Rückkehr somalischer Flüchtlinge aus Nachbarstaaten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Rückkehr somalischer Flüchtlinge durch einen gemeindeorientierten Reintegrationsansatz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Somalia
Politischer Träger:  Wasaaradda Arrimaha Gudaha Soomaaliya (Ministry of Interior and Federal Affairs)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Menschen in Kismayo (3)

Ausgangssituation

Der über 25 Jahre lang währende Bürgerkrieg in Somalia hat die gesamten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen zerrüttet und zu schlechten Lebensbedingungen großer Teile der Bevölkerung geführt. Seit 1991 gilt das gesamte Land daher als gescheiterter Staat (failed state). Die neue Regierung und die sich im Aufbau befindlichen Regionalregierungen sind mit der staatlichen Güterverteilung an die eigene Bevölkerung überfordert.

Die Anzahl der von Kenia nach Somalia zurückgekehrten Geflüchteten stieg seit 2015 stark auf 75.000 Personen an. Die Mehrheit davon kommt in die somalische Hafenstadt Kismayo, wo das Projekt „Förderung der Rückkehr somalischer Flüchtlinge durch einen gemeindeorientierten Reintegrationsansatz“ tätig ist.

Ein zentrales Aufgabenfeld ist die soziale, wirtschaftliche und politische (Re-)Integration der Rückkehrer und Binnenvertriebenen. Durch die wachsende Bevölkerung sind Ressourcen und Strukturen in Kismayo überlastet und das Konfliktpotential zwischen Binnenvertriebenen, Rückkehrenden und der ansässigen Bevölkerung steigt. Immer mehr Menschen konkurrieren um die ohnehin schon spärlichen Basisdienstleistungen und die schwache öffentliche Infrastruktur.

Ziel

Die Lebensgrundlage von Rückkehrenden, Binnenvertriebenen und der lokalen Bevölkerung in ausgewählten Aufnahmegemeinden in Somalia ist verbessert.

Solar_Trainees

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt ausgewählte Gemeinden bei der Wiedereingliederung von Binnenvertriebenen und Rückkehrenden aus Nachbarstaaten. Die aufnehmenden Gemeinden profitieren ebenfalls davon. Das Projekt ist in verschiedenen Handlungsfeldern aktiv, um die Lebensgrundlage der Menschen zu verbessern. Zentral sind dabei der Bau sozialer Infrastruktur, das Erzielen von Einkommen und die Unterstützung von lokalen Behörden und Institutionen. Das Projekt kooperiert mit verschiedenen nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen. Schwerpunkt ist ein integrierter Ansatz, der alle Zielgruppen und staatliche Entscheidungsträger einbezieht.

Gemeinsam mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Partnern und im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bietet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GmbH) GIZ der Bevölkerung Qualifizierungsmöglichkeiten an: Die Menschen können sich unter anderem in den Berufsfeldern Elektrik, Tischlerhandwerk oder Solartechnik fortbilden. Wenn sie ein kleines Unternehmen gründen möchten und Startkapital benötigen, berät und begleitet das Vorhaben sie auf diesem Weg. Besonders Jugendliche und Frauen, die ihre Familien allein versorgen müssen, werden gefördert.

Eine weitere Möglichkeit für den beruflichen Einstieg bietet die direkt bezahlte Beschäftigung: Gemeinsam reparieren Rückkehrer, Binnenvertriebene und die aufnehmende Bevölkerung die Infrastruktur der Region wie Straßen, Brücken und Wasserleitungen. Neben der kurzfristigen Verdienstmöglichkeit schafft dies nachhaltige berufliche Optionen. Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen lernen sich besser kennen, bauen Spannungen ab und verbessern ihre Beziehungen untereinander. Verbesserte Marktstrukturen erleichtern ihnen den Zugang zu Nahrungsmitteln und Einkommen. Eine Hebammenschule trägt zudem zur Verbesserung der Basisgesundheitsdienstleistungen bei.

Das Vorhaben unterstützt außerdem die Regierung bei der sozialen, ökonomischen und politischen Integration der Bevölkerung und beim Wiederaufbau nach Krieg und Dürre.

Women Group

Wirkungen

Die Kombination aus Wiederaufbau von Infrastruktur, Kapazitätsaufbau für Geschäftsentwicklungen, Einkommensförderung sowie Unterstützung von öffentlichen Partnerorganisationen, die staatliche Dienstleistungen bereitstellen, ist ein Erfolgskonzept.

Fachausbildungen und -qualifikationen ermöglichen die Reintegration der Rückkehrenden. Zudem fördert das Vorhaben nachhaltige Strukturen wie neue Märkte, ein Frauenzentrum, den Aufbau einer Hebammenschule und die Trinkwasserversorgung. Das dient der gesamten Öffentlichkeit und stößt wirtschaftliches Wachstum an.

Der Anteil der offiziell registrierten Rückkehrenden und Binnenvertriebenen ist deutlich angestiegen. Eine Registrierung erhöht Schutz und Sicherheit, und ermöglicht Zugang zu Sozialleistungen wie Schulen, Personalausweis, Gesundheitsdienst. Das erleichtert die soziale, administrative und politische Reintegration.