Gesellschaftliche Spannungen vermeiden, Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Konfliktlösungen fördern und Perspektiven für schutzbedürftige Gruppen schaffen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)​​​​​​​
Land: Jordanien
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2023

Drei Personen mit Kameras vor einem abgestorbenen Ast. Copyright: ZFD/GIZ

Ausgangssituation

Seit seiner Unabhängigkeit 1946 war Jordanien ein sicherer Zufluchtsort für mehrere Flüchtlingswellen aus den Palästinensischen Gebieten, Syrien und anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. In nur 75 Jahren ist die Bevölkerungszahl des Landes von weniger als 500.000 auf über elf Millionen Menschen angewachsen. Da das Land seit jeher von Rohstoffknappheit und strukturellen sozioökonomischen Problemen betroffen ist, ist das Risiko einer Eskalation gesellschaftlicher Konflikte und politischer Spannungen gestiegen.

Ziel

Die Bevölkerung beteiligt sich an Prozessen des sozialen Wandels, um Spannungen zu bewältigen und Konflikte friedlich zu lösen. Hierdurch wird das Zusammengehörigkeitsgefühl im Land gestärkt.

Vorgehensweise

Das Projekt ist seit 2018 in Jordanien aktiv. Ein Berater*innenteam aus In- und Ausland arbeitet eng mit örtlichen Partnerorganisationen zusammen. Die Arbeit findet oft in benachteiligten Gegenden statt, in denen die Gefahr besteht, dass gesellschaftliche Spannungen und wirtschaftliche Ungleichheit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen führen. Berater*innen und Partnerorganisationen haben gemeinsam Veränderungsprozesse erarbeitet, die dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit von schutzbedürftigen Gruppen zu stärken. Diese richten sich vor allem an Frauen und Jugendliche in Flüchtlingsgemeinschaften sowie in aufnehmenden Gemeinden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Stadtbezirken sowie auf abgelegenen ländlichen Gegenden, in denen es schwierig ist, Zugang zur Bevölkerung zu erhalten.

Theater, Musik und Sport werden zusammen mit anderen soziokulturellen Ansätzen als jugendgerechte Mittel zur Konflikttransformation eingesetzt. Zu diesem Zweck werden in geschützten Räumen, beispielsweise Jugendzentren und außerschulische Lernumgebungen, Treffpunkte und Möglichkeiten zum gemeinsamen Austausch geschaffen. Zwischenmenschliche und gesellschaftliche Spannungen werden hierdurch abgebaut, Vertrauen und Gemeinschaftsgefühl gefördert. Benachteiligte und schutzbedürftige Jugendliche werden befähigt, sich selbst auszudrücken und Ansatzpunkte in ihrem Lebensumfeld zu erkennen, an denen sie sich selbst für gesellschaftliche Veränderungen einsetzen können.

Stand: November 2021