Friedensförderung im Jemen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Friedensförderung im Jemen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jemen
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Jemen. Teilnehmende des Workshops zu konfliktsensibler Kommunikation. © GI

Ausgangssituation

Der Jemen befindet sich in einem Bürgerkrieg, an dem auch ausländische Mächte beteiligt sind. Nachdem die von der Mehrheit der internationalen Gemeinschaft anerkannte Regierung aus dem Land vertrieben wurde, kämpfen verschiedene jemenitische Gruppierungen gewaltsam um die politische Vorherrschaft. Die allseitigen Angriffe auf die Zivilbevölkerung haben unter den Konfliktparteien zu starker Verbitterung geführt und die Bereitschaft zur friedlichen Konfliktlösung erheblich vermindert. Visionen, Ideen und Vorschläge, wie der Konflikt gewaltfrei bearbeitet werden könnte, fehlen. Auch von der Zivilgesellschaft und ihren Organisationen geht keine friedensfördernde Kraft aus. Es fehlen allgemein Fertigkeiten und Erfahrungen, um unter den Bedingungen eines Bürgerkriegs gewaltfreie Lösungen zu erarbeiten, konfliktmindernde Beiträge zu artikulieren und entsprechend zu handeln.

Ziel

Voraussetzungen für gewaltfreie Konfliktbearbeitung sind verbessert.

Jemen. Teammeeting in Beirut des Vorhabens zur Friedensförderung. © GIZ

Vorgehensweise

Ziel des Vorhabens ist es, lokale zivilgesellschaftliche Organisationen durch Training und Coaching zu stärken, damit sie konfliktmindernde, friedensfördernde Beiträge entwickeln und entsprechend handeln können. Die institutionelle und fachliche Leistungs- und Gestaltungsfähigkeit ausgesuchter Nichtregierungsorganisationen und wissenschaftlicher Einrichtungen wird gestärkt. Sie sollen sich dadurch zukünftig professionell zu Fragen von Menschrechten, Demokratie und Staatsaufbau und ihrer Bedeutung für den Friedenprozess positionieren.

Das Vorhaben sensibilisiert auch die jemenitische Öffentlichkeit. In einer landesweiten Kampagne steht die gesellschafts- und friedenspolitische Bedeutung von Menschenrechten, Gender, Demokratie und Staatsaufbau im Mittelpunkt. Interaktive Online-Informationsspiele werden dazu hauptsächlich für die überwiegend junge Bevölkerung entwickelt.

In Verbindung mit der Öffentlichkeitsarbeit fördert das Vorhaben konfliktsensible Kommunikation: sowohl im gesellschaftlichen Alltag als auch in der Berichterstattung der klassischen Medien sowie in den sozialen Medien. Durch Fortbildungsmaßnahmen wird das Vorhaben zu mehr Kontextsensibilität in Regierungsbezirken und nachfolgend auch landesweit beitragen.

Das Vorhaben stärkt darüber hinaus die Beteiligung von Frauen am Friedensprozess und an der Erarbeitung der Post-Konflikt-Agenda. Die Entwicklung eines Strategiepapiers sowie von Umsetzungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Frauenorganisationen wird unterstützt.

Wirkungen

Bei einem vom Vorhaben organsierten Workshop für die mit Friedensfragen befassten Nichtregierungsorganisationen im September 2016 konnte ein – zu diesem frühen Zeitpunkt überraschendes – Ergebnis erzielt werden: Vertreter von 32 Nichtregierungsorganisationen aus den verschiedenen politischen Lagern saßen an einem Tisch und befassten sich mit Friedensschaffung. Die Teilnehmenden beschlossen darüber hinaus, eine gemeinsame Plattform für Frieden zu etablieren und sich stärker zu vernetzen.