Bessere Lebensbedingungen in Kismayo

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ernährungssicherung durch Resilienzstärkung in den neuen Siedlungen von Kismayo
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Somalia
Politischer Träger: Wasaaradda Arrimaha Gudaha Soomaaliya, Ministry of Interior and Federal Affairs
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Die Gesundheitsstation bietet Mutter und Kind Gesundheitsversorgung an -GIZ_Monica Wangari

Ausgangssituation

Eine ungewöhnlich lange Trockenperiode gepaart mit bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen bedroht in Somalia die Lebensgrundlage von über zwei Millionen Menschen. Viele von ihnen fliehen in die relativ sichere Küstenstadt Kismayo. Zudem kehren viele somalische Flüchtlinge aus dem kenianischen Flüchtlingslager Dabaab nach Kismayo zurück. Als Reaktion auf diesen extremen Zustrom wurden am Rande Kismayos zwei neue Siedlungen gebaut. Ende 2017 wurden die ersten Rückkehrer*innen und Binnenflüchtlinge sowie auch bedürftige einheimische Haushalte umgesiedelt. Sie hatten keinen Zugang zu Wasser, Gewerbemöglichkeiten, Arbeitsplätzen, Gesundheitsversorgung und Transport. Inzwischen wohnen mehr als 12.000 Personen in den neuen Siedlungen und etwa 350.000 Menschen in Kismayo insgesamt.

Ziel

Grundlagen für eine verbesserte Ernährungssituation der Haushalte in den neuen Siedlungen in Kismayo sind geschaffen.

Einkommen durch Verkauf im Kiosk - GIZ_Kiman Noor

Vorgehensweise

Zusammen mit Vertreter*innen der neuen Siedlungen priorisiert das Vorhaben Interventionen und stärkt vor allem die Ältesten („elders“) in ihrer Koordinierungsfunktion. Das Vorhaben arbeitet eng mit dem regionalen Wasserministerium zusammen und fördert deren Koordinierungs- und Regulierungsfunktionen. Im Mittelpunkt steht hierbei der Aufbau einer Wasseragentur für die neuen Siedlungen. Diese wird Wasser zu regulierten Preisen an zentralen Wasserkiosken bereitstellen. Durch die transparent generierten Einnahmen kann sich die Wasseragentur selbst finanzieren. 

Zudem werden Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für die Menschen in den neuen Siedlungen geschaffen. Arbeitsmarktorientierte Qualifizierungsmaßnahmen sowie Existenzgründungen und Erweiterungen von bestehenden Kleinst- und Kleinunternehmen sind stark nachgefragt. Der (Wieder-) Aufbau von sozialer Infrastruktur, wie einer Gesundheitsstation oder Zufahrtsstraßen schafft temporär Einkommensmöglichkeiten durch cash for work und trägt langfristig zu geringeren Haushaltsausgaben bei.  

Regenwassersammelanlage an einem Privathaushalt -GIZ_Kiman Noor

Wirkung

Über 7.200 Menschen in den neuen Siedlungen haben Zugang zu Basisgesundheitsleistungen durch den Bau und die Ausstattung einer Gesundheitsstation in Midnimo/Kismayo. Sie können zudem salzhaltiges Wasser aus zentralen Entnahmestellen sowie öffentliche Toiletten nutzen. Pilothaft wurden Regenwassersammelanlagen an Haushalten und Institutionen angebracht. Gefördert durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH  ist das Wasserministerium zunehmend in der Lage, die verschiedenen Geber im Bereich Wasserversorgung zu koordinieren. Eine Machbarkeitsstudie zur Wasserversorgung durch den Fluss Juba wird von anderen Gebern als Entscheidungsgrundlage für eine größere Investition im Trinkwasserbereich benutzt. Durch das Vorhaben konnten bereits 785 Haushalte ihr Einkommen erhöhen.  

Die Sanierung einer wichtigen Zufahrtsstraße zu den neuen Siedlungen sowie der Bau der Gesundheitsstation erhöhte temporär das Einkommen durch cash for work.  Die Straße senkt zudem die Transportkosten und hat positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Wirtschaft.

Zwei Frauenkooperativen haben mit ihren Geschäftsideen - eine Hühnerfarm und die Herstellung von Kleidern - neue Märkte erschlossen und Arbeitsplätze geschaffen. Durch abgeschlossene Qualifizierungsmaßnahmen verbunden mit Startkapital haben die Einwohner*innen der Siedlungen nun Zugang zu neuen Dienstleistungsangeboten – unter anderem durch neue Gemischtwarenläden, die mit Solarstrom ausgestattet sind. Sie verkaufen nicht nur wichtige Waren, sondern auch gekühlte Getränke, Sportartikel, und sind beliebte Treffpunkte am Abend, da dort auch Mobiltelefone aufgeladen werden können. Eine Jugendkooperative verkauft ihre selbst gepressten Bausteine. Weitere Kooperativen verkaufen gewinnbringend Seife, Shampoo und gebatikte Kleidung.

Die Einführung energiesparender Öfen auf Haushaltsebene reduziert die Ausgaben für Brennholz und Holzkohle und steuert der katastrophalen Zerstörung von natürlichen Ressourcen entgegen.