NDC Assist – Unterstützung der NDC-Partnerschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: NDC Assist – Unterstützung der NDC-Partnerschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2020 (neu beauftragt 2018-2020)

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Ausgangssituation

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und dem Klimaabkommen von Paris im Jahr 2015 hat die internationale Gemeinschaft einen politischen Rahmen für gemeinsames Handeln geschaffen. Zum ersten Mal zeigten fast alle Mitglieder der Vereinten Nationen Einigkeit und versprachen, ihren Teil zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal 2 °C, und wenn möglich 1,5 °C, beizutragen. Die Länder stellen ihr Bekenntnis zum Pariser Klimaabkommen unter Beweis, indem sie sich zu Nationalen Klimabeiträgen (NDCs) verpflichten. Darin sind genaue Ziele für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen und die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels festgelegt. Auch wenn dies eine schwierige Aufgabe darstellt, müssen die NDCs schnell und effektiv umgesetzt werden, wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden sollen.

In Zusammenarbeit mit der Regierung von Marokko und dem World Resources Institute (WRI) haben das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) auf der 22. Vertragsstaatenkonferenz (COP 22) in Marrakesch (Marokko) die globale NDC-Partnerschaft gegründet. Diese hat die Aufgabe, Entwicklungsländer bei der Erreichung ihrer Klima- und Entwicklungsziele zu unterstützen.

Ziel

Ausgewählte Mitgliedsländer der internationalen NDC-Partnerschaft arbeiten effektiv an der Umsetzung ihrer Nationalen Klimabeiträge und setzen sich langfristig ehrgeizigere Ziele.

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Vorgehensweise

BMZ und BMUB haben sich dazu verpflichtet, ihre klimabezogene Unterstützung für Partnerländer in Maßnahmen auf Länderebene fließen zu lassen, um zu einer effektiven Umsetzung der NDCs beizutragen. Zu diesem Zweck hat das BMZ die GIZ mit der Durchführung des Globalvorhabens NDC Assist beauftragt, das eine effektive NDC-Umsetzung unter dem Dach der NDC-Partnerschaft und im Kontext der Agenda 2030 fördert. Dabei setzt das Vorhaben auf zwei Vorgehensweisen:

  • Engagement auf Länderebene. NDC Assist stärkt die Handlungsfähigkeit der Institutionen in Partnerländern durch Unterstützung bei der Verbesserung der Koordinationsmechanismen und -prozesse und durch die Ausarbeitung von NDC-Roadmaps, Kommunikationsstrategien und Strategien für die Einbindung von Stakeholdern. Das Projekt hat die Funktion eines Handlungskatalysators, da es seinen Partnern dabei hilft, ihre NDCs in nationale Vorschriften und Richtlinien umzusetzen, Entwicklungs- und Investitionspläne zu erstellen und Anreizprogramme und Investitionsprojekte zu entwickeln. Gleichzeitig regt das Projekt seine Partner zu größerem Ehrgeiz an: Sie erhalten Unterstützung bei den NDC-Überprüfungen und der Modellierung und Priorisierung weiterer NDC-Maßnahmen und werden bei ihrer Teilnahme am Überprüfungsprozess 2018 („Facilitative Dialogue“) unterstützt.
     
  • Regionaler Austausch. Durch enge Zusammenarbeit mit ausgewählten regionalen Organisationen unterstützt NDC Assist außerdem regionale Konsultationen und den Peer-to-Peer-Austausch über die NDC-Umsetzung. Dabei wird auf Erfahrungen zurückgegriffen, die beim Engagement auf Länderebene gewonnen wurden.

Zusätzlich zur direkten Unterstützung bei der Umsetzung der NDCs, die auf Ebene der Länder und der Region ansetzt, werden durch die Entsendung von Fachkräften die Bemühungen der Unterstützungseinheit (Support Unit) der NDC-Partnerschaft weiter verstärkt.

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Was die NDC-Partnerschaft einzigartig macht, ist ihre doppelte Rolle als globale Partnerschaft und Koordinationsmechanismus auf Länderebene. Auf Grundlage der zahlreichen vorhandenen bilateralen und regionalen EZ-Programme der GIZ bietet das Projekt NDC Assist den Mitgliedern der NDC-Partnerschaft kurzfristig individuell zugeschnittene technische Unterstützungs- und Dienstleistungen im Bereich Kapazitätsaufbau. Die Projektmaßnahmen werden eng mit der Unterstützungseinheit (Support Unit) der NDC-Partnerschaft, den GIZ-Länderbüros, den deutschen Botschaften, dem BMZ und anderen Gebern und Durchführungspartnern abgestimmt.

Die Unterstützung der Partnerländer bei der Erfüllung ihrer NDCs erfolgt stets in Einklang mit den jeweiligen nationalen Prioritäten. In Pakistan trägt das Projekt zum Beispiel zur Ausarbeitung einer NDC-Roadmap und einer nationalen Klimawandelbehörde bei. Anschließend wird fachliche Beratung geleistet, um den NDC in sektorspezifische Ziele zu gliedern. Ferner ist NDC Assist in Mali, Namibia und Honduras an der Ausarbeitung von Umsetzungs-Roadmaps beteiligt, denen eine ministerien- und sektorübergreifende Herangehensweise zugrunde liegt. Länder wie Namibia und Honduras bemühen sich, den Klimawandel im Rahmen eines ganzheitlichen Entwicklungsansatzes zu bewältigen. NDC Assist berät sie, damit ihre Umsetzungstätigkeiten mit der Agenda 2030 und dem Pariser Klimaabkommen in Einklang stehen.

Die Regierung von Fidschi erhält im Rahmen von NDC Assist fachliche Beratung in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft und alternative Landnutzungskonzepte und wird so bei ihrem Bestreben unterstützt, den NDC zu überarbeiten und zu erweitern. Gleichzeitig fördert das Projekt die Einrichtung eines regionalen NDC-Zentrums in der Pazifikregion („Regional Pacific NDC Hub“), das im Rahmen der NDC-Partnerschaft entstehen soll. In der Karibik arbeitet NDC Assist mit der Regierung von St. Lucia und der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS) an der Umsetzung einer regionalen NDC-Finanzierungsinitiative.

Weitere Maßnahmen werden entsprechend den spezifischen Anforderungen der NDC-Partnerschaftsländer ausgearbeitet.