Stärkung der Resilienz im Nordosten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung von Binnenvertriebenen und der Resilienz von Aufnahmegemeinden im Norden und Nord-Osten von Nigeria
Auftraggeber: Europäische Union (EU); Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nigeria
Politischer Träger: Nigerianisches Bundesministerium für Budget und Nationale Planung
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

Ausgangssituation

Mit über 180 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas – und auch eines der ärmsten. Der Nordosten leidet besonders unter Armut, Ernährungsunsicherheit sowie mangelndem Zugang zu Bildung und Gesundheit. Die Aktivitäten der Terrororganisation Boko Haram haben die Situation drastisch verschärft. Seit 2009 kommt es, besonders im Bundesstaat Borno, immer wieder zu gewaltsamen Anschlägen. Sie forderten bisher mehr als 20.000 Todesopfer und haben etwa 2,3 Millionen Menschen aus ihren Herkunftsgemeinden vertrieben. Die Mehrheit der Binnenvertriebenen lebt jetzt in Borno und den angrenzenden Bundesstaaten Yobe und Adamawa.

Die Bevölkerung in den Städten der betroffenen Bundesstaaten hat sich in kürzester Zeit durch die Aufnahme von Binnenvertriebenen vervielfacht. Das bereits vorher unzureichende Gesundheits- und Bildungswesen wurde durch gezielte Angriffe von Boko Haram auf Schulen und Gesundheitszentren weiter geschwächt. Den Binnenvertriebenen und der aufnehmenden Bevölkerung stehen nicht genügend Ressourcen zur Verfügung. Die Trinkwasser-, Energie- und Sanitärversorgung der aufnehmenden Gemeinden sind extrem überlastet. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln über den lokalen Handel ist unzureichend. Die nigerianische Regierung verzeichnet zwar erste Erfolge bei der Stabilisierung des Nordostens; ohne Unterstützung kann sie die Herausforderungen aber nicht bewältigen.

Ziel

Die Lebensbedingungen der Binnenvertriebenen, der Bevölkerung in aufnehmenden Gemeinden und der Rückkehrenden in Herkunftsgemeinden in den Bundesstaaten Adamawa und Borno sind verbessert.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Europäischen Union (EU) engagiert sich die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH für bessere Lebensbedingungen der Menschen in den Bundesstaaten Borno und Adamawa. Die GIZ arbeitet an der Schnittstelle von Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit: Sie qualifiziert lokale Institutionen dafür, benötigte Strukturen langfristig selbst bereitstellen zu können, und stärkt Notleidende in ihren Möglichkeiten zur Selbstversorgung. Das Vorhaben richtet sich sowohl an Binnenvertriebene und Aufnahmegemeinden als auch an Rückkehrende und Herkunftsgemeinden.

Durch den (Wieder-)Aufbau von Schul-, Gesundheits-, Wasser-, Energie- und Sanitäreinrichtungen verbessern sich die Lebensbedingungen. In eher ländlichen Herkunftsgemeinden soll außerdem die landwirtschaftliche Produktion wieder angekurbelt werden. (Wieder-)aufzubauende Strukturen werden mithilfe der bewährten Methode „Community Action Planning“ gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, staatlichen Institutionen und der Zivilgesellschaft ermittelt und gewichtet. Durch individuelle Maßnahmen wird parallel die Fähigkeit zur Selbstversorgung der Betroffenen gestärkt. Durch den ganzheitlichen Ansatz vermeidet das Projekt Konflikte, die durch die Konkurrenz um knappe Ressourcen entstehen.

Das Projekt ist Teil der BMZ Sonderinitiative „Fluchtursachen mindern – Aufnahmeregionen stabilisieren – Flüchtlinge unterstützen“. Die geförderten Maßnahmen kommen Vertriebenen und aufnehmenden Gemeinden gleichermaßen zu Gute. Langfristig mindern sie durch ihren nachhaltigen Ansatz strukturelle Fluchtursachen wie soziale Ungleichheit oder Perspektivlosigkeit. Dieses Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung von Lebensbedingungen von Vertriebenen, aufnehmenden Gemeinden und Herkunftsgemeinden und fördert den sozialen Zusammenhalt, um die Region langfristig zu stabilisieren.