oder den konstruktiven Umgang mit Niederlagen und Konflikten zu fördern. Diese Fähigkeiten tragen nicht nur zu einem friedlichen Zusammenleben bei, sondern auch zu besseren Zukunftsperspektiven. „Sport für Entwicklung“ bringt Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen und fördert so ein gemeinsames Vorgehen für nachhaltige Entwicklung in Afrika. Damit unterstützt das Regionalvorhaben „Sport für Entwicklung in Afrika“ auch die Umsetzung der Initiative „Mehr Platz für Sport – 1.000 Chancen für Afrika“, die Entwicklungsminister Müller 2014 gestartet hat.

Ziel

In ausgewählten afrikanischen Ländern wird Sport verstärkt als Weg genutzt, um entwicklungspolitische Ziele zu erreichen.

Vorgehensweise

In Zusammenarbeit mit den Partnern werden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt:

  • An ausgewählten Orten werden einfache Sportplätze gebaut beziehungsweise instand gesetzt.
  • Durch Fortbildungsmaßnahmen werden die Managementfähigkeiten der Partner gestärkt, nachhaltige Nutzungskonzepte für die Sportplätze entwickelt und die Integration von „Sport für Entwicklung“-Maßnahmen sichergestellt. Es gilt: „Kein Platz ohne Konzept!“
  • Basierend auf gemeinsam mit Partnern entwickelten Methoden bieten ausgebildete Trainerinnen und Trainer auf den Sportplätzen Aktivitäten an, die für den Arbeitsmarkt qualifizieren, Strategien zur friedlichen Konfliktbearbeitung vermitteln und eine positive Persönlichkeitsentwicklung in den Mittelpunkt stellen.
Sport spricht vor allem Kinder und Jugendliche an und fördert wichtige Alltagskompetenzen über Spaß und Spiel. © GIZ / Stefan Oosthuizen

Zu den Partnern gehören Schulen und Berufsschulen, Kommunen, nationale Sportverbände und lokale Nichtregierungsorganisationen sowie Don Bosco Mondo e.V. SOS-Kinderdörfer weltweit, streetfootballworld gGmbH und die Auma Obama Foundation Sauti Kuu und zahlreiche weitere.

Wirkungen

Gemeinsam mit mehr als 150 Partnern in 9 Ländern wurden bislang unter anderem folgende Erfolge erzielt:

  • Mehr als 57.000 Kinder und Jugendliche profitieren von den bislang 34 instand gesetzten oder neu gebauten Sportplätzen.
  • Rund 230 Trainerinnen und Trainer wurden bislang geschult, um den Ansatz „Sport für Entwicklung“ in ihr Training zu integrieren. Sie haben eine wichtige Vorbildfunktion sowohl auf als auch neben dem Platz.
  • Über 100 Instruktorinnen und Instruktoren wurden in der Methodik „Sport für Entwicklung“ fortgebildet. Als Multiplikatoren bilden sie Trainerinnen und Trainer aus.
  • „Sport für Entwicklung“ fördert die Geschlechtergerechtigkeit. Rund ein Drittel aller fortgebildeten Personen sind Frauen.
  • In Äthiopien wurde die Methode „Sport2Work“ entwickelt. Als Grundlage der Trainerfortbildung fördert sie berufliche Bildung durch Sport.
  • In Kenia hat der Fußballverband den Ansatz „Sport für Entwicklung“ in seine Trainerausbildung aufgenommen, um ihn landesweit zu verbreiten.
  • In Mosambik integrierte die Pädagogische Universität Maputo den Ansatz in die Sportlehrerbildung. Bei Praktika in Schulen und Gemeinden wenden die Absolventinnen und Absolventen der Universität ihr neues Wissen direkt an.
  • Der namibische Schulsportverband sowie das Bildungs- und das Sportministerium haben eine gemeinsame Absichtserklärung mit dem Vorhaben unterzeichnet. Der Ansatz „Sport für Entwicklung“ kann so stärker im Schulwesen Namibias verankert werden.
  • Das Regionalvorhaben „Sport für Entwicklung in Afrika“ unterstützt die Entwicklung von Netzwerken. In Togo fördern die etablierten kommunalen Komitees Bürgerorientierung und -beteiligung und verbessern so den Dialog zwischen lokalen Regierungen und der Zivilgesellschaft.