Make-IT in Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Tech-Entrepreneurship-Initiative „Make-IT in Afrika”
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)
Land: Afrika
Politischer Träger: Kenia: Ministry of Industry, Trade and Cooperatives; Nigeria: Federal Ministry of Budget and National Planning
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Ausgangssituation

In Zeiten raschen globalen Wandels und schneller Innovationszyklen sind Ökonomien weltweit gefordert, ihr digitales Potenzial besser als bisher für die privatwirtschaftliche Entwicklung und ein nachhaltiges Beschäftigungswachstum zu nutzen. Dies gilt auch für Subsahara-Afrika. Die Verknüpfung von traditionellen Branchen mit dem IKT-Sektor eröffnet neue Chancen, um die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Digitales Unternehmertum ist einer der wichtigsten Treiber des digitalen Wandels in Afrika. Entrepreneure haben das Potenzial, Wirtschaft und Gesellschaft ihrer Länder zu modernisieren, innovative Lösungen für Entwicklungsprobleme zu finden, neue Perspektiven und Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Vielen jungen Technologieunternehmen aus Subsahara-Afrika gelingt der Sprung zur internationalen Marktreife dennoch nicht. Ihnen fehlt Zugang zu Kapital, Kunden, geeignetem Personal und digitaler Infrastruktur. Um erfolgreich zu sein, brauchen Entrepreneure ein funktionierendes unternehmerisches Ökosystem aus Referenzkunden, Investoren, Fördereinrichtungen und Trainingspartnern. Viele Ökosysteme sind lückenhaft, sodass Tech-Start-ups wichtige Kontakte, (Anschluss-)Finanzierungen und Chancen zur Weiterentwicklung fehlen.

Ziel

Das unternehmerische Ökosystem in den beiden Pilotländern, Nigeria und Kenia, ist so gut gestärkt, dass sich innerhalb der Projektlaufzeit bis zu 50 Tech-Start-ups zu wachstums- und investitionsfähigen Unternehmen entwickeln und sich viele weitere erfolgreich mit Geschäfts- und Investitionspartnern vernetzen. Der Fokus liegt dabei auf solchen Unternehmen, deren Innovationen für eine nachhaltige und inklusive Entwicklung besonders wichtige Beiträge leisten.

Vorgehensweise

„Make-IT in Afrika“ ist ein Pilotprojekt der Initiativen „Digitales Afrika“ und „Make-IT“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ). Ziel von Make-IT ist es, zusammen mit der Privatwirtschaft, Verbänden und Sozialunternehmen, Wachstums- und Beschäftigungspotenziale für Tech-Entrepreneure in Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu erschließen. Im November 2016 wurde deshalb die „Make-IT-Allianz“ gegründet.
„Make-IT in Afrika“ wird in den beiden Pilotländern Nigeria und Kenia entwickelt und umgesetzt. Das Projekt umfasst derzeit drei Handlungsfelder:

  1. Die Förderung des unternehmerischen Ökosystems kommt allen Tech-Start-ups in Ost- und Westafrika zugute. Gefördert wird über die Zusammenarbeit mit Innovationszentren, Netzwerken, Investorenvereinigungen, Verbänden und anderen Multiplikatoren. Wichtige Maßnahmen sind, neben vielen anderen, Handreichungen für Entrepreneurship und Informationsplattformen über Förder- und Finanzierungsangebote.
  2. Unterstützung bei der Etablierung von Geschäftskontakten erleichtert den Zugang zu Markt- und Finanzierungspartnern. Wichtige Maßnahmen sind die direkte Kontaktvermittlung, Kooperationsveranstaltungen, Messebesuche und Vorstellen der Geschäftsideen bei Investoren-Pitches. Eine enge Zusammenarbeit erfolgt dazu mit Auslandshandelskammern, Investorennetzwerken, Banken und anderen.
  3. Die Wachstums- und Finanzierungsfähigkeit 50 ausgewählter Tech-Entrepreneure aus Ost- Westafrika wird gefördert, deren digitale Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung bedeutsam sind. Innovative Weiterbildungsformate und Mentoring werden eingesetzt, um die Management- und Strategiekompetenz der Entrepreneure zu stärken.

Das Projekt trägt zur besseren Nutzung des digitale Potenzials in Subsahara-Afrika bei: Es stärkt die Gesamtstruktur der digitalen Wirtschaft und fördert die Entwicklung marktreifer neuer Produkte und Serviceleistungen, die national und international einsetzbar sind.

Im Mittelpunkt stehen digitale Innovationen, die zu den ökonomischen, sozialen und ökologischen Zielen einer nachhaltigen Entwicklung besonders wirksam beitragen. Innovative Produkte zur Lösung zentraler Entwicklungsherausforderungen ermöglichen unter anderem besseren Zugang zu Online-Bildungsangeboten und Gesundheitsdienstleistungen für arme Bevölkerungsgruppen, effizientere Produktion und Nutzung von (erneuerbarer) Energie sowie Verbesserungen in der Landwirtschaft, zum Beispiel Apps für Pflanzenschutz und optimale Anbaumethoden.

Erfolgreiche Tech-Entrepreneure schaffen zudem Einkommen und Beschäftigung und tragen damit zu einem besseren Lebensstandard armer Bevölkerungsschichten bei, die beispielsweise in Tech-Start-ups, Zulieferbetrieben oder den zugehörigen Wertschöpfungsketten Beschäftigung finden.

Make-IT in Afrika. Tech-Entrepreneurship heißt vor allem Teamwork. Gründerteams brauchen 3 bis 5 Jahre, um aus einer guten Idee eine wirksame Lösung für nachhaltige Entwicklung zu machen. © GIZ