Berufliche Bildung in Bosnien und Herzegowina

Projektbeschreibung

Bezeichnung: Berufliche Bildung in Bosnien und Herzegowina
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Bosnien und Herzegowina
Politischer Träger: Ministerium für Zivile Angelegenheiten
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Ausgangssituation

Bosnien und Herzegowina leidet unter hoher Arbeitslosigkeit. Das Berufsbildungssystem entspricht nicht den Anforderungen der Wirtschaft und trägt nur geringfügig zur Beschäftigung und zur Förderung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit bei. Der landesweite Aufbau eines nachfrageorientierten, wettbewerbsfähigen Aus- und Weiterbildungssystems ist für das Land daher eine wesentliche Herausforderung auf dem Weg zu mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung.

Ziel

An den Pilotstandorten in Bosnien und Herzegowina ist eine kooperative und kompetenzbasierte Berufsbildung eingeführt.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit seinen Partnern optimiert das Projekt unter anderem rechtliche Rahmenbedingungen, um die Berufsbildung in Bosnien und Herzegowina langfristig zu stärken.

So unterstützt es durch Beratungs- und Schulungsangebote Betriebe, Ministerien, Schulen, Schulbehörden und Lehrende bei der Gestaltung eines einheitlichen Berufsbildungssystems. Dazu gehört beispielweise eine verbesserte Kooperation zwischen Schulen und Betrieben, sodass sich Bildungsangebote stärker an den Anforderungen des Arbeitsmarktes orientieren. Durch diese Beratung können Beteiligte ihre Rollen besser wahrnehmen und gemeinsam zu einer qualitativ hochwertigen Berufsbildung beitragen.

Zudem wird der fachliche Austausch der Partner innerhalb des Landes gefördert. Das Ziel ist ein einheitlicheres Berufsbildungssystem, das für weitere Schritte in Richtung EU-Annährung notwendig ist. Plattformen und Netzwerke für den Austausch werden dazu auch auf regionaler und überregionaler Ebene gefördert.

Die Anpassung rechtlicher Dokumente an neue Anforderungen schafft darüber hinaus Rechtssicherheit und verankert Reformentscheidungen nachhaltig. 

Der politische Partner ist das Ministerium für Zivile Angelegenheiten von Bosnien und Herzegowina. Die Implementierungspartner sind die relevanten Ministerien der ausgewählten Pilotregionen und deren nachgeordnete Institutionen.

Wirkungen

Bisher konnte das Projekt folgende Ergebnisse erzielen:

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft wurden Standards für mehrere Berufe entwickelt. Diese finden ihre Anwendung als Grundlage der Lehrplanentwicklung in den Schulen.

Fortbildungen für Lehrende und didaktische Lehrmittel sorgen für eine bessere Umsetzung der reformierten Lehrpläne.

Eine Studie zum Verbleib von Absolventinnen und Absolventen der Berufsschulen gibt Aufschluss über die Qualität des Berufsbildungssystems und identifiziert Potenziale und Handlungsbedarf. Kurzfilme über Erfolgsgeschichten von Fachkräften, Broschüren und andere Produkte verbessern zudem das Image der beruflichen Bildung.

Eine rechtlich bindende Verordnung, die die Ausbildung in Betrieben und an Schulen regelt, ist in einem Kanton bereits in Kraft getreten. Die Entwicklung eines neuen Berufsbildungsgesetzes für einen weiteren Kanton wird unterstützt. Ein weiterer Kanton bietet ein Mentoringprogramm als Instrument für die Karriereberatung junger Menschen an.

Das Projekt unterstützt darüber hinaus ausgewählte Wirtschaftskammern dabei, ihre Rolle in der beruflichen Bildung zu definieren und deren Umsetzung zu planen.