Lebensbedingungen benachteiligter Jugendliche in Nord-Kamerun verbessern

Projektkurzbeschreibung

Titel: Sozioökonomische Resilienz benachteiligter Jugendliche in Nord-Kamerun
Auftraggeber: Europäische Kommission, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kamerun
Politischer Träger: Ministère de la Jeunesse et de l’Education Civique (MINJEC)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

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Ausgangssituation

Die drei Nordregionen Kameruns sind in besonderem Maße von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen. Während im nationalen Durchschnitt 37,5 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, ist der Anteil in den Regionen Extrême-Nord, Nord und Adamaoua zum Teil doppelt so hoch. Die Perspektivlosigkeit wirkt sich insbesondere auf die Jugendlichen der Region aus. Viele von ihnen konnten keine Schule besuchen und wenige haben eine Berufsausbildung.

Die Gesellschaft ist stark gerontokratisch orientiert: Ältere bestimmen das politische und gesellschaftliche Handeln. Partizipation, Teilhabe an politischen Entscheidungen und Handlungsfähigkeit der Jugendlichen sind daher stark eingeschränkt. Demzufolge ist ihr Vertrauen in die lokalen Autoritäten und den Staat  gering. Die Mitarbeiter der Verwaltung nehmen ihrerseits die Jugendlichen häufig als Störfaktor wahr und sind ihnen gegenüber misstrauisch.

Die soziale Benachteiligung der Jugendlichen sowie ihre ökonomische Perspektivlosigkeit nutzen Gewaltakteure in der Region, indem sie unter den Jugendlichen neue Anhänger rekrutieren. In der Region Extrême-Nord gibt es seit 2014 gewalttätige Angriffe und Selbstmordattentate. Alle drei Regionen sind von Landstraßen-Überfällen betroffen; Angehörige lokaler Eliten werden mitunter entführt. Die Folge der angespannten Sicherheitslage in der Region sind interne und indirekt auch internationale Migrationsbewegungen.

Ziel

Das friedliche Zusammenleben und die Lebensbedingungen von wirtschaftlich und sozial benachteiligten Jugendlichen (sozioökonomische Resilienz vulnerabler Jugendlicher) in den drei Nord-Regionen Kameruns sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in 18 Partnerkommunen (sechs Kommunen in der Region Extrême-Nord, sieben in der Region Nord und fünf in der Region Adamaoua) und reagiert auf die soziale und wirtschaftliche Benachteiligung der Jugendlichen vor Ort.

Der Fokus des Handlungsfelds „Stärkung der sozioökonomischen Resilienz vulnerabler Jugendlicher“ liegt auf der wirtschaftlichen Integration Jugendlicher. 5000 Jugendliche werden durch Cash-for-Work-Aktivitäten, Ausbildungsangebote sowie bei der Unternehmensgründung unterstützt. Diese Aktivitäten werden größtenteils durch Partner umgesetzt. Dafür arbeitet das Projekt mit renommierten internationalen und nationalen Organisationen zusammen. Internationale Partner sind CARE France, Plan International, die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (UICN) und die SNV Netherlands Development Organisation; kamerunische Partner sind unter anderen die Nichtregierungsorganisation Jeunesse Active pour la Lutte contre la Pauvreté, le VIH/SIDA et ses Souffrances (JAPSSO) und der Verein Actions pour la Promotion de la Sante (APROSPEN).

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Das Handlungsfeld „Verbesserung des friedlichen Zusammenlebens“ konzentriert sich auf den Dialog zwischen Jugendlichen und lokalen Autoritäten. Dafür werden zunächst durch Fortbildungen und Organisationsentwicklung die Kapazitäten von lokalen Jugendorganisationen gestärkt. Gemeinsam mit dem Vorhaben und den lokalen Autoritäten richten diese Jugendorganisationen Dialogforen aus und setzen weitere friedensstiftende Maßnahmen um. Darüber hinaus werden Radiosendungen zu Konfliktthemen produziert und ausgestrahlt.

Das Vorhaben arbeitet dazu eng mit den kommunalen Verwaltungen und dem Jugendministerium zusammen.