Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Konflikte gewaltfrei bearbeiten –friedliche Perspektiven schaffen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ziviler Friedensdienst / Sonderinitiative Flucht: Konfliktlösungen fördern und Perspektiven für schutzbedürftige Gruppen schaffen 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

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Ausgangssituation

Das Königreich Jordanien gilt seit Jahrzehnten als eines der stabilsten Länder im Nahen Osten. Diese Stabilität wird derzeit durch verschiedene Faktoren gefährdet: Gesellschaftliche Konflikte, wirtschaftliche Probleme sowie politische Spannungen und damit einhergehende Migrationsbewegungen drohen das Land zu überfordern.

Traditionell ist Jordanien ein Aufnahmeland für viele Geflüchtete. So besteht die Gesellschaft etwa zu einer Hälfte aus Menschen mit palästinensischen Wurzeln und zur anderen Hälfte aus der traditionellen trans- beziehungsweise ostjordanischen Bevölkerung. Seit Beginn des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien haben Schätzungen zufolge mehr als 1,3 Millionen Menschen aus Syrien Zuflucht in Jordanien gefunden. Im Königreich leben außerdem viele irakische, somalische, jemenitische und sudanesische Geflüchtete. Mehr als 80 Prozent dieser Menschen wohnt in Städten und Gemeinden. Diese sind häufig mit der Situation überfordert.

Das schnelle Bevölkerungswachstum, bereits bestehende Konflikte wie knappe Ressourcen, soziale Ungleichheit, Wohnungsnot und ein angespannter Arbeitsmarkt werden durch regionale Spannungen zunehmend verschärft. Darüber hinaus mangelt es aufgrund des zentralistischen politischen Systems an Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger*innen, Kommunen und Regionen. Die Schere zwischen Arm und Reich wächst weiter. Es kommt zunehmend zu Konflikten zwischen Einheimischen und Geflüchteten, aber auch innergesellschaftliche Spannungen treten vermehrt auf. Die Gefahr einer Radikalisierung steigt.

Staatsoberhaupt König Abdullah II. zeigt sich grundsätzlich offen für Reformen. Um diese anzustoßen und wirkungsvoll umzusetzen, braucht es eine stärkere Zivilgesellschaft. Gegenwärtig fehlt es ihr an Ressourcen, um den Anforderungen zu begegnen.

Ziel

In Jordanien lebende Menschen sind unabhängig von Herkunft, wirtschaftlicher Lage, Alter, Geschlecht und Wohnort im Stande, ihr Leben zu gestalten. An den Rand gedrängte Bevölkerungsgruppen erhalten neue Perspektiven und der gesellschaftliche Zusammenhalt ist gestärkt. Die Bevölkerung nimmt an gesellschaftlichen Veränderungen teil und begegnet Spannungen gewaltfrei.

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Vorgehensweise

Das Ziel des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) besteht darin, sich schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen zu widmen und Spannungen zwischen Staat und Zivilbevölkerung beziehungsweise innerhalb der Gesellschaft entgegenzuwirken, bevor diese zu gewaltsamen Reaktionen führen. Zielgruppen sind Geflüchtete und andere wenig beachtete Teile der Bevölkerung, wie zum Beispiel Frauen und Jugendliche. Im Fokus stehen auch Menschen aus wirtschaftlich schwachen oder von der Zentralregierung vernachlässigten Regionen.

Kreativ-kulturelle Ansätze, unter anderem im Theaterbereich, und Strategien, die Konflikte entschärfen, eröffnen schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen neue Perspektiven. Sichere Räume, zum Beispiel in Workshops ermöglichen den Austausch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und tragen zu einem stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. So werden in den Gemeinden einerseits die Beteiligung an gesellschaftlichen Veränderungen gestärkt und andererseits Frustrationen gemindert.

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