Dürrefolgen in Kismayo bekämpfen und Ernährung sichern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ernährungssicherung am Horn von Afrika, Maßnahmen zur Bekämpfung der Dürrefolgen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Somalia
Politischer Träger: Wasaaradda Arrimaha Gudaha Soomaaliya, Ministry of Interior and Federal Affairs
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2018

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Ausgangssituation

In den vergangenen 25 Jahren hat Somalia einen Zyklus langwieriger Dürreperioden erlebt – 2016 und 2017 gab es für drei aufeinander folgende Perioden keine Regenfälle. Die jüngste Dürre führte zu einer Verknappung von Nahrungsmitteln, Unterernährung, und Krankheiten. 

Im Jahr 2017 waren 1,2 Millionen Kinder akut unterernährt. 80.000 Kinder können aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie mit ihren Eltern ihre Dörfer wegen der Dürre verlassen mussten, die Schule nicht mehr besuchen. Viele Menschen aus den ländlichen Gebieten flüchteten vor der Dürre in die Städte.

Die Getreideproduktion ist auf dem niedrigsten Stand seit 1988. Die Größe der Viehherden, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Somalia, ging um bis zu 60 Prozent zurück. 

Ziel

Die Ernährungssicherheit in Kismayo hat sich für Binnenvertriebene, freiwillige somalische Rückkehrer und Rückkehrerinnen aus Kenia und Jemen sowie weitere betroffene Bevölkerungsgruppen verbessert. 

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Vorgehensweise

Das Vorhaben steigert die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der von der Dürre betroffenen Bevölkerung sowie von Menschen auf der Flucht. Direkte Maßnahmen im Wasser- und Sanitärbereich sowie zur Gesundheitsversorgung  zielen auf eine Verbesserung des Ernährungsstatus ab. 

Das Projekt ermöglicht durch Bau und Wiederinstandsetzung von Brunnen den Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung. Trainings für bestehende oder neu zu gründende Wassernutzergruppen stellen sicher, dass es Strukturen für langfristige Instandhaltung dieser Wasserquellen gibt. Weitere Trainings unterstützen angemessene Ernährungs- und Hygienepraktiken auf individueller und Haushaltsebene.

Das Vorhaben berät außerdem die lokale Verwaltung zur koordinierten Planung und Dienstleistungserbringung. Dies erfolgt beispielsweise über neu gestartete Abstimmungsprozesse zur gemeinsamen Erstellung eines umfassenden temporären Siedlungsplans (inklusive eines Wasser- und Sanitärkonzepts) für die Binnenvertriebenen zwischen diversen Ministerien. Stabilisierte Verwaltungsstrukturen verbessern indirekt die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung. 

Trinkwasser von rehabilitierten Flachbrunnen

Wirkungen

Ein Projekt zur Wasser- und Sanitärversorgung sowie Hygieneaufklärung für 13.000 Menschen wird umgesetzt.

Der Bau einer Gesundheitsstation in einer neuen Siedlung ermöglicht den Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung. Solarlampen bieten insbesondere Frauen Schutz bei Dunkelheit auf dem Weg zu den Sanitäreinrichtungen und sind eine wichtige Energiequelle für das Aufladen von Handys. 

Eine wichtige Zugangsstraße in das Stadtzentrum von Kismayo wurde über ein Beschäftigungsprogramm mit der Einwohnerschaft und der lokalen Bevölkerung (Cash for Work) repariert.

Mobile Gesundheitsberatungsdienste versorgten bereits über 830 akut unterernährte Kinder unter fünf Jahren, berieten rund 830 Frauen zur Schwangerschaftsvorsorge und übernahmen mehr als 1.600 Impfungen von Kleinkindern.