Unterstützung der nationalen Agenda für nachhaltige Stadtentwicklung in Brasilien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der nationalen Agenda für nachhaltige Stadtentwicklung in Brasilien
Auftrgageber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministerium für Regionalentwicklung (MDR) und Umweltministerium (MMA)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2022

Ausgangssituation

In den letzten Jahren hat Brasilien eine schnelle Urbanisierung erlebt. Wie die jüngste Volkszählung von 2010 gezeigt hat, liegt der Urbanisierungsgrad inzwischen bei 85 Prozent. Das bedeutet, dass der größte Teil der Wirtschaftsleistung in Städten erbracht wird. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung leben in den 83 Großstädten und städtischen Ballungsräumen des Landes. Diesen stehen 5.570 Kommunen (85 Prozent aller Kommunen des Landes) mit weniger als 100.000 Einwohner*innen gegenüber. Derzeit wachsen die mittleren und kleinen Städte Brasiliens am schnellsten.

Das Bevölkerungswachstum in den Städten und die Tatsache, dass sich immer mehr Kommunen zu Städten entwickeln, stellen Kommunalverwaltungen und Planungsstrukturen vor große Herausforderungen. Dies führt vielfach dazu, dass die technische Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Sanitärversorgung und Abfallentsorgung ungleich verteilt oder unzulänglich ist. Gleichzeitig fehlen öffentliche und kommunale Einrichtungen, wodurch die soziale Ungleichheit und Umweltprobleme zunehmen. Informelle Siedlungen(Favelas) befinden sich oft in risikobehafteten Gebieten, wie z. B. in hochwassergefährdeten Teilen der Stadt oder an Berghängen. Eta 45 Millionen Menschen leben in Favelas. In den letzten Jahren hat die Zahl der Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels und der starken Degradation der natürlichen Ressourcen zugenommen. Die Auswirkungen dieser Ereignisse wie Überschwemmungen, Erdrutsche und Wassermangel während länger andauernder Dürren haben sich in praktisch allen städtischen Ballungsräumen des Landes verschärft.

Die größte Herausforderung besteht auf nationaler Ebene in der Verbesserung der für die Stadtplanung und das Stadtmanagement genutzten Instrumente. Dazu zählen nicht zuletzt Maßnahmen zur Regulierung des urbanen Raums. Zur Bewältigung dieser Herausforderung müssen die Städte lernen, die natürlichen Ressourcen und Räume nachhaltiger zu nutzen und ihre Nutzungskonzepte an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen. Insbesondere gilt es, die in den Städten vorhandenen Ökosystemdienstleistungen zu erhalten. Eines der Probleme besteht darin, dass die geltenden Vorschriften unvollständig und teilweise uneinheitlich sind und deshalb nur unzureichend wirken. Darüber hinaus liegen die für Stadtentwicklung relevanten Kompetenzen derzeit bei verschiedenen Ministerien und Ministerialabteilungen. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, die inner- und interministeriellen Kooperationsmechanismen zwischen der brasilianischen Bundesregierung, den brasilianischen Bundesstaaten, den Kommunen und den Lokalregierungen weiterzuentwickeln.

Bild ANDUS DE

Ziel

Die Umsetzung von aufeinander abgestimmten Strategien für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die insbesondere Klimaschutz und Klimaanpassung zum Gegenstand haben, sind auf Ebene des Bundes, der Bundesstaaten und der Kommunen gestärkt.

Vorgehensweise

Das Projekt zielt darauf ab, die Umsetzung von Strategien zur nachhaltigen Stadtentwicklung auf Ebene des Bundes, der Bundesstaaten und der Kommunen zu unterstützen. Dabei werden Klimaschutz und Klimaanpassung, die Wechselbeziehungen mit der Umgebung von Städten sowie die Bedeutung von Ökosystemen als „Dienstleister“ für Städte berücksichtigt.

Die bestehenden Regelungen und Instrumente werden verbessert, erweitert und durch Pilotprojekte getestet. Gleichzeitig werden Konzepte für eine nachhaltige Stadtentwicklung in den staatlichen Strategien und Sektorprogrammen für die Städte verankert. Durch Schulungen und andere Maßnahmen zur Verbreitung wird sichergestellt, dass die Konzepte von Kommunen und anderen institutionellen Akteuren angewendet werden. Die deutsch-brasilianische Urbanisierungspartnerschaft fördert internationale Lern- und Austauschprozesse und unterstützt dadurch die Umsetzung der New Urban Agenda sowie Umsetzung der Agenda 2030.

Mittelfristig sollen die brasilianischen Städte in der Lage sein, im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und dem Klimawandel relevante Kriterien zu erfüllen und ihre Führungsrolle im Bereich des Klimaschutzes und der Klimaanpassung zu stärken.

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