Freiwillige Klimaschutzmaßnahmen in der Kälte- und Klimatechnik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: NAMA Fazilität: Umsetzung der Kälte- und Klimatechnik-NAMA in Thailand
Auftraggeber: NAMA Fazilität: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB); Department for Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS) of the United Kingdom
Land: Thailand
Politischer Träger: Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning (ONEP) des Ministry of Natural Resources and Environment (MoNRE) Thailand; Department of Alternative Energy Development and Efficiency (DEDE) des Ministry of Energy (MoE) Thailand
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

Ausgangssituation

Der Energiebedarf im Kühlsektor Thailands steigt erheblich. Schon heute entfällt auf Geräte zur Kühlung und Klimatisierung schätzungsweise die Hälfte des im Land verbrauchten Stroms. Nach Prognosen wird sich die Nachfrage ohne Eingreifen bis 2030 verdreifachen. Die starke Nachfrage nach Kühlung während der Hitzeperioden führt regelmäßig zu Spitzen in der Stromversorgung und ist eine besondere Herausforderung für die Energieversorger. Durch den hohen Energieverbrauch und die direkten Emissionen, die beim Einsatz von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial entstehen, hat der Kühlsektor einen großen Einfluss auf die Menge der Treibhausgasemissionen. Die Reduzierung der Emissionen aus dem Kühlsektor kann wesentlich zur Erreichung der ehrgeizigen Treibhausgasemissionsziele Thailands beitragen.

Gleichzeitig ist Thailand ein wichtiges Industriedrehkreuz für nationale und internationale Unternehmen im Kühlsektor. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich die Unternehmen an sich ändernde Anforderungen anpassen, die unter anderem durch internationale Vereinbarungen entstehen. Die Herausforderung besteht folglich darin, besonders energieeffiziente und klimafreundliche Technologien zu entwickeln und zu produzieren.

Ziel

Die Förderung klimafreundlicher, energieeffizienter Technologien hat eine Transformation des Kühlsektors angestoßen. Nationale Energieeinsparungs- und Klimaschutzziele können erreicht werden, unter anderem mithilfe internationaler Klimafinanzierung.

Vorgehensweise

Kühltechnologien auf dem thailändischen Markt variieren stark in ihrer Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit. Bei gewerblicher Kühlung und Haushaltsgeräten wurden bereits klimafreundliche Technologien eingeführt, die Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial verwenden. Bei der Klimatisierung gibt es solche Alternativen bislang nicht.

Auf der Nachfrageseite will das Projekt Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit von Kühltechnologien mit zwei Ansätzen steigern:

Die Nachfrage nach energieeffizienteren Produkten soll gesteigert werden, indem bewährte Praktiken bei der Gestaltung von Mindestnormen für Energieeffizienz und Labels aufgezeigt sowie finanzielle Anreizprogramme etabliert werden. In Kooperation mit kommerziellen Endnutzern, beispielsweise Supermarktketten und Hotels, werden außerdem Demonstrationsprojekte entwickelt, die die Reduktion des Energieverbrauchs bei Kühlung und Klimatisierung belegen.

Die Nachfrage in Marktsegmenten, in denen bereits klimafreundliche, energieeffiziente Technologien existieren, wird weiter gesteigert. Dazu wird ein finanzielles Anreizsystem geschaffen, das die Attraktivität solcher Technologien für die thailändischen Verbraucher erhöht.

Unterstützt durch die Verhandlungen im Rahmen des Montrealer Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen (1989), tendiert der Kühlsektor zunehmend in Richtung klimafreundliche Kältemittel. Dies bedeutet jedoch zusätzliche Herausforderungen in Bezug auf die Sicherheit der Geräte: Die Erhöhung der Klimafreundlichkeit, das heißt die Reduzierung des Treibhauspotenzials eines Kältemittels, geht mit einer höheren Entflammbarkeit einher. Das Projekt berät verantwortliche Ministerien und Institutionen bei der Gestaltung von Sicherheitsstandards und Regeln, entsprechend den international bewährten Verfahren. Darüber hinaus werden Servicetechniker ausgebildet, um den Sektor für unterschiedliche Sicherheitsanforderungen zu qualifizieren, beispielsweise im Umgang mit Kohlenwasserstoffen, und somit auf vorhersehbare Technologieentwicklungen und -änderungen vorzubereiten.

Das Projekt unterstützt Produzenten dabei, neue klimafreundliche, energieeffiziente Kühlprodukte auf den Markt zu bringen, die den thailändischen Vorschriften entsprechen. So werden Unternehmen auch bei Investitionen für den Aufbau von Produktionslinien finanziell gefördert.