Ernährung durch Fischereierzeugnisse sichern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der  Ernährungssicherheit vulnerabler Einwohner in Kismayos durch Zugang zu Fischprodukten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Somalia
Politischer Träger: Ministry of Interior and Political Affairs
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Traditionelle Anlandung von Fisch in Kismayo

Ausgangssituation

Mit mehr als 3.300 Kilometern Länge hat Somalia die zweitlängste Küste Afrikas. Trotz der Fülle an Meeresressourcen belegt das Land beim Fischkonsum pro Kopf einen der letzten Plätze weltweit. Auch wenn für den Fang von Thunfisch, Makrelen, Hummern oder Garnelen keine anspruchsvolle Technik benötigt wird, sind Fischverzehr und Fscherei in der somalischen Bevölkerung traditionell wenig verbreitet. Dies ist vor allem deshalb erstaunlich, weil Somalia weltweit eines der Länder mit der höchsten Ernährungsunsicherheit ist und Fischprodukte weiten Teilen der Bevölkerung relativ leicht zugänglich wären.

Weitere Herausforderungen, die die Situation erschweren, sind fehlende Absatzmärkte und erhebliche Verluste nach dem Fischfang durch unsachgemäße Handhabung und eine fehlende Kühlkette. Darüber hinaus fehlen politische Richtlinien, Bestimmungen und Kontrollmaßnahmen, so dass illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei weit verbreitet ist. Sie verursacht erhebliche wirtschaftliche Einbußen und führt dazu, dass der lokalen Bevölkerung noch weniger Fisch zur Verfügung steht.

Ziel

Ein verbesserter Zugang zu Fischereierzeugnissen hat die Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit rückkehrender Geflüchteter, Binnenvertriebener und gefährdeter Bevölkerungsgruppen in Kismayo erhöht.

Somalia Fisch 2

Vorgehensweise

Alle Projektmaßnahmen gelten gleichermaßen für Binnenvertriebene in Somalia, für freiwillige Rückkehrende aus Kenia, sowie für die gefährdete ansässige Bevölkerung.

Das Projekt verfolgt eine dreiteilige Strategie, im Einklang mit den im nationalen Entwicklungsplan definierten staatlichen Zielen:

  • Medienkampagnen und begleitende Maßnahmen schärfen das Bewusstsein für die Vorzüge von Fisch als Nahrungsmittel und für angemessene Fischzubereitungs- und Konservierungsmethoden.
  • Die Verfügbarkeit von Fischereierzeugnissen ist durch Verbesserungen bei Verarbeitung, Konservierung und Marketing gestiegen.
  • Es gibt Beratungsstellen zu Ernährungsfragen für Mütter mit Kleinkindern und schwangere Frauen. Zudem werden Märkte mit Verkaufsstellen für Fischprodukte ausgebaut.

Bei der Umsetzung der Maßnahmen arbeitet die GIZ eng mit lokalen und internationalen Organisationen sowie mit Regierungsinstitutionen zusammen.

Somalia Fisch 1

Wirkungen

Nach erfolgreichen Schulungen und Bewusstseinskampagnen sind der Fischmarkt und die Fischlanlandestelle hygienischer. Damit ist auch die Verfügbarkeit frischer Fischereierzeugnisse gewährleitstet. Durch gezielte Kooperation mit Privatunternehmen wird den Fischern in Kismayo Eis zum Kühlen des Fangs zum Produktionspreis angeboten. Erste Maßnahmen rund um den Verzehr von Fisch haben das Interesse der Bevölkerung geweckt und selbst bei älteren Menschen zu einem veränderten Konsumverhalten geführt. Das Prinzip der wirksamen Hilfe wird durch die GIZ ins Leben gerufenen Fischerei-Arbeitsgruppe gelebt. Hier treffen sich Vertreter zuständiger Behörden, NGOs und anderer Entwicklungspartner, um gemeinsame Strategien zu entwickeln, eigene Aktivitäten abzustimmen, die Effizienz zu erhöhen und Synergien durch gezielte Absprachen zu erzeugen.

Das Vorhaben ist in existierende internationale Koordinierungsstrukturen, wie dem Somalia NGO Consortium, eingebunden, um mögliche Synergieeffekte sinnvoll zu nutzen und nachhaltige Wirkungen zu erzielen. Zudem leitet das Übergangshilfe-Vorhaben die Fischerei-Arbeitsgruppe unter dem Cluster für Ernährungssicherung in Kismayo. Damit koordiniert das Projekt unter Leitung des Fischereiministeriums und dem Ministerium für Planung und internationale Kooperation die Aktivitäten aller im Sektor eingebundenen internationalen und lokalen Akteure.