Stärkung der Aus- und Weiterbildung für die Entwicklung des Solarmarkts

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Aus- und Weiterbildungskapazitäten für die Entwicklung des tunesischen Solarmarkts (RCH-DMS)
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère de l'Energie, des Mines et des Energies Renouvelables (MEMER)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Tunesien. Spannungsmessung an einer Photovoltaikanlage zu Lehr- und Lernzwecken im Berufsbildungszentrum der Technopôle de Borj Cedria. © GIZ

Ausgangssituation

Der Tunesische Solarplan sieht vor, bis 2030 ein Drittel des Strombedarfs aus regenerativen Quellen zu decken und die großen ungenutzten Potenziale, vor allem Solarenergie, zu nutzen. Wesentliches Hindernis ist die mangelnde Qualifizierung von Fachkräften, die zu Qualitätsproblemen bei Installation, Wartung und Betrieb von Anlagen regenerativer Energien / Photovoltaik (RE/PV) führt.

Beschäftigungsförderung ist oberste Priorität der tunesischen Regierung, angesichts von aktuell mehr als 30 Prozent diplomierter Beschäftigungssuchender, darunter viele in technischen Sparten. Bisherige Lösungsversuche – Trainingsinitiativen des Privatsektors, lokale Kooperationen zwischen Berufsschulen und Unternehmen, Bereitstellung von PV-Trainingsplattformen und andere – verlaufen noch nicht koordiniert. Es fehlt eine strukturierte, praxis- und beschäftigungsorientierte Aus- und Weiterbildung, die in das nationale Bildungssystem integriert ist und die erforderlichen Qualitätsstandards garantiert.

Ziel

Die Aus- und Weiterbildungsangebote zur praxis- und bedarfsorientierten Qualifizierung von Fachkräften für Photovoltaikanlagen sind verbessert. Die Ausbildungseinrichtungen sind vernetzt und arbeiten eng zusammen.

Tunesien. Spannungsmessung am Sicherheitskasten einer Photovoltaikanlage zu Lehr- und Lernzwecken im Berufsbildungszentrum der Technopôle de Borj Cedria. © GIZ

Wirkungen

An ausgewählten tunesischen Bildungseinrichtungen sind verbesserte Weiterbildungsprogramme für RE/PV verankert. Eine nationale Standardisierung der Weiterbildung wird mit Unterstützung des Vorhabens entwickelt und durch einen Qualitätssicherungsmechanismus nach der Norm ISO 17024:2012 konsolidiert.

Die Weiterbildungsmaßnahmen für tunesische Fachkräfte profitieren auch von verbesserten Kenntnissen und Fähigkeiten der Ausbilder. Durch Maßnahmen des Projekts verbessern sich mittelfristig die Beschäftigungsperspektiven tunesischer Absolventen und Fachkräfte in Institutionen und Unternehmen aus dem Bereich der regenerativen Energien. In enger Zusammenarbeit zwischen Solarunternehmen sowie privaten und öffentlichen, offiziell anerkannten Berufsbildungszentren werden regelmäßig Weiterbildungsprogramme für RE/PV in ganz Tunesien durchgeführt. Die aktuell 200 tunesischen Solarunternehmen können ihren Fachkräftebedarf vermehrt decken. Die Qualität der in Tunesien installierten RE/PV-Anlagen steigt mit der verbesserten Qualifikation des eingesetzten Personals. Die weitere Marktentwicklung von RE/PV in Tunesien wird dadurch auf eine nachhaltigere Grundlage gestellt.

Tunesien. Verkabelung einer Photovoltaikanlage zu Lehr- und Lernzwecken mit dem Wechselrichter im Berufsbildungszentrum der Technopôle de Borj Cedria. © GIZ