Neue Zukunfts- und Bleibeperspektiven im Senegal

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Erfolgreich im Senegal
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Senegal
Politischer Träger: Ministerium für Erdöl und Energie
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

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Ausgangssituation

Senegal ist ein junges Land mit großem Potenzial: 80 Prozent der Menschen sind jünger als 35 Jahre. Erneuerbare Energien eröffnen dem westafrikanischen Land mit annähernd 2.000 Sonnenstunden im Jahr neue Möglichkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung. Nur etwa 40 Prozent des ländlichen Raums sind an das Stromnetz angeschlossen. Die Förderung von solarbasierten Energielösungen auf dem Land ist daher ein Schlüssel für neue Wirtschaftsoptionen.

Digitalisierung, eine aktive Start-up-Szene und die Kreativwirtschaft befinden sich ebenfalls im Aufbruch. Ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum von über sechs Prozent im Jahr und Investitionen in Sonderwirtschaftszonen machen besonders den Großraum Dakar zu einem aufstrebenden Zentrum.

Gleichzeitig bleibt die Entwicklung auf dem Land eine Herausforderung. Es fehlt an Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven für junge Menschen. Nur etwa 20 Prozent haben eine feste Anstellung.  Die informelle Wirtschaft ist für große Teile der Bevölkerung die einzige Einkommensquelle. Viele junge Menschen aus den ländlichen Regionen verlassen ihre Heimat und suchen ihr Glück in den urbanen Zentren oder im Ausland.

Ziel

Junge Menschen zwischen 15 und 35 Jahren sowie Rückkehrende verfügen über neue Zukunfts- und Bleibeperspektiven.

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Vorgehensweise

Die innovative Nutzung erneuerbarer Energien in Landwirtschaft, Handwerk und Dienstleistungssektor eröffnet neue Beschäftigungsmöglichkeiten, Existenzgründungen und höhere Einkommen. Das Vorhaben unterstützt die junge Bevölkerung, attraktive Berufsprofile und nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln. In Dakar und weiteren ausgewählten Regionen hat das Vorhaben Inkubationszentren, „Teranga Hubs“, zur Unterstützung junger Unternehmer*innen bei der Existenzgründung und Formalisierung ihrer Unternehmen, aufgebaut. Das stärkt unter anderem das Selbstwertgefühl der jungen Menschen.

Zertifizierte Ausbildungsprogramme und Kurzzeitqualifizierungen fördern einen schnellen Einstieg in die Erwerbstätigkeit. Die Aktivitäten werden von den Consultingfirmen gfa/Renac umgesetzt, die Ausbildungszentren, technische Schulen und Berufsschulen sowie weitere öffentliche und private Einrichtungen bei der Entwicklung neuer Ausbildungsprofile unterstützen.

Strategische Partnerschaften mit ausgewählten Unternehmen unterstützen die wirtschaftliche Entwicklung. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen Gauff fördert das Projekt „Erfolgreich im Senegal“ Ausbildungsprogramme für Solartechniker*innen, die einen Beitrag zur ländlichen Elektrifizierung in 300 Dörfern leisten.

Über fünf Außenstellen organisiert das Programm Aktivitäten in allen Regionen des Senegal und fördert die Entwicklung der ländlichen Regionen. Durch die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und der privaten Wirtschaft werden die Jugendlichen und rückkehrende Migrant*innen direkt vor Ort erreicht.

Kooperationen mit der Kreativwirtschaft eröffnen senegalesischen Unternehmen im Bereich Mode, Kunst und Musik den Zugang zu internationalen Märkten und stärken öffentlichkeitswirksam das Bewusstsein für die Perspektiven vor Ort.

Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte initiieren einen Dialog über die Möglichkeiten einer erfolgreichen Zukunft im Senegal. Gemeinsam mit den lokalen Partnern entwickelt das Programm neue Kommunikationskanäle und nachhaltige Austauschformate, in denen „Local Champions“ ihre erfolgreichen Geschäftsmodelle präsentieren.

In den Regionen Kédougou, Kolda und Tambacounda fördert das Projekt die Bekämpfung von Malaria, indem es imprägnierte Moskitonetze verteilt und Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung umsetzt.

Wirkungen

Das Vorhaben hat bis September 2019 mehr als 12.200 Startchancen gefördert:

  • 6.414 Jugendliche und Rückkehrende nahmen an Qualifizierungen für Unternehmensgründer*innen teil. Inhalte waren Budgetkalkulationen, Erstellen von Businessplänen und Grundlagen eines erfolgreichen Marketings.
  • 5.238 Teilnehmende nutzten Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, zum Beispiel im Recycling, Bäckereihandwerk und in der Handyreparatur.
  • 488 Senegales*innen profitierten von aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen.
  • 291 Jugendliche konnten nach der Teilnahme an Aus- und Weiterbildungen eine feste Anstellung finden.
  • 283 kleinste, kleine und mittlere Unternehmen wurden bei der Gründung oder Formalisierung begleitet
  • Ein bayerisch-senegalesisches Veranstaltungszentrum ist in der Regionalhauptstadt Thiès entstanden. Das Haus hat sich zu einem Begegnungsort für die lokale Bevölkerung etabliert, in dem Aus- und Weiterbildungen sowie Dialogveranstaltungen angeboten werden. Zugleich bietet die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft eine Vernetzung mit regionalen und bayerischen Unternehmen. Das Veranstaltungszentrum wurde im Auftrag des Freistaats Bayern entwickelt und aufgebaut.

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