Vermeiden, verlagern, verbessern: Klimaschutz im Verkehr

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaschutz im Verkehr in Costa Rica
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Costa Rica
Politischer Träger: Ministerio de Ambiente y Energía de Costa Rica
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Foto Klimaschutz im Verkehr - Andrea Denzinger

Ausgangssituation

Verkehr verursacht in Costa Rica 68 Prozent aller energiebedingten CO2-Emissionen. Das ist deutlich mehr als im weltweiten Durchschnitt. Damit ist der Verkehrssektor das größte Hindernis für Costa Ricas ehrgeiziges Ziel, das erste klimaneutrale Land der Welt zu sein.

Hauptprobleme sind das rapide Wachstum der Fahrzeugflotte im Land (fünf Prozent jährlich) und die lange Nutzungsdauer der Fahrzeuge mit durchschnittlich 16 Jahren bei PKWs. Besonders in urbanen Gebieten wie der Hauptstadt San José, in dem fast die Hälfte der Einwohner Costa Ricas lebt, führten Zersiedlung und Urbanisierung zu einer starken Zunahme des Individual- und Güterverkehrs auf den Straßen.

Der Öffentliche Nahverkehr basiert auf einem nicht vernetzten Bussystem; der Schienenverkehr (S-Bahn) ist veraltet. Dies führt zu einer immer höheren Belastung der Einwohner durch Stau, Lärm und Abgase. Für klimaschonenden Verkehr und die Förderung moderner Technologien fehlen politische Strategien, gesetzliche Rahmenbedingungen und zielgerichtete Investitionen. Häufig stehen Konflikte zwischen verschiedenen Akteuren mit besonderen Interessen einer einheitlichen nachhaltigen Verkehrsplanung im Weg.

Da Costa Rica einen hohen Anteil erneuerbarer Energien hat, könnte das Land Vorreiter in der Region für die Einführung von klimafreundlichen Antriebssystemen werden, zum Beispiel in der Elektromobilität. Dabei können Costa Rica und Deutschland viele Erfahrungen und fachliches Wissen austauschen und voneinander lernen.

Ziel

Die Regierung von Costa Rica setzt verstärkt emissionsmindernde Maßnahmen im Verkehr um.

Vorgehensweise

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH berät die Regierung Costa Ricas im Auftrag der Bundesregierung: Auf nationaler Ebene unterstützt das Vorhaben die costa-ricanische Regierung bei einer Roadmap für klimafreundlichen Verkehr. Dazu gehören die Koordinierung verschiedener Ministerien und fachliche Beratung, zum Beispiel zu Verkehrsplanung und Energieeffizienz. Das Vorhaben vermittelt auch Methoden zum Konfliktmanagement.

Auf kommunaler Ebene unterstützt das Vorhaben Pilotmaßnahmen zur Verbesserung des städtischen Verkehrs im Großraum San José, zum Beispiel durch die Vernetzung verschiedener Verkehrssysteme oder die Förderung von nicht-motorisiertem Verkehr. Für nachhaltige Verkehrslösungen sind dabei internationale und nationale Experten sowie die Bevölkerung aktiv miteingebunden.

Das Vorhaben arbeitet eng zusammen mit der nationalen Klimastrategie Costa Ricas und relevanten nationalen Aktionsplänen wie dem Energieplan und Verkehrsplan sowie anderen Projekten vor Ort. Inhaltlich verfolgt es den Ansatz des „Avoid-Shift-Improve“, der von der GIZ mitentwickelt wurde: Vermeiden, verlagern, verbessern. Je mehr Sprit ein Fahrzeug verbrennt, desto mehr CO2 stößt es aus. Daher ist ein viel sparsamerer Umgang mit Treibstoffen unumgänglich. Es gilt, unnötige Fahrten und Transporte zu vermeiden. Der Verkehr sollte möglichst auf umweltschonende Verkehrsmittel verlagert werden. Sparsame Fahrzeuge und alternative Antriebe werden gefördert, damit es Anreize für möglichst ressourcenschonende und effiziente Mobilität und Transport gibt.

Das Vorhaben ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).