Mittelgroße Städte nachhaltiger und klimafreundlicher gestalten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Mittelstädte
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ecuador
Politischer Träger: Ecuadorianisches Ministerium für Stadtentwicklung und Wohnungsbau
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

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Ausgangssituation

Städte sind wichtige Akteure bei der Anpassung an und der Bekämpfung des Klimawandels. In Ecuador leben bereits heute etwa drei Viertel der Bevölkerung in urbanen Gebieten, ein großer Teil davon in mittelgroßen Städten. In den kommenden Jahrzehnten werden diese Mittelstädte weiter stark wachsen. Das schnelle Stadtwachstum führt zu Herausforderungen für die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung Ecuadors, auf die insbesondere die Mittelstädte unzureichend vorbereitet sind. Die Folgen sind eine hohe soziale Ungleichheit und ein überproportional hoher Ressourcenverbrauch sowie Treibhausgasausstoß. Hinzu kommt, dass sich die Städte immer weiter in den ländlichen Bereich ausdehnen. Unkontrolliert wachsende Städte belasten also nicht nur die lokale Umwelt, sondern auch das globale Klima.

Nachhaltige Stadtentwicklung spielt deshalb in den internationalen Abkommen eine wichtige Rolle. Mit der Agenda 2030 hat sich die Weltgemeinschaft neben weiteren auch Ziele für Nachhaltigkeit, Inklusion und Sicherheit der Städte gesetzt. Auch im Klimaabkommen von Paris sind Städte zentrale Akteure. Ergebnis der internationalen Konferenz Habitat III in Quito, Ecuador wiederum ist die New Urban Agenda, ein zukunfts- und handlungsorientiertes Instrument für die Umsetzung der Agenda 2030 in der Stadtentwicklung. Die konkrete Umsetzung dieser internationalen Vereinbarungen stellt Ecuador wie viele weitere Staaten vor beträchtliche Herausforderungen.

Ziel

Ecuador setzt eine nachhaltige Stadtentwicklung gemäß der Agenda 2030, der New Urban Agenda und des Klimaabkommens von Paris um. Das Land leistet einen messbaren Beitrag, um die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen.

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Vorgehensweise

Das Programm „Nachhaltige Mittelstädte“ unterstützt die ecuadorianische Regierung, landesweit politische Strategien und Instrumente für kommunalen Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen und Finanzierungsmöglichkeiten zu eröffnen. In den Mittelstädten regt das Programm regionale Entscheidungsträger*innen an, die lokale Stadtplanung auf eine angemessene Flächennutzung sowie den Ausbau nachhaltiger öffentlicher Verkehrsmittel auszurichten.

Entwicklung einer nationalen Stadtentwicklungsagenda: Die Agenda leistet einen konkreten, lokalen Beitrag für die Umsetzung der internationalen Klimaschutzabkommen. Sie wird gemeinsam mit den verschiedenen Regierungsebenen, Forschung, Bevölkerung sowie Unternehmen entwickelt. Innovative und klimafreundliche Finanzierung sollen die Umsetzung der Agenda verbessern. Ein Monitoringsystem wird die lokalen und nationalen Beiträge zur Erreichung der internationalen Ziele erfassen.

Laboratorien für nachhaltige Mittelstädte: In sechs sogenannten Städtelaboratorien werden konkrete Lösungen für aktuelle, klimarelevante Probleme erarbeitet und umgesetzt. Die Themen reichen von nachhaltiger Mobilität und Energieeffizienz über Stadt-Umland-Beziehungen und Ernährungssicherung bis hin zu Sicherheit und Wohnviertelverbesserung.

Ziel der Laboratorien in den Pilotstädten Ambato, Cuenca, Latacunga, Portviejo, Lago Agrio und Loja ist, die lokalen Erfahrungen und Stadtentwicklungskonzepte mit anderen Mittelstädten zu teilen und in die nationale Stadtentwicklungsagenda einzubringen. Darüber hinaus fördern die GIZ und ihre Partner den Zugang der Städte zu internationaler (Klima-)Finanzierung und internationalen Städtepartnerschaften.

Anwendungsorientierte Forschung: Nationale und lokale Regierungsinstitutionen benötigen für ihre politischen Entscheidungen aktuelle Informationen und handfeste Daten. Mit einem Netzwerk von Universitäten und Forschungsinstitutionen soll eine praxisnahe nationale Forschungsagenda entwickelt werden. Sie bildet die Grundlage für die Politikberatung. Das Programm berät Universitäten darüber hinaus, Aus- und Weiterbildungsangebote zu nachhaltiger Stadtentwicklung und städtischem Management anzubieten und das Thema Klimawandel in der Stadtentwicklung als zentrales Forschungsthema zu etablieren.

Einbeziehung und Mitverantwortung der Bürgerschaft: Das Programm unterstützt die Entwicklung und Nutzung neuer (Kommunikations-)Technologien zur Förderung von bürgerlichem Engagement, zum Beispiel digiale Lösungen zur Bürgerbeteiligung, Bürgerobservatorien, und zivilgesellschaftliche Aktionspläne.

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