Stärkung der Resilienz der vulnerablen ländlichen Bevölkerung Ostparaguays

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Resilienz der vulnerablen ländlichen Bevölkerung Ostparaguays
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Paraguay
Politischer Träger: Secretaría Técnica de Planificación del Desarrollo Económico y Social
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Die Entwicklung in Paraguay wird stark vom landwirtschaftlichen Sektor geprägt. Er trägt mit mehr als einem Viertel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Über 85 Prozent der Exporte entfallen auf landwirtschaftliche Produkte, vor allem Rindfleisch und Sojabohnen. Die sehr unterschiedlichen Landnutzungsmodelle werden von ungleichen Bodenbesitzverhältnissen geprägt: 84 Prozent der kleinen Familienbetriebe verfügen über rund 4 Prozent der Fläche, während 85 Prozent der Flächen von nur 2 Prozent der Betriebe bewirtschaftet werden. In den kleinbäuerlichen Betrieben führt dies zur Übernutzung der Ackerflächen und damit zur Erschöpfung der Produktivität der Böden.

Auch die Einkommensstruktur der kleinbäuerlichen Familien hat sich verändert. Der Anteil an Einkommen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit hat sich von 90 auf 50 Prozent verringert. Die Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft sind jedoch unzureichend, sodass besonders Jugendliche in die Städte und Ballungsgebiete migrieren.

Erschwerend wirkt sich der Klimawandel aus. Extremereignisse wie Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen häufen sich. Anfällige, vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Frauen oder Angehörige indigener Gruppen sind einerseits besonders betroffen und haben andererseits nur geringe Möglichkeiten, sich anzupassen, um die Risiken in ihrem Umfeld abzufedern.

Die vulnerable ländliche Bevölkerung hat insgesamt nur unzureichenden Zugang zu wichtigen landwirtschaftlichen und außerlandwirtschaftlichen Dienstleistungen. Das Vorhaben arbeitet im Osten Paraguays, mit einem Schwerpunkt in 15 Bezirken der Regionen Caazapá und Caaguazú. Die Hälfte der ländlichen Bevölkerung in diesem Gebiet ist arm, was deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt. Die natürlichen Ressourcen sind durch Übernutzung weitgehend degradiert, Kenntnisse über Landnutzungsalternativen sind wenig verbreitet und die Einkommen entsprechend niedrig.

Ziel

Die ökologische, ökonomische und soziale Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit der anfälligen ländlichen Bevölkerung in Ostparaguay ist gestärkt.

Vorgehensweise

Kleinbäuerliche Familienbetriebe sollen ihre Anpassungsfähigkeit auf breiter Basis erhöhen, vor allem durch Ernährungssicherheit, erhöhte Bodenfruchtbarkeit und Minderung des Ernteausfall- beziehungsweise -verlustrisikos. Familien im Projektgebiet sollen sich durch eine Versicherung gegen Risiken finanziell absichern können, beispielsweise gegen Extremwettereignisse oder beim Tod eines Familienmitglieds.

Um Resilienz, das heißt Widerstands- und Anpassungsfähigkeit, sowie wirtschaftliche Entwicklung der vulnerablen Bevölkerung zu stärken, sollen die Haushaltsausgaben der nationalen Regierung sowie der Bezirks- und Lokalregierungen gesteigert und effizienter eingesetzt werden. Maßnahmen und Entwicklungspläne sollen zwischen Planungs-, Landwirtschafts- und Sozialministerium und den Gemeinden abgestimmt sein. Die Zielgruppen sollen so für Herausforderungen wie Armutsreduzierung, nachhaltige ländliche Entwicklung und Anpassung an den Klimawandel besser gewappnet sein. Regional und lokal werden vorhandenes Wissen und Kompetenzen der Schlüsselakteure während der gemeinsamen Planung und Umsetzung öffentlich-privater Plattformen unterstützt.

Das Vorhaben umfasst hauptsächlich vier Handlungsfelder:

  1. Zielgruppenorientierte öffentliche und private Dienstleistungen für die vulnerable, ländliche Bevölkerung
  2. Effiziente Koordinationsformen zwischen öffentlichem und privatem Sektor, um nationale und lokale Entwicklungs- und Aktionspläne umzusetzen
  3. Modellhafte Umsetzung eines Konzepts für eine Agrar-, Klima- und Lebensversicherung für den ländlichen Raum
  4. Entwicklung von Kompetenzen und Strukturen für die ländliche Bevölkerung zur Einkommensdiversifizierung