Energieeffizienz für nachhaltige Stadtentwicklung, Fokus sozialer Wohnungsbau

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energieeffizienz für nachhaltige Stadtentwicklung
Auftrgageber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Brasilianisches Städteministerium
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Ausgangssituation

Brasilien hat im September 2015 neue Klimaziele veröffentlicht: Das Land will seine Treibhausgas-Emissionen bis 2025 um bis zu 37 Prozent gegenüber dem Stand des Jahres 2005 senken. Dafür soll verstärkt erneuerbare Energie (renewable energy, RE) eingesetzt werden. Brasilien strebt außerdem eine verbesserte Energieeffizienz von 10 Prozent an. Wie diese erreicht werden soll, wird in den Klimazielen nicht genauer definiert.

Laut Umweltprogramm der Vereinten Nationen entfallen weltweit mehr als 70 Prozent des Energieverbrauchs und 40 bis 50 Prozent der Treibhausgas-Emissionen auf Städte. In Brasilien wurden im Jahr 2014 laut Aussage der Energieplanungsbehörde (Empresa de Pesquisa Energética, EPE) 28 Prozent des produzierten Stroms in Wohngebäuden verbraucht – Tendenz steigend. Auch in brasilianischen Sozialwohnungen steigt der Stromverbrauch, denn mit dem sich langsam entwickelnden Wohlstand geht der Wunsch nach mehr Komfort einher: Immer mehr Menschen nutzen Kühlschränke und Klimaanlagen. Diese Entwicklungen haben zum Gesamtausstoß von etwa 18,5 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr 2014 beigetragen. 

Der nationale Wohnungsbauplan geht aufgrund der wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung davon aus, dass bis 2023 jährlich rund 1,5 Millionen Wohnungen gebaut werden müssen. Deshalb investiert der Staat mit dem Wohnungsbauförderprogramm Mein Haus, mein Leben (Minha Casa, Minha Vida, MCMV) massiv in den sozialen Wohnungsbau. Im Rahmen des MCMV-Programmes wurden seit 2009 etwa 80 Milliarden Euro investiert. Das Programm ist das größte Brasiliens, von dem eine große Signalwirkung für den gesamten Wohnungsbausektor ausgeht.

Neue Sozialwohnungen sollen durch Maßnahmen an den Gebäuden selbst (Gebäudegeometrie, Baustoffe, Dämmung, Beschattung) und die Nutzung von innovativen RE-Lösungen energieeffizienter werden.

Ziel

Die Voraussetzungen zur Erschließung von Energieeffizienz-Potenzialen im sozialen Wohnungsbau sind verbessert. 

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist in drei Handlungsfeldern aktiv: 

  • Handlungsfeld 1: Die Förderrichtlinien werden so gestaltet, dass von ihnen Impulse für eine verbesserte Energieeffizienz in Gebäuden des sozialen Wohnungsbaus ausgehen. Dazu werden Schlüsselakteure befähigt, Empfehlungen für eine Verankerung von Energieeffizienz in den Förderrichtlinien des Wohnungsbauförderprogramms MCMV eigenständig und konsensfähig zu erarbeiten sowie deren Umsetzung zu begleiten. Erfahrungen aus vorhandenen Pilotmaßnahmen oder Studien werden aufgearbeitet.
  • Handlungsfeld 2: Neue oder angepasste Methoden, Verfahren und Instrumente schaffen die Voraussetzung dafür, dass die Förderrichtlinien des Wohnungsbauförderprogramms MCMV zielführend gestaltet und effektiv umgesetzt werden. Baumängel werden schneller und gründlicher erfasst und so die Qualität der Bauvorhaben gesteigert. Es wird transparent gemacht, wie effektiv und kosteneffizient Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz sind.
  • Handlungsfeld 3: Durch eine gestärkte Informations- und Wissensbasis können beteiligte Organisationen und Personen sach- und fachgerecht an den Prozessen im brasilianischen Kooperationssystem teilnehmen. Diskussions- und Abstimmungsprozesse werden so objektiver und zügiger. Mitarbeiter der Schlüsselakteure wenden erworbenes Wissen zu Energieeffizienz in ihrem Arbeitsumfeld an. Dieses Handlungsfeld setzt die GOPA Gesellschaft für Organisation, Planung und Ausbildung mbH um.

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