Gleichberechtigung und Frauenrechte fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global 
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

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Ausgangssituation

Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein Menschenrecht und eine international vereinbarte Zielvorgabe der Entwicklungspolitik. Geschlechtsspezifische Benachteiligungen und Gewalt gegen Frauen, zum Beispiel durch schädliche traditionelle Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Kinderheirat, sollen überwunden werden. Die Umsetzung nationaler und internationaler Konzepte und Verpflichtungen sowie die Mittelallokation, Planung und Durchführung entsprechender Maßnahmen hat für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) deshalb große Bedeutung.

Dies ist auch im übersektoralen Konzept zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) festgelegt. Es betont, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter sowohl ein entwicklungspolitisches Ziel, als auch ein durchgängiges Gestaltungsprinzip und Qualitätsmerkmal der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist. Ergänzend hat das BMZ 2015 ein Strategiepapier zu FGM verabschiedet. Es schreibt die Notwendigkeit fest, Maßnahmen gegen FGM systematisch in die technische und finanzielle Zusammenarbeit zu integrieren, und beschreibt praktische Handlungsmöglichkeiten.

Ziel

Die Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte sind in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gestärkt.
 

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das BMZ bei der Positionierung des Themas Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und im internationalen Kontext. Ein zentraler Prozess ist die Umsetzung und das Monitoring des BMZ Gender Aktionsplans 2016–2020 und der begleitenden jährlichen Road Maps. Weitere Beispiele sind die gendersensible Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (VN) sowie die gemeinsame Pilotierung innovativer Ansätze mit TZ-Vorhaben, etwa in Asien und Afrika, zur Überwindung schädlicher traditioneller Praktiken. Auch Monitoring und Umsetzung der Resolution 1325 und der Folgeresolutionen des VN-Sicherheitsrates gehört zu den Themenschwerpunkten des Programms.

Das Programm arbeitet in vier Handlungsfeldern:

  • Kompetenzstärkung der BMZ Regional- und Sektorreferate
    Um die Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte im Rahmen der deutschen Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit zu stärken, werden die Regional- und Sektorreferate des Ministeriums qualifiziert, das Thema in Ländern und Sektoren systematisch einzubringen – unter Berücksichtigung des dreigleisigen Ansatzes: Empowerment, Gender Mainstreaming und Politikdialog. Durch Fortbildungen und fachliche Impulse werden die Mitarbeiter des BMZ dabei unterstützt, entwicklungspolitische Konzepte und Strategien gendersensibel zu gestalten und so zur Umsetzung internationaler Verpflichtungen zur Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte erfolgreich beizutragen.
  • Stärkung des Portfolios zur Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte 
    Um das entwicklungspolitische Engagement im Bereich Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte auszubauen, arbeitet das Programm Erfahrungen und erprobte Ansätze auf und unterstützt das BMZ bei der Initiierung neuer Vorhaben, die Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenförderung als Ziele verfolgen. Darüber hinaus werden innovative, zukunftsweisende Maßnahmen entwickelt, etwa die Förderung von Frauenrechten mit digitalen Technologien oder spezifische Ansätze für Frauen und Mädchen in Konflikt- und Fluchtkontexten. 
  • Ausbau der Genderfachlichkeit in den deutschen Durchführungsinstitutionen
    Die Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden dabei beraten, Gender Mainstreaming und das Empowerment von Frauen in ihren Organisationen zu stärken und in ihre Prozesse zu integrieren. Das Fachwissen der Mitarbeiter wird erweitert, um die Umsetzung im jeweiligen Arbeitskontext zu unterstützen. Bei der Planung, Umsetzung, Monitoring und in der Berichterstattung der Programme werden diese Themen so besser berücksichtigt. Gute Beispiele, Informationen und Handreichungen werden auf der Gender-Wissensplattform gender-in-german-development.net bereitgestellt.
  • Zusammenarbeit mit lokalen, regionalen und internationalen Akteuren
    Um Wirkungen zu verstärken, arbeitet die deutsche EZ mit lokalen, regionalen und internationalen Akteuren zusammen. Das Programm will Kooperationen intensivieren und ausbauen. Mit Dialogforen und gemeinsamen Veranstaltungen wird der Erfahrungsaustausch gefördert; gemeinsam mit Umsetzungspartnern werden außerdem entwicklungspolitische Maßnahmen durchgeführt. Ein Beispiel ist die Kooperation mit dem gemeinsamen Programm des Bevölkerungsfonds und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, UNFPA und UNICEF, in dem erprobte Ansätze der deutschen EZ zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung umgesetzt werden.
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Wirkungen

In den vergangenen Jahren wurden im Bereich Gleichberechtigung der Geschlechter Fortschritte auf verschiedenen Ebenen erzielt: International wurden mit Unterstützung des Programms beispielsweise entwicklungspolitische Aspekte in die Dokumente der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen eingebracht. Ebenso hat sich Deutschland erfolgreich für ein eigenständiges Genderziel (SDG 5) und ein umfassendes Gender Mainstreaming in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung eingesetzt.
In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hat das Programm das BMZ unter anderem bei der Überarbeitung des neuen Konzepts zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (2014) beraten und bei der Erarbeitung des BMZ Gender Aktionsplans 2016–2020 (BMZ GAP II) sowie der begleitenden Road Map (2016) unterstützt.
Das Programm hat erfolgreich dazu beigetragen, die Gleichberechtigung der Geschlechter stärker in die Standardprozesse der Durchführungsorganisationen zu integrieren, etwa durch die erfolgreiche Verankerung des Themas in die Vorgaben für wirkungsorientiertes Monitoring sowie die Verpflichtung zur Durchführung einer Genderanalyse bei der Projektvorbereitung.