Gleichberechtigung und Frauenrechte fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global 
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

Diskriminierungen und Ungleichheiten aufgrund des Geschlechts sind weltweit ein Problem. Auch in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit können Mädchen und Frauen nicht gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Geschlechtsspezifische Benachteiligungen durch schädliche traditionelle Praktiken, Gesetze oder diskriminierende Normen und Geschlechterrollen sollen ebenso überwunden werden wie Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist es deshalb wichtig, nationale und internationale Verpflichtungen umzusetzen und entsprechende Maßnahmen durchzuführen. Das sieht auch das sektorübergreifende Konzept zur „Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Entwicklungspolitik“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vor. Gleichberechtigung der Geschlechter ist demnach sowohl ein entwicklungspolitisches Ziel als auch ein durchgängiges Gestaltungsprinzip und Qualitätsmerkmal der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verfolgt dabei einen dreigleisigen Ansatz: Die Gleichberechtigung der Geschlechter wird erstens als Querschnittsaufgabe in allen entwicklungspolitischen Strategien und Vorhaben berücksichtigt. Zweitens werden Projekte zur Stärkung von Frauen und Mädchen gezielt gefördert. Drittens werden Frauenrechte und Gleichberechtigung international im hochrangigen entwicklungspolitischen Dialog verankert.

Ziel

Die Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte sind in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gestärkt.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das BMZ dabei, sich zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und im internationalen Kontext zu positionieren. Es arbeitet dazu in vier Handlungsfeldern:

1. Kompetenzentwicklung und institutionelles Lernen

Um die Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, werden wichtige Akteur*innen durch Coachings, Fortbildungen oder Fachgespräche qualifiziert. Dazu zählen Mitarbeiter*innen des BMZ, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Durch Fortbildungen und fachliche Impulse werden die Organisationen dabei unterstützt, die Gleichberechtigung der Geschlechter sowie das Empowerment von Frauen und Mädchen zu fördern und in ihre Prozesse zu integrieren. 

2. Strategische Positionierung und Themensetzung auf nationaler und internationaler Ebene

Um das entwicklungspolitische Engagement des BMZ im Bereich Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte zu intensivieren, setzt das Programm auf die verstärkte Zusammenarbeit mit lokalen, nationalen und internationalen Akteur*innen. Dafür werden strategische Allianzen in relevanten Netzwerken und auf digitalen Plattformen auf- und ausgebaut. Das BMZ wird dazu beraten, international als Vorreiterin bei der Förderung von Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechten wahrgenommen zu werden.

3. Stärkung des Portfolios zu Gleichberechtigung und Frauenrechten in Subsahara- und Nordafrika

Kern des Auftrags ist es, die Leistungsangebote der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Hinblick auf die Gleichberechtigung der Geschlechter auszubauen. Das Vorhaben analysiert das aktuelle BMZ-Portfolio zur Förderung von Gleichberechtigung und Frauenrechten und schlägt Verbesserungsmöglichkeiten vor. Das Ziel ist hierbei konkret, mehr Vorhaben zu fördern, die Gleichberechtigung zum Hauptziel haben (GG2-Maßnahmen) sowie in Hinblick auf die Verankerung von Gender qualitativ bessere Vorhaben umzusetzen, die die Gleichberechtigung der Geschlechter als Nebenziel haben (GG1-Maßnahmen). Besonders in Subsahara- und Nordafrika sollen dabei sichtbare, positive Wirkungen erzielt werden.

4. Förderung von Innovation und Ausbau in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Um Wirkungen zu verstärken, kombiniert das Vorhaben erprobte und neue Ansätze. Dialogforen und Veranstaltungen helfen, bewährte Erfahrungen in andere Kontexte und Regionen zu übertragen. Dabei berät das Vorhaben vorrangig zu sechs zentralen Themenfeldern: 1. Frauen, Frieden, Sicherheit, 2. Flucht und Migration, 3. Gewalt gegen Frauen und Mädchen / Weibliche Genitalverstümmelung, 3. Wirtschaftliches Empowerment, 4. Gender und Klimawandel sowie 5. Digitalisierung. Gute Beispiele werden identifiziert und deren Pilotierungen finanziell und/oder beratend unterstützt und für eine weitere Nutzung zur Verfügung gestellt. Zeitgemäße Kanäle dazu sind unter anderem Lern- und Innovationslabore zu Zukunftsthemen, die neu gestaltete Webseite gender-in-german-development-net und soziale Netzwerke.

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Wirkungen

In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hat das Programm dazu beigetragen, geschlechtsspezifische Diskriminierungen abzubauen und Frauenrechte zu stärken. Dies erfolgt beispielsweise durch Aktivitäten, die zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Resolution 1325 zu Frauen, Frieden, Sicherheit des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (NAP 1325 II) beitragen. Im Vordergrund steht hier, die Rechte von Frauen zu schützen und Frauen gleichberechtigt auf allen Ebenen und in allen Phasen des Konfliktzyklus mit einzubeziehen. Das Programm trägt u.a. dazu bei, diesen Anspruch umzusetzen,

Die UN-Frauenrechtskommission sowie die im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 etablierte „Women Entrepreneurs Finance Initiative“ (We-Fi) sind weitere Prozesse, zu denen das Vorhaben das BMZ berät. Dank der gezielten Unterstützung durch das Vorhaben kann das BMZ auf der Frauenrechtskommission alljährlich seine Aktivitäten zur Gleichberechtigung der Geschlechter vor einem globalen Publikum präsentieren und so dem Ruf als Vorreiterin bei der Stärkung von Frauenrechten gerecht werden. Mit der Unterstützung des Vorhabens und als größter Geber der We-Fi genießt das BMZ darüber hinaus international Vertrauen als wichtige Akteurin zur Verbesserung des Zugangs zu Finanzmitteln, Märkten und Netzwerken für Unternehmerinnen in Entwicklungsländern.

Auf nationaler Ebene hat das Programm das BMZ unter anderem bei der Überarbeitung des Konzepts zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (2014) beraten und bei der Erarbeitung des BMZ Gender-Aktionsplans 2016 – 2020 und begleitenden Road Maps unterstützt. Besondere Aufmerksamkeit erfährt derzeit der zweite Nationale Aktionsplan zur Umsetzung der Resolution 1325 des Sicherheitsrats der Vereinen Nationen durch Deutschland als nichtständiges Mitglied im VN-Sicherheitsrat 2019/2020. Hier berät das Programm das BMZ intensiv zur weiteren erfolgreichen Umsetzung des NAP 1325 II.  Erfolgreiche Ansätze wie der Generationendialog wurden pilotiert, aufbereitet und werden nun in neuen Sektoren, wie gesellschaftlichem Zusammenhalt oder zur Bearbeitung des Themas Menstruationshygiene genutzt. Impulse gingen auch von einem GIZ-internen Wettbewerb zur Förderung von Frauenrechten durch digitale Technologien aus. Hier wurden drei Ideen ausgewählt und pilotiert. Alle drei Pilotmaßnahmen waren außerordentlich erfolgreich und sind inzwischen in erweiterter Form in den jeweiligen bilateralen Projekten der GIZ fest integriert. Das Vorhaben hat erfolgreich dazu beigetragen, die Gleichberechtigung der Geschlechter stärker in den Prozessen von GIZ, KfW und BMZ zu verankern. Beispielsweise wird die Gleichberechtigung der Geschlechter beim Wirkungsmonitoring besser integriert.

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