Anpassung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten an den Klimawandel (PrAda)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung:Anpassung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten an den Klimawandel (PrAda)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Madagaskar
Politischer Träger: Ministère auprès de la Présidence en charge de l’Agriculture et de l’Elevage (MPAE)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Pêcheurs d'Ambovombe après la pêche

Ausgangssituation

Vanille, Nelken und Litschis sind nur einige der Agrarprodukte, die in Madagaskar angebaut werden. Die Landwirtschaft ist eine wichtige Wirtschaftskraft des Landes, das eines der ärmsten der Welt ist. Ungefähr ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts wird in der Landwirtschaft erwirtschaftet. Sie ist die Existenzgrundlage für den Großteil der Bevölkerung und beschäftigt circa 80 Prozent der aktiven Bevölkerung.

Aufgrund der hohen Abhängigkeit der Bevölkerung von natürlichen Ressourcen und der geographische Lage ist der Inselstaat im indischen Ozean mit am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffenen. Starkregen, Wirbelstürme und Dürren: In Madagaskar nehmen extreme Wetterereignisse zu. Das Land leidet zudem an langsam fortschreitenden Folgen des Klimawandels wie dem Anstieg des Meeresspiegels oder dem Verlust von fruchtbaren Böden. Die Anpassung der Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels sichert die Existenzgrundlage vieler Menschen und ist für die nachhaltige Entwicklung Madagaskars notwendig.

Triage des poivres avant transformation et conditionnement par les femmes

In Madagaskar herrschen kleinbäuerliche landwirtschaftliche Strukturen vor. Häufig bauen die Menschen auf zergliedertem und schlecht zugänglichem Land an. Bauern und verarbeitende Industrie sind kaum organisiert und arbeiten vielfach mit traditionellen Anbau-, Viehhaltungs- und Verarbeitungstechniken. Insgesamt bleibt die Produktivität des Agrarsektors deshalb auf niedrigem Niveau und es kommt regelmäßig zu schweren Lebensmittelkrisen.

Ziel

In den vom Klimawandel besonders betroffenen landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten, wird die Leistungsfähigkeit der beteiligten Akteure erhöht.

Clous de girofle de Farafangana séchés

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist das Vorhaben zur Anpassung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten an den Klimawandel (PrAda) in den Regionen Anosy, Androy und Atsimo Atsinanana im trockenen Süden des Landes tätig. Neben dem Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht als politischem Träger arbeitet PrAda auf nationaler Ebene insbesondere mit dem meteorologischen Institut und dem Finanzministerium zusammen. Auf regionaler Ebene kooperiert das Vorhaben unter anderem mit den zuständigen Industrie- und Handelskammern, lokalen Bauernverbänden und privaten Unternehmen.

Zu Beginn des Vorhabens werden in den drei Regionen Wertschöpfungsketten ausgewählt, die PrAda unterstützt. PrAda orientiert sich am ValueLinks-Ansatz, einer systematischen Zusammenstellung handlungsorientierter Methoden, welche die Leistungsfähigkeit der unterschiedlichen Akteure steigert. Dafür führt die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Maßnahmen in drei Bereichen durch:

Die Akteure der Wertschöpfungsketten erhalten einen besseren Zugang zu agrarmeteorologischen und landwirtschaftlichen Beratungsleistungen. Dadurch kann die Produktion an den Klimawandel angepasst werden.

Die strukturellen Rahmenbedingungen der Wertschöpfungsketten, wie zum Beispiel Organisation und Zusammenarbeit Akteure werden verbessert. Der Zugang zu Betriebsmitteln wird erleichtert und die Produktionstechnik angepasst.

Klimarisikoversicherungen werden eingeführt. Das bedeutet, dass sich Akteure der Wertschöpfungskette gegen Einnahmeverluste durch klima- und wetterbedingte Ereignisse absichern können.